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  • DE-97076 Würzburg
  • 08/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-102679)

Landesgartenschau Würzburg 2018


  • Anerkennung


    Architekten
    Gerber Architekten GmbH, Dortmund (DE), Hamburg (DE), Berlin (DE), Shanghai (CN), Riad (SA) Büroprofil

    Mitarbeit
    Tim Corvin Kraus, Anne Kittel, Magdalena Cieslicka, Lena Müller, Felix Holzapfel-Herziger

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Gerber Architekten GmbH, Dortmund (DE), Hamburg (DE), Berlin (DE), Shanghai (CN), Riad (SA)

    Erläuterungstext
    Gedanken zum Freiraumkonzept
    Betrachten wir das Ganze mal ohne Grün: es geht um Räume, außen, innen, dazwischen. Um Spannungsfelder, Kontraste und Übergänge – um Alt und Neu. Es geht um Thesen zu diesen Räumen und Orten. Den Geist des Ortes spürbar machen, erzeugen, zeigen - dies ist die Kunst. Meist die Kunst der Zurückhaltung.
    Menschen bewegen sich in dem Freiraum, atmen, sehen den Himmel, riechen den Frühling. Sie sind das Opfer ihrer Sinne. Deshalb sind Atmosphäre, Qualität und Stimmung der Freiräume so wichtig für das Lebensgefühl.
    Jetzt zum Grün: ohne Frage, die Pflanze lebt, reinigt die Luft, vermittelt Gefühl über Struktur, Farbe, Duft, über die Schmetterlinge mit ihr. Sie bringt den Frühling oder den Winter ... manchmal arbeiten wir auch mit Assoziationen...

    Würzburg
    Wie klingt Würzburg? Würzburg klingt poetisch. Würzburg klingt romantisch. Wie duftet Würzburg? Würzburg duftet atemberaubend: frisch, luftig, zart, sinnlich und wieder poetisch.
    Ausgehend vom ´Image´ der Stadt Würzburg haben wir die Stimmung der weltoffenen Stadt und des Freiraums analysiert. Nicht beliebig, mit vielen diagonalen Stufen, sondern stadträumlich prägnant, klar und spannungsvoll – gleichzeitig jedoch, und hierin liegt das Besondere, im Dialog und auf Augenhöhe mit der Festung Marienberg.

    Der Freiraum spiegelt Identität und Einzigartigkeit, spiegelt workstyle und lifestyle des entstehenden Stadtteils auf dem Hubland. Durch die Behandlung jeden einzelnen Details als etwas „Besonderes“ wird der Lebensraum vital und hipp, er bleibt ethisch korrekt und menschlich, und, nicht zuletzt integriert er die Achtung der Natur durch die zeitgemäße Gestaltung, der Umgang mit dem Regenwasser-Management sowie der Einsatz von regenerativen Energien.
    Dieser Freiraum stilisiert und inszeniert den Lebensstil des 21. Jahrhunderts in der städtebaulichen Entwicklung auf dem Hubland.

    Das Hubland ist spannungsvoll: der Gesamtraum ist so organisiert, dass immer eine großartige Weite entsteht, dass es immer Zielpunkte, ein Gegenüber gibt, ein permanentes Klangbild immer wieder neuer Dialoge entsteht. Innerhalb der großmaßstäblichen Struktur ist der menschliche Maßstab Gesetz: es entsteht eine Abfolge individueller und eigenständiger Teilräume, mit jeweils eigenen Stimmungen und Besonderheiten.

    Die Grundmotive des Dauerkonzeptes
    Der Zentraler Park erstreckt sich mit fast 600 m Länge von Westen nach Osten und ist die große verbindende Freifläche des Hublandes. Er zeigt sich offen, überschaubar und sicher. Er spiegelt die Stimmung der weiten Landschaft und ist multifunktional nutzbar. Räumlich gefasst von bestehenden und neu gepflanzten Bäumen bewegen sich die Flächen durch die städtische Strenge. Breite Heckenelemente filtern zur Straße, das Heckenparterre bietet Farbe, Duft und geschützte Aufenthaltsmöglichkeiten. Die großen extensiven Wiesenflächen erhalten durch die gemähte Verlängerung der Landebahn eine spannende Betonung. Prägnante Alleebäume mit malerisch bizarren Schirmkronen, lassen die Promenaden wie eine große Galerien wirken und erzeugen ein ständig neues Erscheinungsbild.

    Zentrales Element ist der neue Stadtplatz. Hier trifft man sich, flaniert, wird gesehen. Mit der Gastronomie auf dem Platz, dem Wasserbecken, Holzsesseln und langen Sonnenbänken. Leichte sommerliche Bäume wie Sophora spenden lichten Schatten. Von hier hat man einen der schönsten Blicke in die Weite – in vier Richtungen.

