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  • DE-88662 Überlingen
  • 10/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-108845)

Landesgartenschau Überlingen 2020


  • 2. Rundgang

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    Landschaftsarchitekten
    Andreas Bunk, Landschaftsarchitekt, Hamburg (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Korzó Tervezési Stúdió, Budapest (HU)
    Landschaftsarchitekten: Bunk & Münch Landschaftsarchitekten PartG mbB, Hamburg (DE), Lüneburg (DE)

    Erläuterungstext
    Landesgartenschau Überlingen 2020

    Einführung
    Eine neue durchgehende Promende bildet entlang des Bodensees den „See-Belt”. Dieser verbindet in Ost-West Richtung die künftige Landesgartenschau Überlingen mit allen anderen Grün- und Stadträumen entlang des Sees und im Verlauf der historischen Stadtbefestigung. In Nord-Süd Richtung wird der historische Stadt-, Landschafts- und Grünraum Überlingen an den Bodensee herangeführt.
    Der Bezug der gesamten Stadt und ihrer Umgebung zum größten deutschen See wird heraus gearbeitet und die Qualität einer liebenswerten historischen Stadt gestärkt, die im Jahre 2020 zusammen mit der 28. Landesgartenschau auch ihr 1250-jähriges Stadtjubiläum feiert.

    Konzept Daueranlage
    Das Grundgerüst des Ausstellungsgeländes bildet der großzügig einheitlich gestaltete See-Belt, der die unterschiedlichen Elemente der Stadt und des Freiraumes untereinander verbindet sowie Stadt und See miteinander verknüpft. Vielfältige Angebote für Spiel, Bewegung, Aufenthalt, Kommunikation und Gastronomie sind hier angeordnet. Diese Uferpromenade ist integraler Bestandteil des übergeordneten Rad- und Wandernetzes, sie erschließt die wichtigsten touristischen Angebote und Attraktionen. Sie spannt ihren Bogen vom landschaftlich geprägten Seeufer im Westen bis zum Stadtraum im Osten.

    Im Westen beginnt der See-Belt am zurückhaltend kontemplativ gestalteten Umfeld der Sylvesterkapelle. Lichte Baumgruppen geben den Blick auf den See und die erhöht liegende Terrasse mit der Kirche frei und stellen so diesen wichtigen Bezug her. Erschließung und Ausstattung sind entsprechend der historischen und sakralen Bedeutung dieses Bauwerks sehr zurückhaltend. Die Rasenflächen unter den Baumgruppen laden hier Einheimische und Besucher zum ruhigen Verweilen ein.

    Der Camping-Platz rückt aus Respekt von der Sylvesterkapelle ab und hält so viel Abstand zum Seeufer, dass ein breiter öffentlich nutzbarer Streifen entlang des Sees entsteht.
    Dessen Erschließung wird optimiert und die Ausstattung heutigen Bedürfnissen angepasst. Bei Variante 1 ist vorgesehen in den Bereich des Campingplatzes ein Jugendhaus, Flächen für Sport- und Bewegung, eine Liegewiese und einen Parkplatz einzuordnen. Bei Variante 2 werden während der Gartenschau Teile des Campingplatzes für temporäre und mobile Ausstellungsteile genutzt. In diesem Falle gliedern Gehölzgruppen und Pfade den Campingplatz und verbinden diesen mit dem Seeufer.

    Hieran schließt sich der Bereich des Bahnüberganges mit dem Beginn der neu verlegten Bahnhofsstraße an, hier entsteht ein dauerhafter Zugang zum See-Belt mit seinen Grünflächen.

    Das Pflanzenhaus ist in diesem Bereicht die gestalterische Antwort auf den nahen Molasefelsen. Es ist flexibel nutzbar, hat eine ganzjährig geöffnete Gastronomie mit einem Freisitz und kann für Konferenzen, Konzerte u. ä. genutzt werden. In der kalten Jahreszeit beherbergt das Pflanzenhaus die nicht winterharten Pflanzen der Stadt Überlingen.

