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  • DE-82152 Martinsried
  • 07/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-127225)

Ortsmitte Martinsried


  • Teilnahme


    Landschaftsarchitekten
    Claudia Weber-Molenaar. Landschaftsarchitektin Stadtplanerin BDLA/SRL, Gräfelfing (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Andrea Eidmann, Sebastian Grenzing

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten, Stadtplaner: Molenaar. Architekten und Stadtplaner BDA/SRL, Gräfelfing (DE)

    Erläuterungstext
    Gestaltungsbausteine - Vertiefungsbereiche

    Es wird eine durchgängige, robuste und identitätsstiftende Gestaltsprache für den öffentlichen Raum entwickelt, die für die unterschiedlichen Bereiche gleichermaßen gültig sein kann.
    Als Bodenbelag wird farbiger Asphaltbeton in Variationen vorgesehen, für die Fahrbahnen
    hellgrauer Asphaltbeton, für die Platzflächen hellgrau-sandfarbiger, terrazzoartig gesprenkelter Asphaltbeton, für die Spielbereiche ein Streifenthema aus hellgrau und sandfarbigem Asphaltbeton. Lineare Sitzelemente und Sitzinseln ermöglichen ein zwangloses Verweilen.
    Mastreflektorleuchten leuchten den öffentlichen Raum gleichmäßig und blendfrei
    aus. Es wird durchgängig in der Nacht die Atmosphäre eines angenehmen, angstfreien
    Erlebnisbereiches erzeugt.
    Hoch aufgeastete Baumreihen aus Spitzahorn, Linden und Vogelkirsche begleiten die Linearität der Straßenräume, akzentuiert durch Gruppen oder Einzelbäume, ohne die freie Sicht zu behindern. Homburger Kanten und Schlitzrinnen übernehmen zusätzlich zu ihrer Entwässerungsfunktion die Aufgabe von Leitlinien für die Verkehrsteilnehmer.

    Zentraler Platz – Ortsmitte

    Am zentralen Platz vermitteln Rasenintarsien, lineare Sitzelemente und ein Wasserspiel
    alternativ zu den Freischankflächen unabhängige Aufenthaltsqualität. Ein Baumraster,
    bestehend, soweit möglich, aus aufgeasteten Spitzahornen der Bestandsallee und Schnurbäumen, vervollständigt den Eindruck der zentralen Ortsmitte und bietet informelles Sitzen und Aufenthalt unter Bäumen an.
    Platz und Aktivzone im Landschaftspark Flankierende, bespielbare Bereiche beleben die Erlebniszone zwischen Campus und Ort und verknüpfen sie mit dem innerörtlichen Landschaftspark. Die im Norden situierten Bereiche, wie Sandspielbereich, Bewegungsspielbereich und Spielskulptur eignen sich für Familien
    und alle Altersgruppen, die im Süden in den Grünzug eingebetteten Felder, wie Beachvolleyball-, Streetball- und Fitnessfelder sprechen auch jüngere Altersgruppen an.

    Kirchplatz

    Um den Charakter eines Dorfplatzes zu erhalten und zu stärken wird der Kirchplatz in der
    Diagonale vom Verkehr freigehalten. Die Friedhofsmauer wird wieder freigestellt. Eine
    durchgängige wassergebundene Decke vermittelt die historische, dörfliche Atmosphäre.
    Die Mariensäule mit den Bestandsbäumen erhält ein angemessenes Umfeld. Ergänzt durch Sitzelemente und die Freischankflächen entsteht eine kontemplative und heitere Aufenthaltsqualität.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf besitze einen gartenstädtischen Charakter, das Wohnen werde immer mit Freiräumen verbunden, was eine konsequente Trennung zwischen privaten und öffentlichen Freiräumen erforderlich mache, was auch angedeutet wird. Der Aspekt des Wohnortes werde stark in den Vordergrund gerückt, was gewürdigt wird.

    Im öffentlichen Raum würden deutliche Akzente gesetzt werden; konsequent werden auch diese Flächen zur Bebauung genutzt, um der Gemeinde Refinanzierungsmöglichkeiten anzubieten. Für die Bebauung werde ein Grundmodul gewählt, das addierbar sei, um sich den unterschiedlichen Maßstäben anpassen zu können. Das Problem dieser Typologie: sie weise vier Vorderseiten auf (was gewisse Nutzungen einschränke) und zudem würde eine parallele Erschließungsstraße erforderlich sein (im Norden parallel zur Röntgenstraße).
    Die Verkehrsführung werde im zentralen Bereich völlig aufgelöst, Autoverkehr und FußgängerInnen hätten eine gemeinsame Fläche. Hier gäbe es Diskussionsbedarf, wie die Verkehre verträglich zusammengeführt werden könnten.
    Der Platz ist der kleinst vorgeschlagene; Bäume scheinen anders gesetzt als der Bestand, was Neupflanzungen erforderlich machen würde.
    Der Stationskörper wird weit Richtung Ortsmitte gezogen, um die Grüne Fuge so schmal wie möglich zu halten.

    Aspekte der Beurteilung
    Eine bauliche Entwicklung wäre modulhaft und grundstücksbezogen möglich. Weiters wird begrüßt, dass sich die Maßstäblichkeit nicht wie andere Beiträge am Gewerbegebiet, sondern an der Wohnbebauung orientiert habe und so die Dimensionen gut treffe. Generell sei die Maßstäblichkeit sehr gut gelungen, auch was den Einzelhandel und die entsprechenden Frequenzen betreffe.

    Problematisch wird der Solitär am Kopf des zentralen Platzes beurteilt. Eine vorgeschlagene Supermarktnutzung scheine schwierig, da hierfür eine rückseitige Anlieferzone notwendig wäre, die aber städtebaulich nicht angeboten werde. Zudem brauche der Solitär entsprechenden Freiraum rundherum, wodurch eine Abhängigkeit vom Eigentümer des südlichen Grundstücks entstehen würde – erst wenn hier eine neue Bebauung nach Süden zurück springt, wäre der Platz für den Solitär freigespielt. Der Platz vermittle einen intimen Eindruck, aber die Baukörperstellung weise Fugen und Lücken auf und lasse damit ergänzende Plätze entstehen. Dadurch fließe der zentrale Platz zu stark aus und der gesamte zusammenhängende Freiraum werde dadurch wieder sehr groß. Die unklare Fassung des Platzes wird negativ bewertet.

    Die Aufspaltung der Lochamerstraße (vom Norden auf den Platz kommend) wird nicht begrüßt. Die Integration des Bereichs an der Einsteinstraße wird positiv beurteilt; dies fördere die Verzahnung der Ortsteile auch im Süden. Die Verkehrsführung generell sei schwammig ausformuliert und weise Schwächen in der Organisation auf.

    Die Verbindung zum Campus wird als gelungen eingeschätzt, da das Stationsgebäude Richtung Mittebereich gezogen wird. Auch die Organisation der Verkehrsflächen und Infrastruktur unter einem Dach wird begrüßt, aber durch die „Entzerrung der Nutzungen“ sei wenig attraktiv, da man zuvor an den Busbuchten und Radständern vorbei gehen müsse, bevor man den U-Bahn-Abgang erreiche.