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  • DE-22397 Hamburg
  • 09/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-122560)

Wohnen am Spechtort


  • 2. Preis

    Wohnen am Spechtort

    Landschaftsarchitekten
    arbos Freiraumplanung GmbH, Hamburg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Peter Köster

    Mitarbeit
    Sara Dahlheimer, Franziska Husung

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: ppp architekten + stadtplaner gmbh, Lübeck (DE), Hamburg (DE)
    Bauingenieure: M + O Ingenieurgesellschaft für das Bauwesen mbH, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit entwickelt in großer Selbstverständlichkeit ein eindeutiges Erschließungssystem mit Anschlüssen an der Lemsahler Landstraße und am Spechtort. Dabei nimmt es – mit Ausnahme des Anschlusses Spechtort – auf die liegenschaftlichen Verhältnisse Rücksicht.

    Eingehängt in den Erschließungsrahmen werden aufgewertete Baustrukturen in einzelnen Höfen gruppiert, hier mischen sich unterschiedliche Wohnformen und Maßstäblichkeiten. Die Höfe besitzen zugleich Erschließungsfunktion (und Parkierung), deren öffentlicher oder privater Charakter und deren Belagswahl zu klären wäre. Die individuellen Gärten der Reviergrundstücke sind z.T. knapp bemessen, könnten aber bei einer vertieften Betrachtung der Hofkonzepte optimiert werden.

    Zur Lemsahler Landstraße wird eine klare Baustruktur ausgeformt, die adressbildend wirkt und auf die Schallschutzerfordernisse reagiert. Ob die TG-Zufahrten so tief im Grundstück angeordnet werden müssen, bleibt zu prüfen. Die von dort anschließende Erschließungsstraße wird durch einen großzügigen Anger begleitet, der auf die Kita am Siedlungsrand hinführt. Diese besitzt einen guten Anschluss an den öffentlichen Freiraum und ist aus allen Lagen des Quartiers gut erreichbar. Ob zusätzlich zum öffentlichen Grünraum noch ein quartiersinterner Grünanger in dieser Dimension notwendig ist, wird vom Preisgericht kritisch hinterfragt.

    Begleitend zum Spechtort wird ein unabhängiger Fuß- und Radweg geführt, der auf die vorhandene Baumwand Rücksicht nimmt. Nicht vollständig durchdacht erscheint der Straßenanschluss am Spechtort, der z.Zt. nicht verfügbare private Grundstücksflächen beansprucht.

    Der Entwurf ist in Bauabschnitten und einzelnen Baufelder gut umsetzbar. Dabei wären verkehrliche Details, so auch der Umgang mit dem östlichen Siedlungsrand vertieft zu betrachten. Der bewährte Ansatz der Oberflächenentwässerung erscheint rational und realistisch umsetzbar.

    Insgesamt schafft es die Arbeit ein nachvollziehbares, klares, jedoch auch vielfältig ausführbares städtebauliches Ordnungsprinzip, ohne in Schematismus zu verfallen oder die notwendige Vielfalt der Realisierungsmöglichkeiten einzuschränken. Dies kann in jedem Hof individuell zur Gestaltung kommen.

    Durch wenige Anpassungen der Gebäudelage und –ausrichtung am östlichen Siedlungsrand kann der Übergang zur Landschaft klarer formuliert und die Flächeninanspruchnahme ggf. reduziert bzw. behutsamer ausgestaltet werden.