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  • ein 2. Preis

    Ein 2. Preis; Planergruppe GmbH Oberhausen

    Landschaftsarchitekten
    Planergruppe GmbH Oberhausen, Essen (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    2.500 EUR

    Erläuterungstext
    Grundlage für die Umgestaltung der Unteren Hauptstraße und dem Platz "Entenpfuhl" bildet das "Integrierte Entwicklungskonzept City 2013" für die Solinger Innenstadt. Der Stadtplatz "Entenpfuhl" bildet das Eingangstor zur Fußgängerzone "Untere Hauptstraße" und in den gesamten fußläufigen Innenstadtbereich. Mit dem neuen Einkaufszentrum am Neumarkt werden sich die "Lauf- und Kaufströme" jedoch weiter von der "Unteren Hauptstraße" entfernen: die "Untere Hauptstraße" wird damit noch stärker als bisher im Schatten von Shoppingaktivitäten liegen. Diese absehbare Entwicklung bietet gleichzeitig die Chance, das Quartier um den "Entenpfuhl" und die "Untere Hauptstraße" neu auszurichten:
    - Förderung von qualitätvollem Wohnen in der Innenstadt
    - Verstärkung der Läden mit Beratungsfunktion
    - Ansiedlung von Showrooms Solinger Spezialfirmen
    - Zwischennutzung von Ladenlokalen als Ausstellungsräume und kleine Galerien für regionale Künstler.

    Das eröffnet die Chance, den Stadtplatz "Entenpfuhl" nicht nur als Eingangspforte zur Innenstadt zu begreifen, sondern ihn eher als "Gelenk" zwischen der steinernen Innenstadt und dem Stadtpark in der grünen Südstadt zu sehen. Vor diesem Hintergrund erscheint es plausibel, die "Untere Hauptstraße" und den "Entenpfuhl" deutlich grüner zu gestalten.

    Die vorhandenen, eher isoliert stehenden Bäume werden optisch und funktional zu langgestreckten grünen Inseln zusammengefasst, so dass ihre Standortbedingungen verbessert werden. Die vorhandenen Blumeneschen bilden das schattenspendende Laubdach. Das darunter liegende Grün wird aus flächig wachsendem Buchsbaum gebildet, der uhrglasförmig auf eine Höhe von ca. 50cm getrimmt wird. In dieser leicht gewölbten, immergrünen Fläche "rollen" große und kleine Buchsbaumkugeln die Straße vom Fühlstein hinunter zum Entenpfuhl. Die grünen Inseln werden im Bereich der Geschäftseingänge unterbrochen. Auf den befestigten Flächen werden Ruhebänke und Spielanlässe (z.B. eine Meute Füchse, die hinunter zum Entenpfuhl jagen) integriert.

    Das Umgestaltungskonzept ist behutsam formuliert, nimmt vorhandene Strukturen auf, verstärkt sie zu "mehr Grün", belässt das vorhandene Pflaster gestaltet es aber deutlich zurückhaltender, indem die Rasterung aus hellen Betonsteinen zurückgebaut wird. Der Randstreifen zu den Gebäuden mit den Kellerschächten, Eingängen usw. wird mit Granitkleinpflaster wie in der Oberen Hauptstraße ausgepflastert.

    Der Stadtplatz Entenpfuhl, der auf seiner ganzen Länge nur einen relativ geringen Höhenunterschied aufweist (0,60 m, dies entspricht einem Gefälle von ca. 2 %), erhält eine neue gestalterisch formulierte Zonierung und zusätzliches transparentes Grün. Die grünen Inseln der Unteren Hauptstraße werden gestalterisch aufgenommen und erhalten einen deutlichen Endpunkt im Platzgefüge, indem das vorhandene Pflaster mit einem homogenen hellen Material (Asphalt mit Epoxit gebundener, granitfarbener Abstreu) versehen wird.
    Die vorhandenen Bäume stehen in dieser neuen hellen Fläche und werden durch mehrstämmige Felsenbirnen ergänzt. Die räumliche Fassung des Platzes wird durch die transparente Baumkulisse formuliert ohne die Platzfläche zu den umgebenden Straßen und den anschließenden Gebäudekanten optisch abzuriegeln.
    Der Entenpfuhl erhält durch diese Baumkulisse einen intimen Charakter, bleibt aber aufgrund seiner transparenten Gestaltung ein offener Raum, der sowohl den Eingang zum Fußgängerbereich der Innenstadt, als auch den Verknüpfungspunkt der Platzabfolge zum Südpark der grünen Südstadt bildet. Optischer Mittelpunkt des Stadtplatzes ist ein flacher, kreisrunder, ca. sechs Meter großer Wasserspiegel aus Gussasphalt. Ein Wassersprudel führt an heißen Sommertagen genügend Wasser zu, so dass der Wasserspiegel zum Spielplatz wird.

    Die Gebäudekanten am "Werwolf" und am "Ufergarten" liefern die architektonische Platzbegrenzung. Hier im Gehwegbereich wiederholt sich das gleiche anthrazitfarbene Betonpflaster wie auf dem Platz. Es wird lediglich durch die Verkehrsflächen der Straße unterbrochen.

    Die Umgestaltung des Fußgängerbereichs "Untere Hauptstraße" mit dem Stadtplatz Entenpfuhl zielt darauf ab, "mehr Grün" in das städtische Umfeld zu transportieren. Diese deutliche optische Veränderung von einer klassischen, fußläufigen Einkaufszone zu einem grünen, wohnungsnahen Aufenthaltsraum mit vielfältigen Spielanlässen, soll auch als Auftakt zu einer langfristigen Veränderung des gesamten Quartiers verstanden werden. Ein realistisches Ziel ist die Verbesserung der Wohnsituation durch Bereitstellung von nutzbaren Außenräumen in den rückwärtigen Höfen, durch Balkone, Dachgärten oder Freisitze bei gleichzeitiger Verbesserung der Durchwegung und Anbindung. Gestützt werden solche Maßnahmen durch eine Aufwertung der vielen 1950er Jahre Fassaden (Fassadenprogramm, Rückbau von großflächigen Werbeanlagen).
    Mit Spielanlässen, neuen Ruhe- und Sitzbereichen, den grünen Inseln und einer zusätzlich gezielten Beleuchtung der robusten Bepflanzung aus flächigem, geschnittenem Buchsbaum, den Buchsbaumkugeln, den Felsenbirnen und den vorhandenen Blumeneschen werden die Aufenthaltsqualität und die Nutzungsmöglichkeit der „Unteren Hauptstraße“ verbessert. Diese Interventionen stützen nachhaltig das Ziel von hochwertigem Wohnen in der Innenstadt.

    Die neue Qualität des Viertels sollte sich auch in der Möblierung der Außengastronomie ausdrücken: Einbauten und Abschirmungen im öffentlichen Raum sollen nicht gestattet werden – das Mobiliar sollte das Flair der 1950er Jahre aufnehmen bzw. neu interpretieren, wie Korbstühle, -sessel und -tische, Sonnenschirme sollen einen hellen Stoff erhalten.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 16.11.2012, 17:44
Zuletzt aktualisiert 19.11.2012, 16:23
Beitrags-ID 4-60546
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