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  • DE-10969 Berlin
  • 12/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-115021)

Archäologisches Besucherzentrum Petriplatz


  • 3. Preis

    Atelier LOIDL Landschaftsarchitekten

    Landschaftsarchitekten
    Atelier LOIDL, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Max Dudler, Berlin (DE), Zürich (CH), Frankfurt/Main (DE), München (DE)
    Tragwerksplaner: WTM Engineers, Hamburg (DE), Berlin (DE), München (DE)

    Erläuterungstext
    Der Freiraum auf dem ehemaligen Petriplatz kombiniert zwei entscheidende Aspekte, die diesen Ort im Zusammenspiel mit dem neuen Archäologischen Besucherzentrum und dem Bet- und Lehrhaus zu einer Adresse herausbilden und als Besuchermagnet wirken lassen. Zum einen wird die historische Bedeutung des Petriplatzes als Potential verstanden und durch die Integration und Inszenierung der Funde und Befunde in den Vordergrund der Gestaltung gestellt. Andererseits entsteht eine neue Ebene des Aufenthalts als Ort urbanen Lebens und Erlebens. Die gestalterische sowie funktionale Verknüpfung von Außenraum und Besucherzentrum stärkt den Petriplatz zu einer neuen Einheit und wird durch die würdevolle Art der Herausstellung und Erlebbarmachung der historischen Funde zu einem unverwechselbaren und identitätsstiftenden Ort im Zentrum Berlins. Skulpturales Großmöbel Herzstück und zentraler Aufenthaltsraum im Freiraum des Archäologischen Besucherzentrums bildet ein skulpturales Großmöbel, das sich entlang der südlichen Kante der Scharrenstraße vom Besucherzentrum bis zum neuen Ossarium erstreckt. Es übernimmt vielfältige Funktionen für den Freiraum und fungiert dabei als verbindendes Element mit dem Ziel, den Petriplatz als neue starke Einheit für den Besucher erlebbar zu machen. Das individuelle Großmöbel aus hochwertigen Sichtbetonteilen funktioniert als zentraler Platz und Antrittsfläche auf Straßenniveau und vermittelt zu unterschiedlich tiefen Grabungsebenen. An zwei Stellen wird es nach dem Prinzip des abgesenkten Fußabdrucks gestaltet. Dadurch werden eine Rampenanlage mit integrierten Sitzstufen sowie eine Freitreppe entlang der Fassade des neuen Ossariums herausgebildet, welche die tiefer liegenden Ebenen und Befunde in den Fokus des Betrachters rücken. Die einheitliche Materialität des Möbels und dessen funktionaler Elemente wird als klare Geste eingesetzt, um die Funktionen des Freiraums an einer Stelle zu bündeln. Außerdem wird eine optische Konkurrenz mit den freigelegten Befunden vermieden. Die Besucher haben die Option die Funde als ‚Ausstellungsstücke’ von der höher gelegenen Ebene zu betrachten, oder diese hautnah in dem Archäologischen Garten zu erleben und zu erforschen. Ein weiteres Highlight im Freiraum bildet das in Szene gesetzte Ossarium, welches nordöstlich des Chorbereichs der Strackschen Petrikirche in das Betonmöbel integriert ist. Das Ossarium ist in Anlehnung an die Gestaltung des Besucherzentrums mittels eines Regalsystems strukturiert und durch einen gläsernen Körper gefasst, sodass dem Besucher Einblicke von oben ermöglicht werden, jedoch zusätzlich die Gebeine in den Nischen von der Seite einzusehen sind. Die großzügige, abgeschleppte Treppe führt den Besucher entlang des beleuchteten Ossariums auf die tiefste Freiraumebene, die sich auf -3m befindet und den historischen archäologischen Gang somit für die Öffentlichkeit zugänglich und erlebbar macht. Die höhenmäßige Staffelung des Freiraumes über drei unterschiedlich tiefe Niveaus verdeutlicht dem Besucher die zeitliche Differenz der Funde und macht Schichtungen und Überlagerungen ablesbar. Die drei bestehenden Platanen entlang der Scharrenstrasse werden als sehr großes Potential für den Freiraum verstanden und in den Entwurf integriert. Im Eingangsbereich des Bet-und Lehrhauses ist eine große Holzbank vorgesehen. Im Bereich des Haupteingangs des Besucherzentrums werden zehn Fahrradständer angeordnet. Die Freiraumgestaltung funktioniert durch die klare Setzung der Möbelskulptur und durch die eindeutige Fokussierung der individuellen Erlebbarkeit der historischen Funde und Befunde gleichzeitig in Kombination mit dem Bau des neuen Bet- und Lehrhauses wie auch als eigenständiger (temporärer) Entwurf.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.