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  • DE-54290 Trier
  • 12/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-111644)

Römerbrücke und Umfeld


  • 4. Preis

    kein Bild vorhanden
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    Visualisierer
    Jens Gehrcken - visualisierung+architekturfotografie, Berlin (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: club L94, Köln (DE)
    Architekten: mvm+starke, Köln (DE)

    Preisgeld
    9.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Als Leitidee ist die Sequenz von unterschiedlich ausgeprägten Kanten auf beiden Seiten des Ufers erkennbar. Die Aneinanderreihung von unterschiedlichen Erlebnis-Balkonen ist auf der Westseite überzeugend, am Ostufer jedoch im Detail nicht umsetzbar (Denkmalpflege).

    Die Idee, die Brücke als „Steg“ auf zwei steinerne, rechteckige „Intarsien“ aufzulegen, überzeugt nicht, insbesondere, weil die historischen Brückenköpfe und –pfeiler unnötig überformt bzw. negiert werden. Der Versuch, an die historische Hafenkonfiguration anzuknüpfen, gelingt beim Schwimmbad, ist jedoch in der Weiterführung nicht konsequent umgesetzt. Die Idee, den Kran auf einem Balkon als Solitär zu inszenieren, widerspricht seiner ursprünglichen Funktion und beraubt ihn seiner nachvollziehbaren Bedeutung.

    Auf dem Ostufer wird auf das Angebot, auf eine Fahrspur zu verzichten, nicht eingegangen, obwohl damit eine wesentliche Stärkung der Grundidee erreichbar gewesen wäre. Auf dem Westufer wird die Höhensituation zur Querung der Bahntrasse für ÖPNV und IV ignoriert. Lediglich die Fußgänger- und Fahrradpasserelle setzt die Grundidee einer kleinteiligen Ost-West-Vernetzung um.

    Insgesamt wird der Ansatz, alle bestehenden Anbindungsmöglichkeiten für Verknüpfungen und Blickbezüge zwischen Stadt und Mosel aufzugreifen, positiv angesehen. Die Neustrukturierung des Westufers zeigt wichtige Impulse für die städtebauliche Entwicklung von Trier-West auf.

    Als positiv wird die systematische Ost-West-Verknüpfung unterschiedlicher Situationen gewertet. Insbesondere das Moselbad und die damit verbundenen Erlebbarkeit des Moselufers sowie die Fernsicht auf die Römerbrücke wird als attraktiver Baustein empfunden, da hier der Hafen auf überzeugende Art und Weise neu interpretiert wird (gelungene Reminiszenz). Allerdings mangelt es an manchen Stellen an Detailtiefe, was zu Konflikten in der Höhenüberwindung zwischen Ufer und Bestand führt.

    Die Vorschläge für die Zwischenlösung („Schere“) und den Endausbau überzeugen. Die Anlehnung an die römische Materialität wirkt weder anbiedernd noch historisierend. Der Vorschlag, den Bodenbelag und die Brüstung komplett aus Ziegel herzustellen, wird kontrovers diskutiert. Die Abwesenheit von Mobiliar und Leuchtkörper ergänzt diesen überzeugenden Ansatz.

    Der Entwurf wird nur in der Endstufe überzeugend erlebbar. Außerdem lässt er sich an den wesentlichen Stellen nur durch massive Eingriffe in die Eigentumsverhältnisse realisieren.


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