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  • 1. Preis


    Architekten
    ATELIER 30, Kassel (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Ole Creutzig , Thomas Fischer

    Mitarbeit
    Yunus Coskun, Anna-Lena Sali-Raida, Anika Schmidt, Lisa-Maria Helfrich

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: MANN LANDSCHAFTSARCHITEKTUR, Fulda (DE)

    Erläuterungstext
    A) Die neue Campus Mitte und die Vernetzung der Hochschule
    Unter Berücksichtigung des Bestandes wird ein neuer zentraler Campus am Kreuzungspunkt der Hauptfußgängerwege entwickelt. Dieser bildet künftig als Schnittpunkt aller wesentlichen Sichtachsen das erlebbare Zentrum, bzw. die gute Adresse innerhalb des Hochschulareals der Georg-Simon-Ohm- Hochschule für angewandte Wissenschaften in Nürnberg.
    Heimisches Sandsteinpflaster bildet dabei die Platzfläche für die neue Campusmitte, in welcher eine unbeschnittene, schattenspendende Platane als Solitärbepflanzung ruht. Angrenzend an diesem Platz vermitteln tribühnenartige Sitzstufen, eine Rampe sowie eine Treppenanlage zwischen den vorhandenen Niveauunterschieden auf dem Gelände. Bei schönen Sommertagen oder Veranstaltungen wird diese bauliche Anlage zum kommunikativen Zentrum und bildet das Rückgrat des Campusplatzes. Für eine einheitliche Wahrnehmung der Wege werden die bereits auf dem Gelände bestehenden Betonsteinplatten bis an die neuen Platzränder angepasst. Des Weiteren wird eine wegbegleitende Bepflanzung aus Hainbuchen, Sitzbänken und Fahrradabstellmöglichkeiten entlang der inneren Haupterschließungsachse vorgeschlagen. Zu Gunsten dieser großzügigen und offenen, promenadenartigen Erschließung wird auf ein weitere überdachte Fußgängerverbindung verzichtet.

    B) Räumliche Bezüge und die Ergänzung bestehender Typologien
    Die bestehende bauliche Struktur im Süden des Wettbewerbsgrundstückes ist durch eine kammartige Orientierung geprägt, welche auf das Prinzregentenufer mit seinem Straßenbegleitenden und hochkronigen Baumbestand verweist. Den räumlichen nördlichen Abschluss bildet dabei der lange Riegel des KA-Gebäudes. Der südliche städtebauliche Rhythmus wird auch bei der Neubebauung des Informationszentrums durch den 1. Bauabschnitt der Bibliothek und den 2. Bauabschnitt des Rechenzentrums aufgenommen, bzw. fügt sich die Neubebauung dadurch selbstverständlich in die Typologie des Bestandes ein. Neben den entstehenden räumlichen Bezügen und Blickbeziehungen zu den Grünräumen, dienen die entstehenden Zwischenräume zur Anlieferung, Erschließung der Tiefgarage sowie zur fußläufigen Anbindung an den Campus.

    C) Die Körnigkeit des Straßenraums und die Maßstäblichkeit des Bestandes
    Bei der Abwicklung des gesamten Straßenraumes entlang des Prinzregentenufers vermittelt sich nicht das Bild einer geschlossenen Straßenbegleitenden Bebauung, sondern der Eindruck einer offenen Bebauung mit einzelnen Baukörpern aus unterschiedlichen Zeitabschnitten. Aus diesem Kanon heraus entwickelt sich auch das neue Informationszentrum. Durch die differenzierte Höhenentwicklung und einem Versprung in der Gebäudeflucht zwischen Bibliothek und Rechenzentrum wird der Körnigkeit des Bestandes und der Maßstäblichkeit zwischen Neubebauung und der bestehenden Neoklassizistischen Villenbebauung Rechnung getragen. Die historische Einfriedung wird dabei erhalten und in die Neuplanung mit einbezogen. Des Weiteren ist eine Begrünung mit hochkronige Bäumen vorgesehen, die dem entstehenden Vorbereich zwischen Neubau und Straße gewidmet ist.

    D) Die räumliche Verzahnung – Bezüge des Informationszentrums zum Campus und den bestehenden Grünbezügen
    Der zentrale Campusplatz definiert die neue Mitte am Schnittpunkt zwischen Mensateria, des KA-Gebäudes und der künftigen Verwaltung in der Neoklassizistischen Villenbebauung. Zu diesem Platz ist auch der zentrale Haupteingang des Informationszentrums mit seinen gemeinschaftlichen Nutzungen für Bibliothek und Rechenzentrum ausgerichtet. Über eine großzügige Treppenanlage mit hellem Oberlicht innerhalb des Bibliotheksbaukörpers erfolgt die weitere Erschließung in die Geschosse. Im ersten Obergeschoss öffnet sich dabei, dem Treppenlauf folgend, auch der Grundriss im Bereich der Arbeitsplätze durch einen größeren Glasflächenanteil hin zum Prinzregentenufer. Je nach Anordnung der Einzelarbeitsplätze in den weiteren Obergeschossen haben diese ebenfalls spannende Blickbeziehungen zum Campus oder zu den bestehenden Grünzügen hin zur Pegnitz.

