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  • ein 3. Preis

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    Landschaftsarchitekten
    club L94, Köln (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: d.n.a trint + kreuder, Köln (DE), Paris (FR)

    Preisgeld
    27.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die städtebauliche Grundidee ist die Betonung der historischen Nord-Süd-Achse Severinstraße mit begleitenden Baumreihen, platzartigen Aufweitungen und einheitlichen Bodenbelägen, die sich bis zum Georgsplatz und dem jetzigen Haupteingang der Kaiserin-Augusta-Schule fortsetzen. Gleichzeitig formulieren die Verfasser eine neue öffentliche Ost-West‐Verbindung zwischen Severinstraße und Follerstraße, dem Friedrich‐Wilhelm-Gymnasium und der Kaiserin‐Augusta-Schule. Die großzügige, aber nur eingeschossige Öffnung des Blockrandes an der Severinstraße wird kritisch gesehen, erlaubt aber den Einblick in den Garten der Erinnerung, der noch ungestaltet ist. Das untergegangene Historische Archiv wird im Straßenbelag auf der Severinstraße nachgebildet. Der Ort des Gedenkens wird durch die Aufständerung des Gebäudes weithin sichtbar.

    Aus Sicht der Schule werden der baumbestandene Vorplatz an der Follerstraße und die Schülerlounge am Schulgarten als Erweiterung der Außenbereiche begrüßt. Der Bestandsschulhof sollte wegen der
    Nutzungskonflikte zum Allgemeinen Unterricht nicht als Außensportanlage dienen. Hierfür wäre eine geeignete Lösung zu finden.

    Negativ wird die Anordnung des Spielplatzes im Südosten auf einer Verkehrsinsel(Ohrenpark) empfunden. Dieser sollte bei Reduzierung des südlichen Baublocks an der Löwengasse angeordnet werden.

    Das Raumprogramm des Schulneubaus ist in einem sehr kompakten, schlüssigen Bauvolumen
    zusammengefasst und in einem einzigen Bauabschnitt realisierbar. Der Neubau nimmt die Gebäudehöhe des Altbaus auf. Mit einem dreigeschossigen Bereich wird die Baumasse sehr gut proportioniert und gegliedert.

    Das Bemühen um Kompaktheit bedingt, dass die Sporthalle sehr tief eingegraben und zudem mit einem
    Dreigeschossigen Klassentrakt überbaut wird. Diese Maßnahme wird einen hohen konstruktiven Aufwand erfordern. Neben dem vorhandenen Eingangsfoyer am Georgsplatz ist ein zweites großzügiges Foyer wie ein Gelenk zwischen Alt- und Neubau positioniert. Es verbindet alle Ebenen miteinander. Als baulicher Rettungsweg setzt das allerdings immer eine entsprechende Brandlastfreiheit und eine ausgeprägte bauliche Abgeschlossenheit voraus, worin eine Einschränkung der Qualität gesehen wird. Das in der Erdgeschossebene großzügig angeordnete, zwei Geschosse hohe Forum ist großzügig zum Freiraum geöffnet. Durch seine Abgeschlossenheit kann es vielfältig und räumlich unabhängig genutzt werden. Die Mensa hat eine gut nutzbare, geschützte Ausenterrasse erhalten. Das zentrale Foyer erschließt neben der Mensa ein differenziertes Angebot von Klassen in überschaubaren Entfernungen. Große Mittelzonen, die vielfältig nutzbar sind, werden seitlich belichtet. Die Sporthalle im Untergeschoss stellt einen gut funktionierenden Bezug zur Schule her. Die unabhängige Erschließung von außen scheint nicht gegeben zu sein.

    Die im städtebaulichen Bereich vorgesehene Tiefgarage an der Severinstraße 214-218 und 220‐228 entspricht den Vorgaben der Auslobung. Auf dem Schulgrundstück entsteht durch den Geräteraum, die Lehrerumkleide und den Treppenzugang im Untergeschoss eine leichte Überschreitung des bodendenkmalfreien Bereichs.

    Der Beitrag berücksichtigt wesentliche Merkmale der Passivhausbauweise in Schulgebäuden. Das beigefügte Technikkonzept ist schlüssig. Für die Feuerwehrdurchfahrt wäre der Zugang zu der Tiefgarage an der
    Severinstraße zu verlegen. Der Treppenraum im Erdgeschoss mit Rettungsweg durch das Foyer wäre zu konkretisieren.

    Der konstruktive Aufwand in der Realisierung wäre zu überprüfen. Die Materialisierung mit einer
    Riemchenfassade ist sehr einfach.

    Der Entwurf überzeugt durch seine eigenständige Haltung. Er verspricht eine qualitätvolle Architektur auf Begrenzten Raum des Grundstücks, deren wirtschaftliche Umsetzung jedoch angezweifelt wird.