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  • DE-58636 Iserlohn
  • 10/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-112964)

Lennepromenade Iserlohn – Letmathe


  • Ankauf

    Perspektive Lenneufer

    Landschaftsarchitekten
    scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Matthias Funk , Hiltrud Maria Lintel

    Mitarbeit
    Sebastian Schleithoff, Ben Zemke, Stefanie Trobisch, Lars Uebel

    Erläuterungstext
    Landschaftsarchitektonischer Wettbewerb Lenne-Promenade in Iserlohn-Letmathe


    Konzept

    Die Umsetzung des Projektes Lenneschiene eröffnet außergewöhnliche städtebaulich-freiraumplanerische Perspektiven für die Entwicklung des Lenneufers und eine Neuorientierung des Ortskerns Iserlohn-Letmathe ans Wasser. Ziel des Entwurfes ist es, die Lenne wieder sicht- und erfahrbar und das Element Wasser aufs Neue erlebbar zu machen. Es entstehen attraktive Promenier- und Aufenthaltsräume: Das Lenne-Ufer wird zur Wanderroute und Erlebnisraum am Fluss und Nahtstelle zwischen Letmathe und Genna. Außerhalb des Ortkernes wird die Lenneroute als überregionaler Fahrrad- und Wanderweg in die Uferlandschaft fortgesetzt. Weite Blickbeziehungen auf die Lenne wechseln sich ab mit spannenden Aufenthalts- und Rastmöglichkeiten am Wasser. Eine einheitliche Material- und Ausstattungsqualität mit einer punktuellen deutlichen Akzentuierung der Flusslandschaft unterstützt das Konzept.


    Lennepromenade und Landschaftsfenster

    Im östlichen Plangebiet erfolgt die Führung der Lennepromenade als durchgehende Rad- und Fußwegverbindung (B= ca. 2,60m) auf dem unteren Uferniveau im direkten Erlebnis- und Kontaktbereich zum Wasser. Im westlichen Uferbereich wird der Hauptfahrradwanderweg aufgrund der recht steilen und stark bewaldeten Ufer mittels einer bequemen Rampe auf das Niveau des Lennedammes geführt und dort von einer Baumreihe begleitet. Parallel dazu kann von einem schmalen am Wasser geführter Ufersteg (B= ca. 1,50 m) das Lenneufer erwandert und erlebt werden. Beide Wegealternativen treffen auf Höhe der Luisenbrücke wieder zusammen, von wo aus die Lenneroute über die Brücke auf das südliche Ufer umgelenkt und fortgeführt wird.

    Aus dem Ortskern heraus wird in Verlängerung der Hauptblickbeziehungen die Uferbewaldung punktuell vorsichtig aufgelichtet, so dass sich immer wieder neue Ausblicke auf die Lenne ergeben. Drei extensiv gestaltete Uferplätze, die „Landschaftsfenster“, schaffen Aufenthaltsorte am Wasser und verklammern die Stadt mit dem Ufer der Lenne. Ein wiedererkennbarer Rahmen umschließt jeweils einen mit wassergebundener Decke belegten Platzbereich, von dem sich Blicke auf das Wasser öffnen. Einfache Bankelemente laden zum Verweilen ein. Je nach topographischer Lage des „Landschaftsfensters“ wird der Rahmen teilweise als Stützmauer ausgebildet, um den Platz in die vorhandene Höhensituation einzupassen. Der uferseitige Platzteil führt als multifunktionale Wiesenfläche bis an das Wasser heran. Eingelegten Sitzblockstufen, Picknick- und Spielangebote ergänzen die Uferplätze und schaffen attraktive Rastmöglichkeiten für Radwanderer und Spaziergänger.

    Die Grünfächen Fingerhutsmühle, am Lennedamm und an der Hagener Straße werden durch ein Plattenband bzw. wo notwendig durch Mauerelemente neu gefasst und zu „städtischen Inseln in der Flusslandschaft“. Ihre bewusst zurückhaltende Gestaltung als Wiesenflächen mit einzelnen Bäumen reagiert auf die vorhandenen Restriktionen (Regenrückhalteanlagen, Topographie) und bindet die vorhandenen Parkplätze zum großen Teil mit ein.

    Brückenfenster und Uferterrasse

    Der zentrale Uferraum zwischen Bahnhofsbrücke und Lennebrücke Gennaer Straße wird zur Klammer zwischen Letmathe und Genna und zum zentralen Ort am Wasser. Die zwei Brücken werden als Brückenpromenaden als Orte des Flanierens und des Aufenthalts über dem Wasser neu definiert. Eine einheitliche Pflasterung und die Verwendung eines einhheitlichen Möbel- und Ausstattungssystems schaffen neue Qualitäten. Die Anbindung nach Norden und Süden erfolgt über großzügige Entreesituationen. Der abgesehen von den Hauptverkehrsachsen ebenengleich ausgebaute Straßenraum wird als Mischprofil ausgebildet und ermöglicht eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer. Linienhafte Elemente wie Grasbänder oder Sitzmauern leiten die aus Richtung Innenstadt oder Bahnhof kommenden Besucher zum Wasser. Das Nordufer wird bewusst städtisch ausgeprägt. Das Lenne-Café und zwei vorgelagerte Treppen verbinden das Niveau des Lennedammes mit der unteren Uferterasse.