    E) Architektur und funktionale Abläufe des Informationszentrums
    Eingang / Foyer / gemeinsamer öffentlicher Bereich
    Der Haupteingang ist vom zentralen Campusplatz aus erreichbar. Das Foyer verbindet sowohl die Bibliothek, als auch den Baustein des Rechenzentrums zum Informationszentrum. Im Foyer sind die gemeinsamen Bereiche wie Garderobe, WC-Anlagen, Schulungsraum angeordnet. Außerhalb des geschützten Bibliotheksbereiches gelangt der Besucher hier auch zur Buchrückgabe und den OPAC- Computer- Terminals zur Erstrecherche.

    Bibliothek / geschützter Bereich
    Nach Durchschreiten der Buchsicherungsschleuse gelangt der Besucher in den geschützten Eingangs- und Informationsbereich / Benutzungs- und Medienbereich der Bibliothek.
    Die Theke der Ausleihe / Fernleihe ist zentral im Zugangsbereich der Bibliothek angeordnet. Über die seitlich angeordneten Treppenhäuser mit dem internen Aufzug ist die Bibliotheksverwaltung und der Mitarbeiterbereich direkt an die Ausleihe angebunden. Weiterhin liegen hier u.a. die Bereiche für Selbstverbuchung, PC-Arbeitsplätze, die Medienbereitstellung und der Reproraum.
    Neben der Funktion als Informationsforum ist der Zugangsbereich ein Raum für Kommunikation und Zusammentreffen innerhalb der Bibliothek.
    Aufgrund der funktionalen inneren Organisation und der klaren Erschließung über den zentralen Luftraum ist die Orientierung im Gebäude einfach.

    Die Grundrisse sind klar zoniert und bieten ein hohes Maß an Flexibilität.
    Die Lese- / PC-Arbeitsplätze sind dezentral angeordnet. Die Benutzerarbeitsplätze innerhalb des Freihandbereiches, die abgeschlossenen Arbeitsräume für Gruppen und Einzelpersonen bieten ein breites Spektrum an Lese- und Arbeitsplatztypen.
    Die Arbeitsbereiche öffnen sich dabei nach außen und zum zentralen Campus.

    Somit zeigt das vorgeschlagene Konzept ein Haus, das sowohl als Lern- und Arbeitsort, als auch als Ort der Begegnung und Kommunikation funktioniert.

    Rechenzentrum
    Der interne Bereich des Rechenzentrums ist direkt vom gemeinsamen Foyer aus erreichbar. Im Zugangsbereich des Rechenzentrums befinden sich die zentrale Information, Poststelle, Garderobe und Wickelraum.
    Die Labore liegen gut auffindbar angeordnet in den Obergeschossen, Bibliothek und Rechenzentrum sind intern im 1. Obergeschoss miteinander verbunden. Somit sind die gemeinsam genutzten Bereiche und Räume für beide Nutzungsbereiche nutzbar. Die Verwaltung des Rechenzentrums ist im 3. OG angeordnet.

    Konstruktion
    Die Konstruktion des Gebäudes basiert auf einem Konstruktionsraster von 8,00 m und 4,80 m. Die Geschossdecken sollen als unterzugfreie punktgehaltene STB-Flachdecken hergestellt werden.
    Die Aussteifung des Gebäudes erfolgt durch die Geschossdecken, über Wandscheiben und die Treppenhauskerne.
    Das Fassaden- / Ausbauraster beträgt 1,60 m und ermöglicht flexible Nutzungsveränderungen und Raumaufteilungen.
    Die Fassadengestaltung, kann im vorhandenen Raster den Tageslichtanforderungen in den unterschiedlichen Funktionsbereichen entsprechend gestaltet werden.
    Bei der Planung wurde berücksichtigt, dass die Bodenplatte des Untergeschosses oberhalb des Grundwasserstandes angeordnet ist. Vorsorglich sollte für die Herstellung des Untergeschosses eine Abdichtung gegen drückendes Wasser gem. DIN 18195/ Teil 6 vorgesehen werden.

    Die Herstellung von Bibliothek und Rechenzentrum in zwei Bauabschnitten ist problemlos umsetzbar. Die Bauteile sind konstruktiv eigenständig geplant. Die räumlichen Verbindungen beider Bauteile im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss werden so ausgeführt, dass unterschiedliche Bauteilbewegungen und Setzungen aufgenommen werden.

    Fassade und Materialität
    Die Fassade zeigt ein feines Netz aus Natursteinstelen- und riegeln (heller, homogener, Sandstein), die im Fassaden- / Ausbauraster von 1,60m mit hoher Präzision auf die Gebäude gelegt sind.
    In der zweiten Fassadenschicht sind die „Gefache“, je nach Tageslichtbedarf der dahinterliegenden Nutzungsbereiche mit einem kräftigen, roten, dunklen Sandstein mehr oder weniger geschlossen.
    So entsteht mit dem Wechsel der Materialitäten und Schichten der Fassade ein feinsinniges Erscheinungsbild der Häuser, dass sich sensibel und dennoch selbstbewusst in den Kontext der vorhandenen Hochschulgebäude einfügt und als markanter Neubau auf die Strukturänderungen im Campuszentrum hinweißt.
    Über die großzügiger geöffneten Fassaden im Bereich der Lese- und Arbeitsplätze sind Einblicke in die Gebäude möglich, die die Präsenz und das Arbeiten in der Hochschule nach außen hin wahrnehmbar machen.
    Die Fassade erhält einen außenliegenden Sonnenschutz, der verdeckt in die Natursteinverkleidung integriert wird.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 31.10.2012, 15:05
Zuletzt aktualisiert 10.04.2014, 15:40
Beitrags-ID 4-60001
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