    Die umlaufenden Wegebänder sind besondere Orte: Fast auf einem Höhenniveau laufend führt es die Parkbesucher, Sportler und Erholungssuchenden am Rand der Weisenflächen vorbei an den flankierenden Baumkanten durch die Freizeitlandschaft. Über vereinzelte Aufweitungen entstehen unterschiedliche Plätze auf denen man bei Sonnenaufgang den Frühsport und bei Sonnenuntergang den Tag ausklingen lassen kann – immer mit dem Gesicht in der Sonne.
    Tagsüber lassen sich auf der befestigten, glatten Oberfläche alle erdenklichen Sportarten (e-bikes und Pedelecs) ausüben. Die beiden Kurse lassen sich kombinieren zu 1.700 m Laufstrecke. Im Süd-Osten findet man Kleinspielfelder und gererationsübergreifende Aktivfelder. Im Osten sind Partizipationsprojekte und Community Gardens denkbar und im Norden befindet sich eingebettet in dem Wingert ein Spiel und Erlebnisplatz für unterschiedliche Altersgruppen. Durch das Nebeneinander von den befestigten und unbefestigten Wegen wird der Freiraum optimal mit allen angrenzenden Wohngebieten und Grünzügen vernetzt. Ein hölzerner Steg führ im Süd-Westen, unterhalb von dem ZAE, den Besucher auf “Augenhöhe“ mit der Festung Marienberg.

    Der unterhalb liegende Terrassenpark spielt durch die Topographie mit sanften Rasenmodellierungen. Die ökologische und stadtteilübergreifende Bedeutung dieses Parkabschnitts wird durch die bestehenden Natursteinmauern und die alten Bäume herausgestellt. Der Terrassenpark funktioniert wie ein großes langes poetisches und filigranes Wohnzimmer. Gesäumt von dem Weg im Osten und dem Steg im Westen. Der filigrane Steg, der die Niveaus 256 müNN im Norden und Süden miteinander Verbindet, läuft zum Teil durch die Kronen der Bäume.
    Der zweite, dem großen Höhenunterschied folgende Steg steigt behindertenfreundlich bis auf das Niveau 267 müNN an. Hier steht der Besucher erneut auf “Augenhöhe“ mit der Festung Marienberg.

    Das “Alte Flugfeld“ im Westen des Parks ist präzise formuliert. Die historischen Spuren erhalten eine Instantsetzung - der quadratische Landeplatz wird zur begehbaren Bühne für alle Kinder , Künstler und Kulturschöpfenden. Von der neuen Tribüne hat man einen phantastischen Blick auf die Vorstellung und die inszenierte Landschaft mit der dominanten Festung Marienberg als Kulisse. Die nachhaltig konstruierte Holzkonstruktion lässt mit Ihrem „Einschnitt“ den Durchblick über die Landebahn zu. Hier steht der Besucher ein drittes Mal auf “Augenhöhe“ mit der Festung Marienberg.

    Das “Grüne Universitätsband“ im Süden wird in das Gesamtkonzept hinsichtlich der Materialität, Formensprache und Stofflichkeit integriert. Ein Funktionsband nimmt die gewünschten und notwendigen Funktionen auf. Das Grüne Band lässt den Durchblick von der Neuen Brück im Süden bis zum Stadtteilplatz zu! Die Grillplätze werden mit elektrischen „Grillstationen“ ausgestattet, für einen Euro kann man hier jederzeit 14 Minuten lang Braten und Grillen, ohne dass dies Spuren in den Grünflächen hinterlässt.

    Beleuchtungskonzept
    Der gesamte Park wird mit einem energiearmen Leuchten typ ausgestattet, der ohne Verkabelung und Wartung auskommt. Die Leuchten sind so konzipiert, dass sie mit dem über Tag gesammelten Sonnenlicht nachts bis zu 10 h Licht spenden.

    Wasserkonzept
    In dem geologisch-klimatisch wasserarmen Gebiet spielt das Regenwassermanagement durch die Wasserknappheit eine ausschlaggebende Rolle. Das Wasserbecken auf dem Stadtplatz sollte langfristig einen konstanten Wasserspiegel haben. Die schrägen Beckenseiten, lassen einen ganzjährigen Betrieb zu. Die Wasserqualität wird mit Solarpanelen auf dem Dach des Cafés und einer entsprechenden Umwälzung durch eine Naturnah gestaltete Zone gewährleistet. Die östlich anschließende Wasserfläche ist als naturnaher Retensionsbereich gestaltet. Wechselnde Wasserstände zeigen eine Artenvielfalt in der Vegetation auf und machen deutlich wie die Natur mir solchen Zonen umgeht.

