loading
  • DE-03185 Peitz
  • 08/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-100672)

Seehafen Teichland


  • 1. Preis

    kein Bild vorhanden
    Stadtplaner
    Stadt Land Fluss, Büro für Städtebau und Stadtplanung BDA, SRL, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    J. Miller Stevens , Claus Herrmann , Franz Reschke

    Mitarbeit
    Norman Kaltschmidt

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Franz Reschke Landschaftsarchitektur, Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: hochC Landschaftsarchitekten PartGmbB, Berlin (DE)

    Preisgeld
    7.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Durch die vorgeschlagene Zonierung der unterschiedlichen Nutzungsbereiche
    schaffen die Verfasser mit ihrem städtebaulichen Entwurf eine funktional wie
    auch gestalterisch gelungene Strukturierung des neuen Ortsteils. Zwischen der
    neuen Erschließungsstraße und der Hafenpromenade wird eine aufgelockerte
    Bebauung vorgesehen, die der örtlichen Bauweise angemessen ist und auch eine
    etappenweise Realisierung zulässt. Gleiches gilt für die westseitig angeordnete
    Bebauung von Einfamilienhäusern gehobenen Standards sowie die anschließende
    Waldsiedlung mit Ferienhäusern. Die bestehenden Hofanlagen lassen sich gut in
    die neue Struktur integrieren. Insgesamt ist die vorgeschlagene bauliche Dichte
    als angemessen zu beurteilen, nördlich der neuen Erschließungsstraße wäre
    eine Reduzierung der Bebauung im Übergangsbereich zur Bestandssiedlung zu
    prüfen. Die angebotenen Gebäude-Typologien entlang der Promenade (U-Form)
    können nicht gänzlich überzeugen.
    Positiv zu erwähnen ist die öffentliche Erschließung des westlichen Hafenufers
    für Fußgänger als Bestandteil des Uferweges sowie die Anbindung des neuen
    Hafenplatzes über eine direkte Fußwegeverbindung nach Norden an den alten
    Ortskern. Für den Einmündungsbereich der Cottbuser Straße in die neue
    Erschließungsstraße sowie die Anbindung des Hafens wäre aus städtebaulicher
    Sicht eine großzügigere städtebauliche Geste bzw. eine bessere Einbindung
    wünschenswert.
    Die Verfasser sehen eine großzügige Öffnung des Hafens zum See hin vor, was
    zusätzlich durch die Form der Insel unterstützt wird. Weite Blicke auf den See
    werden so ermöglicht. Die bewusste Gestaltung der Insel mit umlaufenden
    Böschungen ermöglicht bei wechselndem Wasserstand immer wieder neue
    Erscheinungsformen. Die lagunenartige Gestaltung reduziert die Inselfläche
    und schafft durch die Vorlagerung von kleinen Sandbänken zusätzlich beruhigte
    Strandbereiche.
    Das nordwestlich vom Hafenbecken angeordnete Wassersportzentrum mit
    Winterliegeplätzen, vorgelagertem Trailerpark, Slipanlage und Kran sowie der
    Hafenmeisterei ergibt eine gut funktionierende Einheit und bildet zugleich das
    Tor zum Hafen von der Landseite. Das Clubhaus mit öffentlichen Nutzungen wie
    Gastronomie und Einzelhandel bildet zugleich den Auftakt der Hafenpromenade
    und stellt somit einen gelungenen Übergang zum öffentlichen Raum her. Die
    kombinierte Treppen-Rampenanlage schafft in diesem Bereich sowohl einen
    problemlosen Übergang zum eigentlichen Hafenbecken und bietet gleichzeitig
    Platz für den Aufenthalt.
    Die Anordnung des Wassersportzentrums in unmittelbarer Nähe zur neuen
    Erschließungsstraße ist gut gelöst und garantiert auch bei großem Andrang
    eine schnelle Abfertigung. Dagegen weist der Übergangsbereich zwischen
    Wassersportzentrum und „Hafenplatz“ noch Mängel auf.
    Die nach Osten angrenzende Promenade erhält zur Hafenseite eine
    Rasenböschung und vermittelt in positiver Weise zwischen der höher
    gelegenen Promenade und dem unmittelbaren Zugang zu den Steganlagen auf
    Seeniveau. Sie bietet barrierefreie Zugänge und schafft gleichzeitig vielfältige
    Aufenthaltsmöglichkeiten.
    Die Seeachse wird in Gestalt und Funktion bis zum See fortgeführt. Auf Höhe des
    Hafens ist eine Intensivierung der Aktivzonen vorgesehen, die dem Charakter der Seeachse gerecht werden.
    Die sich verjüngende westliche Hafeneinfahrt wird sowohl den Windstaueffekt
    als auch die auflaufenden Wellenhöhen verstärken. Der Einfahrtsbereich
    wird voraussichtlich in Folge von Verlandungsprozessen eine langfristige
    Unterhaltung erfordern. Die Lage der Brücke wird hinterfragt, da sie sich nicht
    unmittelbar aus der städtebaulichen Situation zu ergeben scheint. Eine Verlegung
    der Hafenzufahrt nach Osten neben die Mole der Seeachse und eine damit
    einhergehende Veränderung der Inselbrücke in den westlichen Hafenbereich
    sollte daher in Erwägung gezogen werden.
    Der Technikpark wird ganz im Westen angeordnet und nutzt hier zum Teil die
    Lage am Wasser, eine Differenzierung der Gesamtanlage muss noch erfolgen.
    Insgesamt schaffen die Verfasser mit angemessenen Mitteln einen neuen Ortsteil,
    der sämtliche geforderten Nutzungen außerordentlich gut vereint. Die Arbeit
    besticht dabei durch ein richtiges Maß an baulicher Dichte sowie an öffentlichen
    Freiräumen und bietet zusammen mit der gelungenen Gestaltung der Insel,
    den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten im Freiraum sowie der Anordnung der
    Einrichtungen für den Wassersport ein großes Potenzial für die Dorferweiterung
    und die touristische Entwicklung.