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  • DE-10623 Berlin
  • 03/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-92444)

Haus der Zukunft


  • 1. Preis

    kein Bild vorhanden
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    Architekten
    Richter Musikowski Architekten, Berlin (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Judith Brücker Landschaftsarchitektin, Berlin (DE)
    TGA-Fachplaner: Passau Ingenieure GmbH, Düsseldorf (DE), Berlin (DE), Würzburg (DE)
    Bauingenieure: Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH | Düsseldorf, Düsseldorf (DE), Köln (DE), Warszawa (PL)
    Brandschutzplaner: hhpberlin - Ingenieure für Brandschutz GmbH, Berlin (DE), Frankfurt am Main (DE), München (DE), Hamburg (DE), Bremen (DE), Braunschweig (DE)

    Erläuterungstext
    1.1 Leitidee

    Wie kann man der Zukunft Ausdruck verleihen? Es braucht ein Gefäß von ideellem aber auch baulichem Fassungsvermögen. Dieses Gefäß sieht nicht wie die Gegenwart aus, ist ihr aber auch nicht ganz fremd. Es muss auf dem Boden stehen, um erlebbar zu werden, soll aber gleichzeitig auch Höhen erreichen, die bisher noch nie erreicht worden sind.
    Wenn es sich bauen ließe - wäre es wie eine begehbare Wolke voller Ideen und Erfindungen. Vielleicht ist es aber auch die Raumfähre, die uns mit unseren Ideen erst dorthin trägt...

    1.2 Stadtraum

    STADTSKULPTUR - Die vertikalen Fassaden des BMBF und des Bürogebäudes am Humboldthafen bilden den stadträumlichen Rahmen. Innerhalb dieses Ensembles entwickelt das Haus der Zukunft eine eigenständige skulpturale Form. An den Hauptzuwegungen Alexanderufer und Kapelleufer entstehen durch Zurücksetzen der Bauflucht zwei Plätze. Gebäudeunterschnitte an der Nord- und Südseite des Baukörpers markieren die Eingänge. Die überdachten Vorbereiche werden zu Kommunikationszonen im öffentlichen Raum. Die schmetterlingsförmige Auffaltung des Baukörpers zu städtebaulichen Hochpunkten verleiht dem Haus der Zukunft die visuelle Prägnanz zwischen Spree und Hochbahn.

    1.3 Raumkonzept

    CLOUD - Ausstellungsbereich Obergeschoss - Die begehbare Wolke voller Ideen und Erfindungen. Einblicke in eine Welt von Morgen. Ausblick und Fenster für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland.

    Die „Cloud“ ist ideelle und bauliche Hülle für ein Spektrum an Rundgängen durch die Themengalerien und –inseln mit optionalem Besuch der Main-Show. Zwei großformatige Schaufenster (Nord/Süd) bieten repräsentative Aus- und Einblicke Richtung Spree und Hochbahn. Durch Projektions- und Beleuchtungsmedien wird die Konzeption des „Schaufensters in die Zukunft“ zum interaktiven Kommunikationsträger im Stadtraum. Verdunklungsvorrichtungen gewähren Einklang mit dem kuratorischen Konzept.

    CAVE - Sonderausstellung Untergeschoss - Das unterirdische Laboratorium, das den Geist und die Konzentration des hochwissenschaftlichen Arbeiten und Forschen spürbar werden lässt. Der Maschinenraum für die Fahrt in die Zukunft.

    Die „Cave“ inszeniert sich durch ihre artifizielle Umgebung fernab von Stadt und Sonnenlicht als eigenständiges Erlebnis eines Zukunftslaboratoriums. Sie ist zentral vom Forum erreichbar und in Abhängigkeit vom kuratorischen Konzept flexibel und unterteilbar zu bespielen.

    FORUM - Erdgeschoss - Zentraler Ort der Zusammenkunft und des gemeinsamen Dialoges. Öffentlicher Begegnungsraum am Schnittpunkt zwischen Ausstellung, Veranstaltung, Stadt Berlin, Hochbahn und Spree.

