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  • DE-99096 Erfurt
  • 11/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-112138)

Klimagerechte Pilotsiedlung Marienhöhe


  • 1. Preis


    Stadtplaner, Architekten
    raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH, Frankfurt am Main (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Sonja Moers , Thorsten Wagner , Jon Prengel

    Mitarbeit
    Christoph Packhieser, Yui Ohtsuka

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin (DE)
    Energieplaner: Lenz Weber Ingenieure, Frankfurt / Main (DE)

    Preisgeld
    28.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Grundidee dieses Entwurfes ist die städtebaulich überzeugende kräftige Ausbildung eines Rückgrates in viergeschossiger – im Eingangsbereich um ein Geschoss erhöhter – versetzter Bauweise entlang der Binderslebener Landstraße. Diese Idee ist vom Grundsatz richtig und anerkennenswert. Damit wird eine klare Trennung zwischen Verkehrsraum und dem südlich angrenzenden beruhigten Siedlungsbereich erreicht. Im Detail werden die partiellen Schallreflektionen allerdings kritisch gesehen.

    Südlich an diese kräftige Baustruktur setzt der Verfasser signifikant einen zentral West-Ost-ausgerichteten Grünraum, der in überzeugender Weise vom Anger mit Gemeinschaftshaus über terrassierte Retentionsmulden – bis hin zum Landschaftsbalkon – den Blick in Richtung Dom sehr gut –einmalig- inszeniert.

    Die südliche Baumreihe des Grünzuges wird gekonnt als vermittelndes Element im Übergang zu der südlich angrenzenden kleinteiligeren dreigeschossigen Reihenhausbaustruktur eingesetzt. Die weiteren anschließenden Baustrukturen entsprechen dem Grundsatz der Reduzierung der Grundflächenzahl und schaffen damit individuellen Spielraum für Einzel-/Doppelhäuser.

    Der KiTa-Standort am Landschaftsbalkon ist hinsichtlich der Lage am südöstlichen Gebietsrand im Kontext zur Wohnbebauung optimal – allerdings lässt die verkehrliche Erschließung Fragen offen. Das optionale Erweiterungsgebäude im Nordwesten des Planungsbereiches – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Steinmetzbetrieb – ist ein verfolgenswerter Grundansatz, der das Neubaugebiet vor Lärmeintrag schützen kann.

    Die Haupterschließung von der Binderslebener Landstraße ist eindeutig strukturiert, klar erkennbar und in seiner weiteren Aufteilung überschaubar. Besonders überzeugt die konsequente Ausbildung der Erschließungsfunktion (Garagenzufahrten) auf der Nordseite des 'baulichen Rückgrates' in Richtung zur Binderslebener Straße. Hieraus und aus den versetzten Gebäudestellungen gewinnt der Verfasser differenzierte Platzraumqualitäten im Übergang zum zentralen Grünzug.

    Insgesamt, besonders aber im Teilgebiet Nord, besteht eine energetisch gute Kompaktheit der städtebaulichen Struktur. Zudem ist durch die konsequente Südausrichtung die passive Solarenergie optimal zu nutzen. Im Teilgebiet Süd sind die Gebäudeabstände etwas knapp und führen zu Verschattungen. Das Energiekonzept ist gut durchgearbeitet, einige Aspekte werden jedoch als nicht ganz schlüssig bzw. technisch problematisch gesehen. Die Dachflächen sind für aktive Solarnutzung geeignet. Insgesamt ein guter Beitrag mit Schwächen im technischen Konzept. Zusammenfassend ist festzustellen, dass dieser Beitrag zur Lösung der gestellten Wettbewerbsaufgabe eine konsequente, klare städtebauliche Haltung einnimmt, die differenzierte bauliche Strukturen anbietet und damit eine Vielfältigkeit an Gebietscharakteren ermöglicht.