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  • DE Berlin
  • 12/2005
  • Ergebnis
  • (ID 2-3377)

Mittelpunktbibliothek Altstadt Berlin Köpenick


  • 1. Preis

    Lageplan

    Architekten
    Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Mitarbeit: Andreas Hölemann, Nele Dechmann, Simone Skiba 3D: Michele Restivo Modellbau: Fernando Gonzales Statik: Dipl.-Ing. Rüdiger Ihle, Berlin TGA: Winter Ingenieure, Berlin

    Erläuterungstext
    Standort
    Das Wettbewerbsgrundstück ist aufgrund seiner Position im Stadtgrundriss gleichzeitig vom ur¬banen Charakter der Altstadt von Köpenick und der großzügigen Wasserlandschaft geprägt.
    Der Ort bildet eine spannende Schnittstelle zwischen Stadt und Landschaftsraum.
    Ausgangspunkte unseres Entwurfes sind die Bestimmtheit des Altstadtgrundrisses mit seiner ge¬schlossenen Blockrandbebauung, die räumliche Qualität der historischen Gestalt des Platzes so¬wie die Nähe und die Blickbeziehung zum Wasser. Weiterer Ausgangspunkt ist die Vielfältigkeit der Dachlandschaft und die industrielle Prägung des Uferareals durch die schlichten Fabrikgebäude.

    Zielsetzung
    Die Bebauung soll eine klare Definition des Straßenraums, eine präzise Artikulation des histo¬rischen Altmarktplatzes in den ursprünglichen zwei Bereichen sowie eine deutliche Hierarchie zwischen Platz und Bibliotheksaußenbereich schaffen.
    Zielsetzung dieser Arbeit ist es den Neubau in Einklang mit den unterschiedlichen Charakteren und Facetten des Grundstücks zu bringen und ihn mit der bestehenden Schule und dem „Hexen¬haus“ zu einem neuen Ganzen zusammenfassen.

    Außenräume
    Der Neubau übernimmt in seiner Dimension den Maßstab der vorhandenen Bebauung.
    Die Anordnung des Baukörpers schafft Außenräume, die einen spezifischen Charakter erhalten und unterschiedliche städtebauliche Aufgaben übernehmen.
    Auf der nördlichen Seite wird der Straßenraum wieder gefasst und gleichzeitig wird die Blickbe¬ziehung zum Wasser definiert.
    Auf der westlichen Seite wird der historische Grundriss des Altmarktplatzes wiederhergestellt, indem das neue Volumen Stelle des ursprünglichen eingeschossigen Gebäudes platziert wird.
    Der Eingang zur Bibliothek und das Lesecafé werden den neuen Platz beleben und ihm eine neue Bedeutung geben.
    Auf der südlichen Seite öffnet sich das Gebäude zu einem bepflanzten grünen Hof, der in Zukunft durch den geplanten neuen Baukörper definiert wird.
    Die subtile Differenzierung der bestehenden Strassen- und Platzsteinbeläge (kleinere und größere Kopfsteinbeläge mit schmalerer und breiterer Rasenfuge) wird thematisiert und die unterschiedli¬chen Atmosphären der Außenräume werden durch Variationen der Dichte zwischen Rasen und Steinen unterstrichen.

    Architektur
    Der Neubau beherbergt den Lesebereich und die öffentlichen Räume der Bibliothek, im Altbau ist die Verwaltung untergebracht. Alt- und Neubau sind durch ein gläsernes Element, in dem die Ausleihe befindet, verbunden.
    Diese gläserne Fuge bildet die Schnittstelle zwischen Verwaltung und dem öffentlichen Bereich der Bibliothek sowie zwischen Bestand und Neu.

    Altbau
    Um den Reiz der alten Bausubstanz zu erhalten werden im Altbau die Eingriffe in den Bestand auf ein Minimum reduziert.
    In einem zentralen Kern befindet sich die neue Sanitäranlage sowie ein Aufzug.
    Eine Rampe zwischen Alt- und Neubau bringt den Bestand auf die neuen Standards des barriere¬freien Bauens.

    Neubau
    Ein kompakter Baukörper aus Ziegelstein ergänzt das bestehende Ensemble.
    Das bewegte Profil des Daches fügt das Volumen der Bibliothek in den kleineren Maßstab der Um¬gebung ein und thematisiert die Vielfältigkeit der bestehenden Dachlandschaft.
    Im EG befinden sich die Räume der Bibliothek (Café, Veranstaltungs-, Gruppenarbeitsraum) die auch außerhalb der Öffnungszeiten der Bibliothek benutzbar sind.
    Sie sind durch ein großzügiges Foyer erschlossen.
    Das Foyer öffnet sich zum Bibliotheksgarten und kann während der warmen Jahreszeiten in eine Loggia umgewandelt werden.
    Durch einen zwei- bis dreigeschossige Raum betritt man den eigentlichen Lesebereich, ein großes Fenster öffnet den Blick zum Spreeufer.
    Der Bereich für Erwachsene-, Jugend- und Kinderber sind auf zwei Geschosse verteilt.
    Die Bücherregale werden entlang der Wände und in den eingeschossigen Bereichen untergebracht, während die Leseplätze in den zweigeschossigen Räumen platziert sind.
    Das Dach überspannt den Lesebereich der Bibliothek und bewirkt eine einheitliche räumliche Wirkung (Einraum-Bibliothek).

    Materialien
    Das Gebäude besteht aus vier Elementen, die jeweils aus einem eigenen Material gebaut werden.
    Außenwände (Mauerwerk)
    Dachkonstruktion (Holz)
    Innenstruktur (Beton)
    Möblierung (MDF und Bücher).

    Der Neubau der Bibliothek wird in massiv tragender Ziegelbauweise ausgeführt. Das außen sichtbare Mauerwerk erzählt wie beim Altbau von dem tatsächlichen, tragenden Wandaufbau. Um den heutigen ökologischen Anforderungen gerecht zu werden, ist das Mauerwerk außergewöhnlich tief (64cm). Der Innenraum wird mit einer durchgehenden plastischen Betonstruktur gebildet, die gleichzeitig die Ziegelwände aussteift.
    Um die Massivität der Mauer sichtbar zu machen, sind die Fenster innen liegend. Es werden drei verschieden große Öffnungen über die Fassaden angeordnet. Die mehrgeschossigen Lufträume die den Lesebereich prägen, zeichnen sich an der Fassade ab. Die breiten Fensterrahmen liegen innen auf der Wand. Die Ausschnittweise gezeigte außergewöhnlich schöne Umgebung von Spreeufer und Altstadt wird zum gerahmten Bild.
    Das bewegte Profil des Daches, eines der wichtigsten Merkmale des Gebäudes, wird als versetztes Faltwerk in weiß gestrichenem Brettschichtholz ausgeführt.
    Natürliches Licht aus den Oberlich¬tern wird durch schmale Querrippen tief in den Lesesaal geführt.
    Ziegel, Beton und Holzkonstruktion sind mit dem gleichen warmweißen Farbton nicht deckend lasiert und werden dadurch zusammengebunden. Dabei bleiben alle Materialien erkennbar. Alles was trägt, sieht man auch. Jedes Bauteil spricht in der Sprache des Materials aus dem es besteht.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.