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  • DE-71364 Winnenden
  • 11/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-110482)

Kronenplatz / Holzmarkt


  • 1. Preis

    © mharchitekten

    Stadtplaner, Architekten
    mharchitekten GmbH, Stuttgart (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Michael Glück , Ute Michaelsen

    Mitarbeit
    Jonathan Croissant, Ralf Rilling

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Glück Landschaftsarchitektur, Stuttgart (DE)
    Verkehrsplaner: Tögelplan, Ludwigsburg (DE)

    Preisgeld
    24.000 EUR

    Erläuterungstext
    Kronenplatz und Holzmarkt werden als neues Verbindungsglied zwischen der historische Altstadt und der Bahnhofsvorstadt in Winnenden entwickelt. Der Entwurf schlägt vor, die beiden Plätze zu einem, ineinander übergehenden urbanen Stadtraum zu gestalten. Ein großzügiger, homogener Belagsteppich überspannt die beiden Plätze und verbindet diese, zu zwei, ineinander übergehende „Zwillingsplätze“. Am westlichen Ende der Marktstraße, befindet sich der Gelenkpunkt und zugleich Verknüpfungspunkt der beiden Plätze. Die Ringstraße wird hier über den Platz geführt. Die über Jahrzehnte bestehende trennende Wirkung der Straße wird aufgehoben. Durch eine deutliche Reduzierung des Straßenquerschnitts und eine, dem umgebenden Platzbelag angepasste Oberflächengestaltung der Fahrbahn, wird die Straße in die Platzgestaltung integriert. Für den Kronenplatz wird eine städtebauliche Neuordnung vorgeschlagen. Die bestehenden alten und in ihrer Substanz nicht mehr erhaltenswerten Gebäude werden weggenommen. Die nicht mehr notwendige Unterführung und die damit verbundenen Nebengebäude werden ebenfalls entfernt. So entsteht hier ein neuer, großzügiger Stadtraum, auf dem ein neues Stadthaus als signifikanter Gebäudesolitär gesetzt wird. Das zeitgenössische Stadthaus auf dem Kronenplatz und das historische Gasthaus Traube auf dem Holzmarkt, bilden die korrespondierenden Poole der beiden Plätze. Beide Gebäude besitzen eine wichtige, „adressbildende“ Funktion und haben für Winnenden bedeutende identitätsstiftende Wirkung. Das historische Gasthaus Traube verkörpert hierbei die lange geschichtliche Tradition und Substanz Winnendens. Das Stadthaus an zentraler Stelle der Stadt, ist neues Zeichen des Aufbruchs und der Vision für die innovative Zukunft Winnendens.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Arbeit gelingt es, die Fuge zwischen historischer Altstadt und Bahnhofsvorstadt zu einer neuen stadträumlichen Qualität zu führen. Der neue Kronenplatz und Holzmarkt wird zu einer spannenden Raumfolge mit unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten entwickelt.
    Das Solitärgebäude auf dem Kronenplatz wird als neues Merkzeichen den Übergängen zur historischen Altstadt überzeugend formuliert. An den vorhandenen Straßenachsen
    werden die Blickbeziehungen zum Gebäude möglich sein.
    Der Baukörper stellt als Solitärbau hohe Anforderungen an die Qualität der Architektursprache.
    Die städtebauliche Fortführung entlang der Alfred-Kärcher-Straße ist angemessen und die vorgeschlagene Wohnnutzung gut denkbar. Die Neuordnung der Freiflächen zwischen Schulhof und Kornbeckstraße gelingt gut. Die Raumkante zwischen Kronenplatz und Kastenschule ist in der vorgeschlagenen Art nicht überzeugend.
    Die Nutzung der Plätze für Außengastronomie verspricht eine hohe Aufenthaltsqualität.
    Am Holzmarkt schaffen die neuen Wohnhäuser eine gute Räumlichkeit und sind im Maßstab gut gewählt. Die vorgeschlagene „Stange“ ist ein starkes freiraumplanerisches Element, dass als Ort der Identifikation wirkt und einen guten Verweis auf die Geschichte des Platzes liefert. Der Fußweg wird geschickt zwischen den Häusern zur Marktstraße geführt.
    Der Verfasser führt zwischen Bahnhofstraße und Leutenbacherstraße Tempo 30 ein. Eine Differenzierung im Bereich Holzmarkt und Kronenplatz erfolgt ausschließlich durch die Platzgestaltung. Detaillierte Aussagen zur Verkehrsführung und Verkehrsregelung müssen konkretisiert werden. Die Zu- und Abfahrt zur großen Tiefgarage unter der Neubebauung des Kronenplatzes wird grundsätzlich befürwortet. Die durchgängigen Radschutzstreifen werden als Angebot begrüßt.
    Insgesamt besticht die Arbeit durch die hohe städte- und freiraumplanerische Qualität. Auf sensible Weise wird ein robuster Rahmen für eine Weiterentwicklung der Stadt Winnenden an dieser Stelle vorgeschlagen.