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  • DE-47475 Kamp-Lintfort
  • 10/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-127005)

Masterplan Bergwerk West Kamp-Lintfort


  • 1. Rang


    Stadtplaner
    SPAP// Architektur / Stadt / Landschaft _ BDA DASL, Dortmund (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Büro Drecker, Bottrop-Kirchhellen (DE), Halle (DE), Hannover (DE)
    Verkehrsplaner: Planungsgruppe MWM - Städtebau - Verkehrsplanung - Tiefbau, Aachen, Aachen (DE)
    sonstige Fachplaner: BDC Consulting GmbH & Co. KG, Oberhausen (DE)

    Erläuterungstext
    Leitidee - „Der Tanz der Goorley - Rückgrat von Friedrich-Heinrich”

    Ein Wassermäander aus Kanälen und Becken verschiedener Bildhaftigkeit, reiht
    flexibel bespielbare Cluster und Quartiere unterschiedlicher Funktion und Nutzung,
    selbstverständlich und locker wie Perlen auf und bildet eine robuste Struktur mit
    attraktiven Binnenräumen und einem großen Landschaftspark.

    Vom „Supertanker“ eines streng linearen Bandes aus Clustern mit identischen
    Raumkanten, zu klaren, flexiblen Einzelclustern, die frei und locker mit dem Übergang
    in den großen Park spielen und selbst hin und her „tanzen“. Die ehemals 1300 m
    lange, streng lineare Raumkante des ursprünglichen Ansatzes, immer nur entstanden
    durch die imaginäre Grenze eines vermeintlich zu nutzenden Westgleises. Diese
    Grenze wurde „gesprengt“ und ein freier Entwurfsprozess begann. Unterstützt
    des Wissens, dass diese endlose Kante qualitativ eher ein rein grafisches Bild war,
    als städtebauliche Erfordernis, und in überzeugender architektonischer Qualität
    wahrscheinlich nie realisierbar gewesen wäre. Erst Recht nicht in naher Zukunft.

    Unprätentiös wird nun der geplante Parkplatz an der wichtigen Nahtstelle zwischen
    Bergwerksfläche und Innenstadt mit einfachen Mitteln selbstverständlich integriert -
    im übertragenen Sinn geradezu „links liegen“ gelassen, ohne sich daran zu stören.
    Eine organisch geschwungene Wasserfläche führt deutlich als „Fingerzeig“ auf den
    wichtigen neuen Knotenpunkt des Bahnhofs sowie die neue Friedrich-Promenade in
    die Stadt und schafft mit einem realistischen Vorschlag eine entspannte Verbindung
    zwischen City und Areal, ohne die Parkplatzplanung zu negieren oder überformen zu
    müssen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der grundsätzliche Entwurfsansatz der Arbeit – Nutzung der östlichen Bahntrasse und Bildung von vier Clustern – wird sehr positiv bewertet.
    Die vorgeschlagene Lage der Bahn eröffnet für die Neubebauung auf dem ehemaligen Zechengelände hohe Standortqualitäten (Blickbeziehung zum Grün). Die Cluster lassen differenzierte und marktgerechte Quartiersbildungen zu; hierin liegt auch der besondere Beitrag der Arbeit.
    Kontrovers wird das vorgeschlagene ‚Ausufern’ der Bebauung in den Park diskutiert, da eine solche Option auf längere Sicht nicht umsetzbar erscheint. Als gelungen wird der Vorschlag zur stufenweise Entwicklung mittels der „Natur auf Zeit“- Strategie angesehen.
    Ein schöner Gedanke ist die Integration von Wasserelementen in die Gestaltung der Außenräume. Allerdings erscheint die Dimensionierung deutlich überzogen, hier sind lediglich kleinere, lineare Wasserläufe realistisch. Die technische Umsetzung mit Speisung aus der Goorley ist nicht darstellbar.
    Die vorgeschlagene Ausprägung des Parks kann nicht überzeugen; dies betrifft insbesondere die Kleinteiligkeit der Wegeführung. Weiterhin bedürfen die gezeigten Querungen der Bahntrasse einer detaillierteren Betrachtung; die Unterführung der Bahn wird in Frage gestellt.