    Materialien und Licht

    Die vorgegebene Bündelung und Lenkung des Verkehrs ermöglicht neue Spielräume für die Verkehrsführung und Stadtraumgestaltung: Der ebenengleich ausgebaute Straßenraum wird als Mischprofil ausgebildet und ermöglicht eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer. Die schmale, 3,50m breite, durch Pflasterbänder markierte Hauptfahrspur mit bei im Bedarfsfall überfahrbaren Seitenräumen, erfordert in Anlehnung an das Konzept des shared space die gegenseitige Rücksichtnahme. Entlang der Fahrspur werden Längsparkplätze angeordnet. Der Bushaltepunkt wird auf den östlichen Platz des heutigen Finanzamtes verlegt. Eine durchgängige Baumreihe begleitet den leicht vertieft gelegenen Henne-Boulevard. Die flachen Stufen bilden eine subtile Grenze zwischen der Uferpromenade und dem Straßenraum, gleichzeitig dienen sie als attraktiver Sitz- und Aufenthaltsbereich am Wasser. Rampen an den Einstiegspunkten und jeweils in der Mitte der Ufertreppe sorgen für eine durchgängige Barrierefreiheit in den Laufachsen. Ein über Stufen erreichbares, ca.1 m über dem Wasser gelegenes, öffentliches Uferdeck ermöglicht den Aufenthalt im direkten Kontaktbereich zum Wasser. Ein weiteres, auf dem Niveau des Boulevards angeordnetes Holzdeck, verbessert die Zugänglichkeit östlich der Henne.




    Die Henne-Brücke wird zum verbindenden Gelenkpunkt in der Platzsequenz Sparkassenvorplatz / Winziger-Platz / Von-Stephan-Straße. Die Plätze werden zu Kristallisationspunkten des öffentlichen Lebens: In Anlehnung an den vorhandenen Baumbestand auf dem Platz an der Von-Stephan-Straße wird auch der Winziger Platz durch ein lichtes Baumdach überstellt und zum repräsentativen, lebendigen Vorfeld der Stadthalle. Ein Wasserband und Kinderspielmöglichkeiten laden zum Verweilen ein. Von hier aus weisen Baumreihen den Weg ans Wasser und verknüpfen die innerstädtische Platzsequenz auf Höhe der Stadthalle mit dem Ruhrufer und der Ruhr-Promenade.




    688754

    Ruhr-Promenade / Ruhrbrücke

    Die Ruhr-Promenade wird zum Entree und Aushängeschild für die Innenstadt Meschedes: Eine Eschen-Allee bildet eine neue grüne Stadtkante zur Ruhr und schafft eine durchgehende, attraktive Flanier- und Fahrradmeile am Wasser. Die nördlich der Fritz-Honsel-Straße geführte breite Uferpromenade ermöglicht weite Ausblicke auf die Flusslandschaft; Aufenthaltsmöglichkeiten und Rastmöglichkeiten am Wasser begleiten sie. Die nahe der Ruhrbrücke gelegene Grünfläche wird zum kleinen Uferpark: Robuste Sitzstufen und ein Holzpodest (Anordnung unter Berücksichtigung des Hochwasserdurchstromprofils) führen zum Wasser. Schatzsucher und Kinder können auf wackelnden Spielpodesten Seeluft schnuppern. Der vorhandene Baumbestand wird als Qualität gesehen und erhalten. Die Ruhrbrücke wird zum linearen Platz über der Ruhr. Großzügige Bänke bieten dort Aussichts- und Ruhemöglichkeiten. Im Norden und Süden befinden sich großzügige Auftaktplätze, die zum Vermittler zwischen Stadt- und Flusslandschaft werden.
    Bei der zukünftigen Nutzung einer Neubebauung auf dem Grundstück des Finanzamtes könnte neben Einzelhandel und Dienst-leistungseinrichtungen, ein gastronomischer Schwerpunkt das Stadtbild an der Ruhr-Promenade beleben und die Attraktivität für Fahrradtouristen steigern.

    Materialität

    Der Entwurf beschränkt sich auf wenige aber dauerhafte Materialien. Die Wege- und Straßenbeläge sollen in einem hochwertigen Betonsteinpflaster, der Promenadenbereich an der Henne in wassergebundener Decke ausgeführt werden. Helle Pflasterbänder und Flachborde betonen und zonieren den Straßenraum und geben dem Fahrverkehr Orientierung. Für die Stadtmöbel soll vorrangig Holz eingesetzt werden.

    Ausstattung, Beleuchtung

    Der öffentliche Raum soll eine neue, einheitliche Möblierung erhalten. Um Aufenthaltsmöglichkeiten zu schaffen, wird eine Familie von Holzbänken gestaltet, die sowohl als Sitzauflagen im Bereich der Ufertreppe als auch als eigenständige Holzbänke mit oder ohne Rückenlehne verwendet werden kann. Die Möbelfamilie lässt sich flexibel im weiteren Verlauf des Henne-Boulevards Richtung Hennesee einsetzen. Im Uferpark laden Sitzstufen und ein Holzdeck zum Betrachten des Wassers ein.

    Die Beleuchtungskörper sollen ebenfalls ein einheitliches Bild aufweisen: Die Linearität des Henne-Boulevards wird durch Lichtstelen betont. In den Straßenräumen und entlang der Ruhrpromenade werden Mastleuchten mit einer niedrigen Lichtpunkthöhe verwendet. Bodenstrahler leuchten die Baumdächer auf den Platzflächen stimmungsvoll aus. Zusätzlich akzentuieren Bodenstrahler einzelne Bäume und wichtige Gebäude. Der Flusslauf der Henne wird durch „leuchtende Kiesel“ im Flussbett und die Ausleuchtung der historischen Ufermauern künstlerisch in Szene gesetzt und sorgt für eine attraktive Inszenierung des Wassers in den Nacht- und Abendstunden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.