    Durch die Verlegung der Bahnhofsstraße direkt an das Eisenbahngelände entsteht ein vielfältig nutzbarer Park am Bodenseeufer mit einem reichen Mosaik an extensiv und intensiv nutzbaren Flächen, während der Ausstellung sind hier die Ausstellungsflächen für thematischen Gärten.
    An der verlegten Bahnhofsstraße wird ein Teil der notwendigen Stellplätze angeordnet. Eine kleine Geländemauer in Form eines einseitigen „Ha-Ha” hält den Straßenverkehr und dessen Belastungen vom neuen Park fern ohne die Sichtbezüge auf den Bodensee zu beeinträchtigen.

    Die Alleepflanzungen entlang der Promenade und der Bahnhofsstraße gliedern und strukturieren diesen Bereich. Diese linearen Baumpflanzungen leiten über zu dem Abschnitt des See-Belts der nicht direkt am See liegt und der von der Villenstruktur geprägt wird.

    Zwischen dem Bahnhof Überlingen Therme und dem Bootshafen stellt ein neuer Platz die Verbindung zwischen der Eisenbahn und der Bodenseeschifffahrt wieder her und fördert so diese umweltverträglichen Verkehrsträger, hier befindet sich auch einer der Haupteingänge in die Gartenschau. Der einheitlich über die gesamte Platzfläche laufende Belag reicht vom Bahnhhofsgebäude bis zum Bootshafen am Bodensee. Diese Fläche ist vollständig schwerverkehrsbefahrbar und kann je nach Bedarf den jeweiligen Verkehrarten zugeordnet werden.

    Richtung Osten verläuft der See-Belt als großzügiger Fußweg an der Südseite der Bahnhofsstraße bis an die Ostseite des Standbades-West. Hier kehrt der See-Belt wieder an das Seeufer zurück und verläuft weiter im Verlauf der Bestandspromenade, die gemäß der übrigen Gestaltung des See-Belts zeitgemäß umgestaltet wird.

    Im weiteren Verlauf des See-Belts stellen immer wieder zeitgemäß gestaltete Grünflächen und Plätze die Verbindung zwischen Stadt und See her, wobei vorhandene Strukturen und Wege erhalten bleiben. Diese Grünflächen werden ihre Gestalt nicht verändern.

    Die innerstädtischen Bereiche werden intensiver gestaltet: Ein Dach aus geschnittenen Platanen schützt den Passaten vor Sonne, Wind und Wetter, ohne die Sichtbezüge zum See zu verdecken. In der innenstädtischen Struktur gelangt man über die mittelalterlichen Kulissen an das Wasser. Während die historischen Beläge von Straßen und Plätzen aus Granitpflaster erhalten werden, nimmt der See-Belt als Promenade dieses Material zeitgemäß in Form von glatten Plattenbelägen auf. Dieses ist die gestalterische Spange auf der gesamten Länge des See-Belts. Die glatten Granitplatten sind für Passanten und Radfahrer, insbesondere aber auch für mobiltätsbenachteiligte Menschen, besser benutzbar.

    Die denkmalgeschützen Ufermauern des Mantelhafens werden nicht verändert. Vorgelagerte schwimmende Pontos im Westeingang der Halbinsel ermöglichen den Zugang zum schwankenden Wasserspiegel des Bodensees.

    Das Kopfende des Hafens wird als großzügige Treppenanlage ausgeführt, die den Bezug und Zugang zum Wasser erleichtert. Hier können Besucher unter einem Baumdach aus Schnitt-Platanen am Wasser sitzen und dem Hafentreiben zusehen. Hier kann man sein Boot ohne weiteres einsetzen und gleichtzeitig die jahreszeitlichen Schwankungen des Wasserstandes des Bodensees verfolgen.

    Bezug zum Wasser
    Vorhande Bezüge und Zugänge zum Wasser werden erhalten und zeitgemäß herausgearbeitet, dieses sind Wassertreppen in den vielfältigsten Ausprägungen, die vorhängenden Stege und Schiffsanlagestellen. Zusätzlich werden bewegliche Pontons am Ufer für die Dauer der Gartenschau - und bei Bedarf daurüber hinaus - beweglich an Dalben angeordnet. Deren Lage und Anzahl kann je nach Bedarf variiert werden, es sind Bootsanlegestellen, Aufenthaltsflächen und auch schwimmende Gärten.

