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  • DE-87700 Memmingen
  • 06/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-113735)

Fußgängerzone


  • 2. Preis

    Schegk Landschaftsarchitekten | Stadtplaner

    Landschaftsarchitekten, Stadtplaner
    Schegk Landschaftsarchitekten | Stadtplaner, Haimhausen (DE), Memmingen (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Ludwig Schegk

    Mitarbeit
    Stephan Gentz, Alexandra Haupt

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: architekturbüro ost, Memmingen (DE)

    Preisgeld
    2.800 EUR

    Erläuterungstext
    STÄDTEBAU
    Memmingen hat mit seiner Lage im Zentrum einer florierenden Region, die von der Fuggerstadt Augsburg bis zum Bodensee und von der Donaumetropole Ulm bis ins Allgäu und das benachbarte Österreich reicht, selbst hohen Anteil an der damit verbundenen erfolgreichen Entwicklung. Die Altstadt von Memmingen ist mehr denn je das pulsierende Zentrum der prosperierenden Stadt und ein Magnet, der bis weit in die Umgebung Anziehungskraft ausübt. So kommt Memmingen auch regional eine hohe Bedeutung als zentraler Einkaufsort zu. Mit der Einrichtung der Fußgängerzone vor 40 Jahren wurde dieser Bedeutung schon früh und sehr weitsichtig Rechnung getragen. Die Kramerstraße mit ihrem charakteristischen, durch den mittelalterlichen Stadtgrundriss geprägten Verlauf mit Aufweitungen und Einschnürungen bildet darin die Hauptschlagader, die von Nord nach Süd die Altstadt durchzieht und dabei die drei herausragenden Stadtplätze Marktplatz, Weinmarkt und Schrannenplatz verbindet. Neben der kommerziellen Bedeutung als hervorragende Geschäftslage kommt ihr auch die Funktion als lebendige Flaniermeile zu. Dem ist in der Neugestaltung entsprechend Rechnung zu tragen, indem die Bedeutung auch in der Gestaltung erkennbar wird.
    Dagegen lässt die Frequenz in den Seitenbereichen deutlich nach. Sie gilt es, durch die Gestaltung besser an die Kramerstraße anzubinden und aufzuwerten. Nach Westen wird die Anbindung an den Stadtbach, der anderen Schlagader der Altstadt verbessert.
    Dem Theaterplatz als dem frequentiertesten Freiraum der Stadt kommt nochmals eine besondere Bedeutung zu.


    VERKEHR
    Der Lieferverkehr ist in der Fußgängerzone im bisherigen Umfang möglich. Sonstiger motorisierter und ruhender Verkehr ist auf die angrenzenden Bereiche beschränkt.
    Radfahrer erhalten mehrere Möglichkeiten zum gesicherten Abstellen ihrer Räder.
    Den Fußgängern, insbesondere denen, die auf rollende Hilfen angewiesen sind, wird mit dem neuen Plattenbelag eine komfortable Oberfläche angeboten. Stolperkanten werden vermieden, so dass einen durchgehende Barrierefreiheit gewährleistet ist.
    Durch in die Oberfläche eingefräste Leitstreifen wird auch die Orientierung für Sehbehinderte ermöglicht.


    GESTALTUNG
    Mit dem gewählten Plattenbelag wird eine angemessene Oberflächengestaltung für die Kramerstraße gefunden. Das Naturstein-Material Granit unterstreicht einerseits die Wertigkeit der Fußgängerzone und fügt sich andererseits in den vorhandenen Materialkanon auf den gestalteten Plätzen ein. Das Material genügt in seiner hohen Dauerhaftigkeit auch den Ansprüchen an Nachhaltigkeit.
    Die Verlegung in Reihen schwingt fast unmerklich mit dem natürlichen Verlauf mit, die Ausrichtung der Platten als ‚Steher‘ macht dabei auch Anpassungen an notwendige Gefälle möglich. Auch die erwähnten Richtungswechsel sind damit gut lösbar. Diese besondere Verlegeart hebt elegant die Bedeutung der ‚Hauptschlagader‘ hervor, sie bleibt der Kramerstraße vorbehalten.
    Der Theaterplatz erhält einen Belag aus gleichem Material, jedoch mit verschiedenen Formaten. Der ‚Römische Verband‘ hebt den Platz seiner Bedeutung entsprechend hervor. Gleichzeitig schafft er Anschlüsse und Übergänge zu den angrenzenden Bereichen bis hin zum Elsbethenareal. Der freistehende Bogen am Theatereingang wird durch den Belag eingebunden. Auch die Sitzmauern im SO-Eck erinnern an ein klassisch antikes Theaterensemble.
    Die Seitengassen werden durch Verwendung des gleichen Natursteinmaterials in ihrer Bedeutung angehoben. Andere Verlegarten und Formate lassen aber auf subtile Art die Hierarchie der Räume deutlich werden.

    wasser
    Auf weitere Wasserelemente neben den Brunnen an den Plätzen und dem Stadtbach wird bewusst verzichtet.

    grün
    Wenn auch das Bild der steinernen Stadt im historischen Kontext nach wie vor Gültigkeit besitzt, so wird doch durch einzelne Bäume dem Wunsch nach mehr Grün in der Stadt entsprochen. Diese tragen sowohl zur Belebung wie auch zur Raumbildung bei, so im Bereich der Sparkasse, am Übergang zum Theaterplatz und im rückwärtigen Theaterbereich.

    licht
    Die Straßen und Gassen der mittelalterlichen Altstadt werden durch Wandleuchten angemessen erleuchtet. So bleibt die bestimmende städtebauliche Struktur erlebbar. Lediglich am Theaterplatz wird eine einzelne Leuchtstele inszenatorisch eingesetzt: sie macht einerseits auf den Eingang aufmerksam und leuchtet ansonsten den Platz aus.

    mm-öblierung
    Sitzwürfel aus Stahl bieten sich in Bereichen der Fußgängerzone als Sitzgelegenheiten an. Sie können flexibel in verschiedenen Formationen (z.B. einzeln / locker gruppiert / in Reihen / …) angeordnet werden. Das Design der Sitzelemente interpretiert das Stadtlogo als repräsentativer Eye-catcher.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.