    Das „Forum“ ist die zentrale Kommunikationsplattform für die Besucher von Ausstellungen, Veranstaltungen und Gastronomie. Es verbindet die beiden Haupteingänge zu einem gemeinsamen Foyer und bindet auch alle anderen öffentlichen Nutzungen mit ein. Die einzelnen Teilbereiche können gemeinsam und autark bespielt werden. Das Cafe und der Shop situieren sich an den hochfrequentierten Zonen nach Süden mit Blick zur Spree. Die Veranstaltungsbereiche orientieren sich zum BMBF und bespielen die Freiräume und Treppenanlagen durch die öffenbaren Fassadenelemente. In seiner Ausformulierung bietet das „Forum“ die Möglichkeit, durch thematische Previews und Appetizers auf die aktuellen Ausstellungen und Veranstaltungen einzustimmen. An zentraler Stelle befinden sich Information, Garderoben und Kasse sowie die gut einsehbaren Zugänge zu den Ausstellungsbereichen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser der Arbeit 1013 entwickeln auf dem Wettbewerbsgrundstück
    zwischen dem stadträumlichen Rahmen der Fassaden des
    BMBF und des Bürogebäudes am Humboldthafen eine eigenständige
    Skulptur. Eine Besonderheit des Entwurfs stellt die gelungene beidseitige
    Zugangssituation dar. An den Hauptzuwegungen Alexanderufer
    und Kapellenufer entstehen durch Zurücknahme der Baufluchten
    zwei qualitätvolle Plätze, die sich Richtung Spree und zum Humboldthafen
    öffnen. Diese Anordnung überzeugt durch die Korrespondenz
    mit den umliegenden Bauten und Freiräumen und wertet das Ensemble
    auf.

    Die überdachten Vorbereiche im Norden und Süden markieren die
    Hauptzugänge und bilden Kommunikationszonen im öffentlichen
    Raum. Die großen Fenster über den Eingängen versprechen großartige
    Ausblicke in den Stadtraum. Die Eingangsebenen entsprechen dem
    natürlichen Niveau. Das Gebäude ist insgesamt mittels einer Freitreppe
    im Osten schlüssig in die Topographie eingefügt. Die innere Erschließung erfolgt funktionsgerecht vorrangig über Treppen. Die
    barrierefreie Erschließung ist über Aufzüge mit einem Plattformlift
    gegeben. Ein gemeinsamer Weg existiert leider nicht.
    Der großzügige Eingangsbereich im Erdgeschoss verbindet alle öffentlichen
    Nutzungen des Gebäudes. Sowohl das Cafe im Süden wie auch
    der Informationsbereich und die Veranstaltungsräume versprechen
    eine starke Belebung der umliegenden Freiräume.
    Die Sonderausstellung im UG und die anderen Ausstellungen im Obergeschoss
    sind funktionsgerecht angeordnet. Für Umbauten scheint
    die Flexibilität allerdings etwas eingeschränkt. Intelligent eingefügt
    sind die gestapelten Büroflächen.
    Die Materialität, Konstruktion und Detailausbildung sind gut gewählt
    und soweit ersichtlich, angemessen. Das Raumprogramm wird vollständig
    erfüllt; der Kostenrahmen unterschritten; die Kennwerte weisen insgesamt auf eine wirtschaftliche Planung hin. Die Arbeit 1013 stellt insgesamt einen sehr guten, realisierbaren Beitrag zur Lösung der Aufgabe dar.

    Das Energiekonzept

    Das Gebäude ist wegen seinem sehr effizienten Baukörper, seiner
    großen PV-Dachanlage und solarthermischen Dachanlage als Plusenergiegebäude
    einzustufen. Das Energieversorgungs-Konzept nutzt
    Strom + Fernwärme und erzeugt die Raumkälte über eine solarthermisch
    angetriebene Absorptionskältemaschine. Es handelt sich um ein
    innovatives Energiekonzept, welches mit mehreren thermischen Kurzzeit-
    und Langzeitspeichern (Paraffinspeicher) einen gewissen Grad an
    Versorgungsautonomie anstrebt.


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