loading
  • DE-91052 Erlangen
  • 12/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-117052)

Wohnanlage Erlangen-Büchenbach


  • Anerkennung


    Landschaftsarchitekten
    Hackl Hofmann Landschaftsarchitekten, Eichstätt (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: gross und herbst architekten, Aschaffenburg (DE)

    Preisgeld
    4.000 EUR

    Erläuterungstext
    Die Lage und Ausrichtung des Grundstücks zur im Süd-Westen angrenzenden Grünzone bestimmt die Struktur der Bebauung, sie ist zur Grünzone geöffnet und zur Straße eher geschlossen. Dabei werden die Baukörper so angeordnet, dass ein zentraler Platz für die Gemeinschaft entsteht. Aus allen Wohnungen bietet sich ein Blick zur Grünzone und durch die Vereinzelung der Baustruktur ist eine gute Belichtung für die Fassaden möglich.

    Die Gebäude sind so gewählt, dass sich zwischen ihnen die Grünzone bis in das zentrale Gelände erstrecken kann. Die Übergänge werden somit fließend. Das Herzstück der Wohnanlage bildet die ,Innere Mitte‘ mit großräumiger Freifläche. Von diesem zentralen Platz aus verknüpfen grüne Strahlen die ,Innere Mitte‘ mit dem Grünzug im Westen und dem Ligusterweg im Südosten. Die Vegetation flutet durch die Gebäude hindurch und schafft sternförmige Verbindungen in die Umgebung. Die privaten Bewohnergärten bilden als erweiterte Hauszone eine Einheit mit den Gebäuden, die - wie Flöße eingeschoben - im Grün liegen.

    Der zentrale Mittelfreiraum ist für alle Bewohner als Aufenthaltsraum nutzbar. Ein Bereich mit filigraner Überdachung schützt vor schlechtem Wetter und dient als Treffpunkt. Das Kinderspiel ist ebenfalls unter lockerem, Schatten spendendem Baumbestand in der zentralen Mitte situiert. Bäume und Rasengrün verknüpfen den Freiraum mit dem öffentlichen Grünzug.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit sieht einen Gebäuderiegel entlang der Mönaustraße sowie drei Solitärbaukörper im südwestlichen Bereich vor. Die Zufahrt erfolgt über den Ligusterweg und funktioniert gut.
    Ein zentraler Platz im Inneren der Baukörper fungiert als Treffpunkt und Spielbereich. Er ist von jedem einzelnen Treppenhaus aus auf kurzem Weg zu erreichen. An der Mönaustraße ist ein Streifen mit Grünflächen und Nebengebäuden gebildet.

    Der ca. 80 m lange Gebäuderiegel schafft durch farbliche Gestaltung eine kleinteilige Unterteilung. Im Zusammenhang mit den durchgehend verglasten Treppenhäusern wird so eine Anmutung einer aneinandergereihten Wohnform vermittelt. Die unregelmäßigen Öffnungen der Lochfassade untermauern diesen Eindruck. Allerdings überspielt die Farbigkeit die doch recht abweisend wirkende Geschlossenheit.

    Durch die Solitärbaukörper sollen Blickbeziehungen zum Grünzug ermöglicht werden.
    Die dort angesiedelten Wohnungen mit zum Teil drei Fassadenseiten haben durchaus Qualität. Die gebildeten Lücken zwischen den Gebäuden sind jedoch zu knapp bemessen und zudem durch Freiraummöblierung und Bäume verstellt.

    Dennoch gelingt es dem Entwurfsverfasser in Ansätzen, die Qualität der Lage auch bis zum zurückliegenden Gebäuderiegel zu transportieren. Größere Öffnungen wären wünschenswert.
    Die Grundrisse funktionieren gut, sind aber zu großzügig bemessen, Schlafräume zur Mönaustraße sollten vermieden werden.

    Der Gemeinschaftsbereich im Südosten des Grundstücks ist zur Einfamilienhausbebauung hin falsch orientiert, das Umfeld mit Privatgärten passt nicht zur Nutzung.
    Die räumliche Trennung zum gemeinschaftlichen Innenhof ist wenig gelungen. Die Nebenanlagen – Fahrrad- und Müllhäuser – sind unglücklich positioniert, da sie die Vorgärten unterbrechen oder den gewünschten Freiraumbezug zum öffentlichen Grünzug behindern. Die beabsichtigte Vernetzung privater und öffentlicher Grünflächen gelingt so nur bedingt.

    Zu Bauweise und energetischer Qualität sind keine Angaben vorhanden.
    Die erzielte Wohnfläche bleibt deutlich hinter den Vorgaben zurück. Dies ist jedoch der Individualität der Wohnungen, teils mit großen Loggien, geschuldet und kann durch Überarbeitung noch optimiert werden. Die durchgängige Ausrichtung nach Südwesten ist positiv zu bewerten.
    Die Vielzahl von Vor- und Rücksprüngen der Fassaden ist aufwendig in der Erstellung und energetisch nicht optimal.

    Dem Konzept liegt ein geschickter und gr0ßzügiger städtebaulicher Ansatz zugrunde, der jedoch in den Details nicht konsequent durchgehalten ist.


INFO-BOX

Angelegt am 19.12.2012, 12:53
Zuletzt aktualisiert 03.01.2013, 16:25
Beitrags-ID 4-61929
Seitenaufrufe 206