loading
  • DE-23564 Lübeck
  • 05/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-111780)

Wohnen an der Wasserkunst


  • ein 1. Preis

    kfs / ter Balk: Lageplan Platz am Wasserturm

    Landschaftsarchitekten
    ter Balk Landschaftsarchitekt BDLA, Lübeck (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Ingrid Hentschel

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: kfs Architekten BDA Feyerabend Sippel Partnerschaft, Lübeck (DE)
    Verkehrsplaner: Schreyer Ingenieure (VBI), Bad Oldesloe (DE)
    Energieplaner: Patio-Plan Lichtdesign, Lübeck (DE)

    Erläuterungstext
    Auf dem Gelände der Wasserkunst treffen unterschiedliche Stadt- und Landschaftsräume aufeinander. Aus diesem Umfeld entwickelt sich die Struktur des neuen Wohngebietes. Dabei entstehen drei Teilgebiete unterschiedlicher Charakteristik und mit abnehmender Dichte in Richtung Wakenitz, einem innerstädtischen Gewässer: das „Wakenitzquartier“, die „Wakenitzhöfe“ und die „Wakenitzvillen“.

    Der nördlich angrenzende Stadtteil ist durch dichte Blockrandbebauung der Hohelandstraße mit ihren differenziert ausgebildeten Mehrfamilienhäusern der Gründerzeit charakterisiert. Diese Struktur findet ihre Fortsetzung im westlichen Teil des Grundstücks an der Wasserkunst. Das „Wakenitzquartier“ entwickelt sich konsequent bis zum neu entstehenden Blockrand an der Ratzeburger Allee weiter.
    Der Landschaftsraum der Wakenitz erstreckt sich über das Baugrundstück hinweg nach Norden bis zur Moltkestraße. Er gliedert sich in den ufernahen Landschaftsraum und die parkartigen Gärten mit großen Villen. Die „Wakenitzvillen“ sind als optisch durchlässige Strukturen aus schlanken, langgestreckten Baukörpern als Überleitung zwischen Park und Landschaftsraum am Wasser konzipiert.
    Zugleich gelingt damit der Übergang zu den „Wakenitzhöfen“, die mit ihren Wohnungen unterschiedlichen Zuschnitts auf Plateaus placiert sind und wie Inseln im Park liegen.

    Als zentrales Element wird der Wasserturm freigestellt, so dass dieses markante historische und identitätsstiftende Gebäude wieder von allen Seiten sichtbar ist. Am Fuß des Turmes entsteht eine frei geformte Platzfläche, die sich konzentrisch um den Turm herum aufspannt. Ergänzend dazu entsteht ein attraktiver öffentlicher Platz inmitten des neuen Wohngebietes in unmittelbarem Kontext zum Park am Turm.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die städtebauliche Idee orientiert sich überwiegend an den Eigenheiten bzw. Eigenschaften einzelner Teile des Plangebietes und versucht Lösungen für diese zu finden.
    Im Nordwesten nehmen die Gebäude die Struktur einer Blockrandbebauung auf, in Anlehnung an die nördlich gelegene Bestandsbebauung. Während sich zur Ratzeburger Alle ein geschlossener Blockrand auch als Schallriegel abbildet, der noch nicht konsequent nach Süden weitergedacht wurde, wird der Block folgerichtig nach Osten Richtung Wasserturm partiell geöffnet. Die nördlich straßenseitig gelegene Baumgruppe wird im Entwurf nicht erhalten.
    Die weiter nach Osten orientierte Bebauung wird durch eine nicht mehr streng orthogonale Anordnung von „halligartigen“ Bebauungsinseln geprägt, als Reaktion auf die Parklandschaft. Die Folge sind großzügige Fluchten und Grünräume nicht nur zum Wasser, sondern auch nach Norden und Süden orientiert.
    Einen Abschluss findet die Bebauung im Übergang zur Uferzone mit einer gelungenen Reihung von Reihenhaustypen, die trotz Kante eine Durchlässigkeit ermöglicht. Die Maßstäblichkeit des gesamten Entwurfes ist angemessen.
    ...
    Die Randbebauung zur Uferkante prägt ein sehr individueller schlanker Reihenhaustyp, der recht geschickt mit der Topografie des Geländes umgeht.
    Der Entwurf antwortet respektvoll und differenziert auf die Belange der Stadtkante mit ihrer historischen Bebauung und auf die Uferlandschaft unter Berücksichtigung des Naturschutzes.
    ...