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  • DE Rügen
  • 11/1999
  • Ergebnis
  • (ID 2-3221)

Realisierungswettbewerb Landratsamt


  • 1. Preis

    Grundriss Erdgeschoß

    Architekten
    architekten prof. klaus sill, Hamburg (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Lorenz Tettenborn, Birgit Glasmacher

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Lohaus + Carl GmbH Landschaftsarchitekten + Stadtplaner, Hannover (DE)

    Erläuterungstext
    Quadrat-Spirale
    Die zentrale Thematik des Wettbewerbes ist der architektonische Umgang mit dem bestehenden 5-geschossigen Gebäude des ehemaligen Alten- und Pflegeheimes sowie der Anspruch des Auslobers, den Gesamtkomplex zur idendifikationsfähigen Visitenkarte des Landratsamtes werden zu lassen.
    Der Bestandsbaukörper wird als linear verlaufender, 15 Meter hoher Solitär auf einer Fläche von 1,5 ha begriffen. Hinzugefügt wird ein zweiter solitärer, quadratischer Baukörper. Durch seinen mehrmaligen Richtungswechsel und seine jeweils um ein Geschoss verspringende Höhenentwicklung treten Bestands- und neuer Baukörper in einen spannungsreichen Dialog, der sie schließlich im 3. und 4. Obergeschoss unmittelbar zusammenführt und damit auf der Westseite des Bestandsgebäudes einen aufgeständerten, 2-geschossigen Baukörper hervorruft, in dem die Sitzungssäle des Landratsamtes untergebracht sind.
    Auf der Ostseite des Bestandsgebäude entsteht im zusammenwirken mit dem eingeschossigen Teil des neuen Gebäudes die neue, promenadenähnliche Eingangssituation des Landratsamtes. Eine Achse, die in Nord-Süd-Richtung verlaufend, in das öffentliche Wegenetz des Gesamtquartiers integriert ist und eine Verbindung zwischen dem Stadtteilplatz im Süden des Landratsamtes und dem Bahnhof herstellt. Auf dieser Achse ist die Eingangshalle des Gesamtkomplexes angeordnet, die als ein zentrales Element Bestandsgebäude und Neubau gleichermaßen erschließt.
    Der Neubau steigt in regelmäßigen Geschoßsprüngen, dem Bild einer Quadrat-Spirale entsprechend an und definiert dadurch einen Innenhof, der an zwei Seiten durch das Gebäude begrenzt ist und nach Osten und Süden über Luftgeschosse in den Obstgarten übergeht. Am Ende der Quadrat-Spirale treffen Bestandsgebäude und Neubau im 2. und 3. Obergeschoss wieder zusammen und evozieren auf der Westseite den zweigeschossigen, aufgeständerten Baukörper. Dieser repräsentiert mit den Sitzungssälen das neue Landratsamt zur Störtebekerstrasse hin.

    Das Bestandsgebäude erhält an dieser Seite auf gesamter Länge eine neue, stählerne Pfosten-Riegel Fassade, die in den Brüstungsbereichen mit TWD-Paneelen [transparente Wärmedämmung] ausgefacht ist und in den Fensterbereichen eine Isolierverglasung erhält. Vor den Fenstern ist aus energetischen gründen ein Sonnenschutz angebracht. Aufgrund des Wegfalls der vorhandenen Fassadenelmente wird die vorhandene konstruktive Struktur in der Lage sein, die Lasten der neuen Fassade aufzuehmen. Zusätzlich besteht aufgrund des Abknickens der Tragstruktur die Möglichkeit, Lasten vertikal auf die tragenden Schotten abzuleiten.
    Die Ostseite des Bestandsgebäudes bleibt weitgehend unverändert, erhält jedoch eine grüne Haut in Form einer Efeu-Berankung. Die vorhandenen Fenster werden durch Stahlzargen eingefasst.
    In seinem Inneren wird das Bestandsgebäude mit reduzierten Mitteln umgebaut, lediglich die seitlichen Treppenräume werden jeweils an das Ende der Bürogeschosse verlagert. Dies erhöht die räumliche Qualität der Erschließung,, vermeidet Sackgassen in der Büroanordnung und verbessert die Fluchtwegproblematik.
    Die konstruktive Struktur des Neubaus besteht aus einer Stahlbetonskelettkonstruktion, die über Kerne, Wandscheiben und schubfeste Decken ausgesteift ist. Ausgefacht werden die Geschossebenen durch eine Pfosten-Riegel Fassade aus geschoßhohen Elementen [Holzpaneele, Festverglasung, Öffnungsflügel und Sonnenschutzjalousien]. Der Ausbau erfolgt mit nichttragenden Innenwänden und basiert auf einem
    1,25 m-Raster, das die unterschiedlichen Raumgrößen ermöglicht.

    Freianlagen
    Das neue Landratsamt steht inmitten eines großzügigen, blühenden Gartens, der durch eine Obstwiese geprägt ist. Die freie Verteilung der Bäume sowie die struktur- und blütenreiche Wiese stehen im Kontrast zur strengen und rationalen Grundstruktur der Quadrat-Spirale des Landratsamtes. Der Obstwiesengarten ist räumlich in Zonen unterschiedlicher Funktion gegliedert und führt in das innere der Spirale, er ist somit Bestandteil des Innenhofes. Im Sommer sind in dem Obstgarten Gartenmöbel aufgestellt, die von den Mitarbeitern des Amtes in der Mittagspause genutzt werden können. Sämtliches Oberflächen- und Dachwasser wird auf dem Grundstück versickert. Die Obstbäume variieren zwischen fruchtenden und nicht fruchtenden Arten, diese vor allem in den Erschließungsbereichen. Das Obst darf von den Bürgern der Stadt und den Angestellten genutzt werden.
    Im Innenhof der Quadrat-Spirale ist das Bild des Obstwiesengartens durch einen flachen Wiesenteich ergänzt. Die Wasserfläche reflektiert das Sonnenlicht in den Innenhof und schafft für die Außenterrasse der Kantine ein besonderes Ambiente.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 21.11.2008, 12:38
Beitrags-ID 4-5841
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