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  • DE-89231 Neu-Ulm
  • 07/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-100737)

Effizienzhaus Plus im Altbau


  • ein 1. Preis

    Perspektive

    Architekten
    o5 architekten bda - raab hafke lang, Frankfurt am Main (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Universitäten/ Hochschulen: TU Darmstadt, Darmstadt (DE)
    Architekten, Energieplaner: ina Planungsgesellschaft, Darmstadt (DE)

    Preisgeld
    25.000 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebau, Architektur, Materialität, Ausstattung, Komfort
    Die prägende, städtebauliche Setzung der Pfuhler Straße in Neu-Ulm ist die in Ost-West-Richtung Straßen begleitende Zeilenbebauung. Auf einer Höhe durchlaufende Traufkanten bilden ein einheitliches Straßenbild und angenehme Straßenraumproportionen.

    Der behutsame Umgang mit dem Bestand steht im Vordergrund des gesamten Planungskonzepts. Daher sollte der Charakter der Zeilenbauten weitestgehend erhalten bleiben. Traufkantenhöhen und Dachneigungen werden nicht verändert.

    Die ursprüngliche Zeile wird mit Verweis auf den Bestand schlicht mit einem Filzputz versehen. Die geschuppten Photovoltaikelemente auf dem Steildach nehmen Bezug zu den Ziegel gedeckten Dächern der Nachbarschaft auf.

    Um einen qualitätvollen Außenraumbezug herstellen zu können, werden den Wohnungen der Zeile zusätzliche private Außenflächen (Holz-Terrassen und -Balkone im Süden, sowie weitere Holz-Decks im Norden) zugeordnet. Diese sind als angestellte ‚Holzobjekte‘ geplant, sodass die Zeile weiterhin ablesbar bleibt.

    Die Haupterschließung der Gebäude erfolgt weiterhin von der Südseite. Durch Umbaumaßnahmen der inneren Struktur, werden die Eingangsbereiche auf ein angenehmes Maß aufgeweitet. Die barrierefrei gestaltetenen Wohnungen im Erdgeschoss können über einen Plattformlift, der in die Multifunktionsbox integriert ist, direkt erreicht werden.

    Ein neuer Anbau auf der Nordseite erweitert die Wohnflächen und ermöglicht vielfältige Szenarien der Schaltbarkeit (siehe ‚Flexibilität‘). Dem Materialkonzept folgend ist der angestellte, kubische Baukörper als Holzbau mit einer feingegliederten, horizontalen Lamellenfassade aus Lärchenholz konzipiert.

    Soweit möglich sollen die Holzdielen der Bestandsböden wieder aufgearbeitet werden. Die Innenwände werden weiß verputzt, bzw. gespachtelt und gestrichen. Innenliegende Holzlaibungungen der hochformatigen Fenster verleihen dem Innenraum einen wohnlichen Charakter. Die Fensteröffnungen auf der Südseite erhalten einen außenliegenden Sonnenschutz mit automatisch, steuerbaren Falt-Schiebe-Elementen. Für die Nordseite ist ein innenliegendes Rollo, wahlweise zur Verdunklung oder als transluzenter Sichtschutz geplant.

    Konstruktion
    Die tragenden Hauptelemente (Außenwände, Decken, Dachkonstruktion, Treppenkern) des Gebäudes sollen bestehen bleiben. Durch das gezielte Entfernen einiger Innenwände kann der kleinteilige bestehende Grundriss zu einem offenen Raumgefüge hin verändert werden. Im Bereich der tragenden Innenwand werden neue Unterzüge für größere Durchgangsbreiten vorgesehen. Zur besseren Belichtung und damit Erhöhung des innenräumlichen Qualität werden die Brüstungen der Bestandsfenster auf Fußbodenniveau runtergebrochen. Durch die Beibehaltung der Fensteröffnungsbreiten kann an diesen Stellen auf das Einbringen neuer Stürze verzichtet werden.
    Der neue Anbau im Norden der Zeile wird in Holzrahmenbauweise errichtet. Alle Fenster sind als Holz-Alu-Fenster mit Drei-Scheiben-Verglasung geplant.

    Flexibilität
    Das Konzept für ein möglichst flexibel auf verschiedene Nutzerprofile reagierendes Gebäude fußt auf zwei Säulen. Zum Einen ist eine Wohneinheit über Faltschiebeelemente flexibel teilbar und der eingestellte Badkern über Klappelemente zur Außenfassade vergrößerbar. Zum Anderen lassen sich Wohnungen in großer Varianz über den Anbau zusammenschalten. Desweiteren sind Maisonettewohnungen ebenso realisierbar (siehe Piktos ‚Schaltbarkeit‘).

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.