loading
  • DE-50679 Köln
  • 10/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-94553)

Neubau Gesamtschule Nippes


  • Anerkennung

    Perspektive Pausenhof

    Architekten
    E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten ETH BSA SIA AG, Zürich (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    TGA-Fachplaner: Todt Gmür + Partner AG, Zürich (CH)
    Verkehrsplaner: IBV Hüsler AG, Zürich (CH)
    Landschaftsarchitekten: vetschpartner Landschaftsarchitekten AG, Zürich (CH)

    Erläuterungstext
    „Eine Schule in einem angrenzenden Naturschutzgebiet zu erstellen, ist Chance und Herausforderung zugleich. Die unmittelbare Nähe zur Natur stellt heute einen didaktisch fast einzigartigen Kontext dar."


    Deshalb gilt es, eine Schule zu entwickeln, die mit dieser Situation baulich respektvoll und gleichzeitig ressourceneffizient umgeht: Die Parklandschaft mit ihrem konzentrierten Baumbestand rahmt das Schulareal, rückt es von der Gartenstadt Nord ab und macht es zu einem Ort großer Ausdruckskraft. Wir schlagen vor, die so entstehende Lichtung mit einem möglichst kompakten Solitär zu besetzen: Auf diese Weise entstehen nicht nur optimal besonnte Pausenflächen von großer Tiefe, sondern auch Freiräume, die mit der bewaldeten Grenze des Schulareals kommunizieren. Gefasst werden sie von einem mäandrierenden Heckenband entlang der Bäume, das einen in der Tiefe wirkenden Abschluss erzeugt. In die Hecke eingelassene „Fenster“ schaffen Witterungsschutz und öffnen den Blick zwischen dem Innen- und dem Außenraum.

    Der fast quadratische Baukörper orientiert sich in Höhe und Proportionen am umliegenden Baumbestand: Mit einer Firsthöhe von maximal 24 Meter ordnet sich das Dach in die Höhenentwicklung der heutigen Baumkronen ein. In deren Schatten definieren fließende Hartbelag- und Kiesflächen offene Spielzonen und geschützte Aufenthaltsnischen. Unter dem Schulhof befindet sich die Sporthalle, die über Oberlichter intensiv mit Tageslicht versorgt wird. Sie dienen zugleich als Sitzmöbel und machen den Platz vor dem Haupteingang zu einem Treffpunkt von hoher Aufenthaltsqualität.

    Die derzeit unbefriedigende Anbindung mit dem ÖPNV wird verbessert, indem die Schulbusse bis zur neuen Haltestelle an der Longericher Straße fahren. Die Straße dient als zentrale Anbindung für Fußgänger, Radfahrer, Anlieferung und MIV. Für den MIV bestehen Stellplätze entlang der Straße. Die Gestaltung des Straßenquerschnitts reagiert auf die tageszeitabhängige Belegung der Stellplätze und erlaubt es, zu jeder Zeit optimale Bedingungen anzubieten: Bei „normaler“ Schulnutzung sind nur die ca. 45 „Kern-“Stellplätze auf der südlichen Seite der Straße belegt; den Fußgängern steht auf der anderen Seite ein großzügiger Bürgersteig von 4,5 m Breite zur Verfügung


    „Im Erdgeschoss entwickelt sich die Gesamtschule um ein Forum, das fliessende Raumbezüge von Aula, Mensa, Mediathek und Foyer ermöglicht. Damit entsteht von Beginn an eine vielfältig bespielbare Lernlandschaft'"


    Sie erhält eine intensive Anbindung nach Außen und wird in den weiteren Geschossen fortgeführt. Strukturiert wird das Forum von den beiden Haupttreppenanlagen, deren Treppenpodeste sich als mehrseitig orientierbare Tribüne nutzen lassen und die Inszenierung von Veranstaltungen einfach und mit geringem Aufwand ermöglichen.

    Zwei großzügige Atrien belichten die direkt mit ihnen verbundenen Gruppenraume ebenso wie die zentralen Bereiche der Schule optimal. Auf diese Weise versorgen sie die vertikale Erschließung mit natürlichem Licht. Ihre transparente Ausgestaltung macht sie zu „Lernnischen“, welche die Erschließungsflächen räumlich aufwerten. Dagegen wird die horizontale Erschließung innerhalb des Geschosses nicht als Durchgang für andere konzipiert, sondern als Zieldestination. Damit erhält jedes Klassenzimmer einen Vorraum, der den Schülern als „Ort“ vertraut ist und nicht von Dritten durchschritten wird. Im obersten Geschoss verleiht das zur Gebäudemitte hin schräg abfallende Dach den dort angeordneten Räumen für Kunst und Werken eine atelierähnliche Atmosphäre.

    Durch die kompakte und geradlinige Gebäudestruktur sowie der klaren Funktionstrennung von Primär-, Sekundär- und Tertiärstruktur wird der Materialaufwand minimiert. Für Rohbau, Fassade und Dämmung einheimische oder natürlich nachwachsende Rohstoffe verwendet, um den Bedarf des Gebäudes an Grauer Energie zu minimieren und den Passivhaus-Standard zu erfüllen. Alle Verkleidungen und Dämmungen werden mechanisch befestigt, sodass sie sortenrein ausgebaut werden können.


    „Mit der kompakten Gebäudeform werden die Voraussetzungen für einen minimalen Energiebedarf geschaffen."


    Die gesamte Gebäudehülle besteht aus einer in glasfaserverstärktem Recyclingbeton gefertigten vorgehängten Struktur, in deren Ausfachungen sich 3-fach-Wärmeschutzverglasungen und ökologisch hochwertigen, vorgefertigte Holzmodule als Brüstungselemente befinden, welche entlang der Fensterfronten in die Arbeitsflächen integriert sind.

    Im Sommer verhindert der außenliegende Sonnenschutz vor den Fensteröffnungen einen unerwünschten Wärmeeintrag außerhalb der Heizperiode. Indem die aktivierbaren Bauteilmassen im Innenraum überwiegend frei gehalten werden, lässt sich die Wärme/Kälte optimal speichern. Dadurch können Spitzenlasten bei Temperatur und Feuchte sowohl im Winter wie auch im Sommer gebrochen werden. Eine Regenwasser-Grauwasser-Nutzung schont die natürlichen Ressourcen, der gesamte Primärenergiebedarf wird durch erneuerbare Energieträger abgedeckt: Das Resultat ist ein Zero Energy Building.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 30.10.2012, 09:50
Zuletzt aktualisiert 06.12.2012, 17:37
Beitrags-ID 4-59897
Seitenaufrufe 881