    Integration
    Der gesamte Verlauf des See-Belts orientiert sich an dem Seeniveau und ist damit relativ eben. Alle Seezugänge verfügen über barrierefreie Zugänge.

    Die Gestaltung ist offen ohne Angsträume und die Hauptwegeverbindungen sind beleuchtet.
    Die Spiel- und Bewegungsangebote umfassen Angebote für alle Altersgruppen, soziale Schichten und Geschlechter. Die unterschiedlichen Angebote werden nicht räumlich separiert.

    Verkehrskonzept
    Im Verlauf der verlegten Bahnhofsstraße und in einem Parkhaus im Bereich der Therme werden rund 225 KFZ-Stellplätze geschaffen. Das Parkhaus hat ein Untergeschoss und zwei Etagen mit jeweils 75 Kfz-Stellplätzen.
    Wendestellen für Busse, Bushaltestellen und Kurzzeit-Busparkplätze befinden sich im Bereich der Haupteingänge am Pflanzenhaus, Bahnhof und an der bestehenden Bushaltestelle am Landungsplatz. Während der Landesgartenschau bringen durchlaufende Bus-Shuttle die Besucher von den Außenparkplätzen zu der Gartenschau. Boots-Shuttle verbinden die einzelnen Ausstellungsteile unter einander sowie mit der Stadt und dem Umland.

    Gartenschau
    Das Gelände der Gartenschau ist über zwei Haupteingänge zugänglich: Am Pflanzenhaus mit dem Grünen Markt und am Bahnhof Überlingen Therme.
    Alle Präsentationsflächen liegen entlang des See-Belts und präsentieren sich durch das ansteigende Gelände dem Betrachter auf der Promenade.
    Im Bereich um die Sylvesterkapelle wird das Thema Friedhofskultur und Bildhauerkunst präsentiert.
    Im Bereich der Villenbebauung werden Rosen und Stauden als urbanes Grün präsentiert. Der Schwerpunkt der Wechselausstellungen befindet sich am Pflanzenhaus. Innerhalb des Pflanzenhauses werden während des Ausstellungssommers wechselnde Ausstellungen, z.B. zu Floristik und Zimmerpflanzen, Kongresse und Konvente stattfinden. Hier befindet sich auch ein gastronomischer Schwerpunkt.
    Rund um das Pflanzenhaus, das auch als Blumenmarkthalle fungiert, gruppiert sich der „Grüne-Markt”, auf dem Blumen und Gemüse aus gärtnerischer Produktion der Region verkauft werden.
    Weiter Richtung Westen folgen die Themen Baumschule, Kleingarten und nachwachsende Rohstoffe.
    Der Östlichen Abschnitt des See-Belts ist urbaner, hier befinden sich u.a. urbane Grünräume und Gärten zu den Themen „Urban-Farming”, „Slow-Food”, „Grüne Wände” und „Grüne Dächer”.
    In den historischen Befestigungsanlagen werden die Themen historische Gärten und „Archäophyten” (Gärtnerei in Europa vor der Entdeckung der „Neuen Welt”) präsentiert. Im Bereich um den Mantelhafen werden die Themen Pflanzen aus der Neuen Welt („Neophyten”) und mobiles Grün vorgestellt.

    Die bereits genannten schwimmenden Pontos schaffen während der Ausstellungzeit weitere Zugänge zum Wasser und eröffnen die vielfältigen Möglichkeiten des Bodensees für alle Einwohner und Besucher.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Park wird als ein großes grünes Band begriffen, das durch verschiedene Plätze akzentuiert wird. Dieser Gedanke kann im Einzelnen nicht überzeugen. Die Plätze bilden vielleicht an der Uferkante interessante Aufenthaltbereiche, enden aber andererseits völlig unmotiviert an der Strasse und den Parkplätzen. Der stark farbige Belag der Promenade wirkt aufgesetzt und zu dominant. Falsch und mit dem Denkmalschutz nicht vereinbar ist die Gestaltung des Mantelhafens mit beiseitigen steinernen Plätzen.


INFO-BOX

Angelegt am 29.10.2012, 11:58
Zuletzt aktualisiert 09.01.2019, 16:58
Beitrags-ID 4-59864
Seitenaufrufe 185

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