    Pflegekonzept der Daueranlage
    Wir gehen einen nachhaltigen Weg der Parkgestaltung und der Parkpflege. Die unterschiedlichen Mähzonen machen eine Pflege „Nach Bedarf“ möglich. Wird die Fläche nicht so Intensiv genutzt – darf sie auch höher wachsen. Die Achse der Landebahn jedoch wir immer kurzgehalten, um genügend grüne fläche zu bieten. In der Daueranlage sind lösen freiwachsende Hecken die geschnittenen Hecken ab. Diese sind zum Teil auf Barocken Grundmustern gepflanzt, so dass sich interessante Räume entwickeln.

    Schwerpunkt der Ausstellung
    Zwischen dem ZAE und der Mall haben wir die Innovative Wissenslandschaft angeordnet:
    Dazu zählenden neuartige Energielandschaften, experimentell angebaute nachwachsende Rohstoffe, sowie Neuzüchtungen von Wechselflorbepflanzungen. In experimentelle Gärten kann der regelmäßige Besucher die Entwicklung der Pflanzen und deren Auswirkungen auf die Experimente beobachten.

    Pflanzen des Klimawandels werden exemplarisch angebaut! Circa 42 % Prozent aller Pflanzenarten im Norden Europas könnten aufgrund des Klimawandels schwinden – welche das sind zeigen wir auf den Flächen, aber auch für welche Pflanzen sich aus der Mittelmeer-Flora nach Zentraleuropa ausbreiten.

    In den Wissensparks werden Energiethemen, Energiepflanzen, Solar und Windbeete für alle Altersgruppen ausgestellt. Zum Mitmachen für die Kinder sind besonders die Themen Wasser, Sonne und Wind spielerisch integriert.

    Auf den Flächen des High-Tech-Gartenbaus sind nicht nur Mährobotoren zu bestaunen sondern intregrierte ökologischen Konzepte und Materialien werden vorgestellt. Wie man Bodenfeuchtigkeit, Lichteinfall und Temperatur im Ertragsgartenbau zu optimierten Ergebnissen bringt, zeigt dieser Bereich ebenfalls.

    Ein ZAE-Pavillion steht westlich des Hauptgebäudes in der Landschaft. Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen wir hier für den Besucher inhaltlich begleitet.

    Das Ausstellungskonzept lässt eine flexible Flächennutzung zu. Je nach Jahreszeit oder auch nach Wetter, können Ausstellungsinhalte optimiert wedren.

    Das Gelände muß eingezäunt werden, sollte aber nicht als Ausgrenzung zu lesen sein. Der innovative Ansatz sieht eine begrünte Einzäunung vor. Baustellenzäune werden nach dem Prinzip der „Hecke am laufenden Meter“ bereits zu Baubeginn begrünt, so dass diese für den Ausstellungszeitraum grüne Wände darstellen. Diese sind Nachhaltig und ohne großen Aufwand Rückbaubar.

    Bestandsgebäude
    Der ehemalige Tower wird zur Landmark als Bildungsturm und zum vierten Punkt im Gelände – auf Augenhöhe mit der Festung Marienberg. Der Hölzerne Aufbau macht das Dach zur Terrasse und lädt zum Ausschauhalten ein.

    Die Mall wird mit überschaubaren Mitteln zum Ausstellungs- und Veranstaltungsraum umgebaut. Das Theater (Kino) könnte als Ausstellungsraum für Fassadenbegrünungssysteme und die Produktion der Baumschulen mit all Ihren Fahrzeugen und Pflegeschritten einen angemessenen Raum bieten.
    Das Casino wird wie bereits vorgesehen mit ca. 200 Plätze als Außengastronmie verpachtet und hergestellt.

    Eingänge
    Alle drei Eingänge sind mit Kassenhäuschen, Fahrradstellplätzen, Schließfächern und Platz für Geländeinformation ausgestattet. Die zusätzlichen Ausgänge sind über Drehkreuze oder bewachte Toranlagen (bei Fahrradverbindungen) ausgestattet. Anlieferung der Gastronomie erfolgt über den östlichen Eingang

    Eingang West: Von der Rottendorfer Straße kommend erfahren Fußgänger und Radfahrer mit Mobilem Grün eine besonders attraktive Zuführung zum zentralen Bereich.

    Östlicher Eingang
    Für den Standort Würzburg eine Hohe Qualität ist die direkte Anfahrbarkeit mit dem PKW. Das schmale Bestandsgebäude wird zum östlichen Infopunkt und nimmt neben der Kasse auch WC Anlagen auf. Ein Großteil der Asphaltflächen bleibt benutzbar. Mit der Neuanlage der Fahrstraßen für das neue Quartier wird der Platz gegliedert. Neben den besonderen Fahrbahn- und Parkplatzmakierungen stimmen attraktive Gestaltungen den Besucher bereits auf dem großen Platz auf die Gartenschau ein.

    Eingang Süd
    Die Straßenbahnhaltestelle “Am Hubland“ leitet den Besucher direkt in den Ausstellungsbereich neben dem ZAE. Der Zugang ist so angeordnet, dass die südlichen Ausstellungsbereiche integriert sind.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.