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  • DE-28359 Bremen
  • 12/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-130052)

Wohnbebauung Ronzelenstraße


  • 1. Preis

    Perspektive

    Architekten
    Hilmes Lamprecht Architekten BDA, Bremen (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Ebba Lamprecht , Hans Jürgen Hilmes

    Mitarbeit
    Dennes Janßen

    Preisgeld
    6.000 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebau
    Zwischen der kleinteiligen Wohnbebauung mit üppigem schützenswertem Baumbestand fügen sich 3 zueinander versetzte und gegliederte maßstäbliche Baukörper in 2-geschossiger Bauweise behutsam in die vorhandene Topographie. Dabei werden weiche Kanten zu den jeweiligen Eingängen und der Landschaftsseite ausgebildet. Vertikal gegliederte Gebäudereliefs sowie eine gestaffelte Reihung der Baukörper bilden einen abschließenden Stadtraum und die Einleitung zum Rhododendronpark. Unterstützt wird diese Bewegung durch strassen- und grundstücksbegleitende Heckenanlagen. Die gesamten Wegeverbindungen sollen natürlich in die Topographie eingebunden werden.

    Erschließung
    Die barrierefreie Zuwegung sowie Treppenanlagen erfolgt über landschaftlich eingebundene Wohnwege von der Straße aus, und verbindet sich entlang der Nordseite über einen verbundenen Wohn-Weg. Im Herzen der Wohnanlage unter geschützen Bäumen wird eine fußläufige Verbindung ebenfalls angeboten.
    Entlang dieses Themas bilden sich allgemeine grüne Aufenthaltsbereiche aus. (Spielflächen)
    Der PKW – Verkehr wird über kurze Anbindungen in die 2Tiefgaragen unprätentiös abgeleitet. Sämtliche Terrassen und Balkone erhalten eine Süd- West- Ostausrichtung.
    Große Respektanz bei der Gebäudekomposition erhielt der vorhandene Baumbestand.

    Wohntypologie
    Über ein hell natürlich belichtetes Treppenhaus, welches positiv zur Adressbildung beiträgt, werden pro Wohnebene jeweils 2 Dreispänner mit 2-4 Zimmerwohnungen angeboten. Die Eingänge werden durch die leicht gekippten Gebäudekanten gut
    wahrgenommen. Die Wohnbereiche bilden jeweils den Schwerpunkt mit einer gegebenenfalls abtrennbaren aussenliegenden Küche. Varianten zeigen aber auch eine Kompakte und variable Lösung von Küchen und Bädern innerhalb eines Kernes.
    Großzügige Fensterelemente bilden Sichtachsen zu allen Landschaftsseiten. Die Wohntypologie ermöglicht durch die Anordnung und Größe der Räume ein sehr vielschichtiges und flexibles Angebot für alle Altersgruppen und Familien. ( Durchwohnen, Übereckwohnen etc. )
    Eine direkte vertikale Verbindung der Tiefgarage ,Abstell- und Nebenräume verbinden alle Wohnungen miteinander.

    Architektur und Gestaltung
    Entlang der Straßenachse werden die 3 Gebäude als großzügige Wohnvillen verstanden, die ein vertikale Erscheinung und Maßstäblichkeit erhalten.
    Hell geputzte Aussenwände mit weiß abgesetzten Faschen erhalten eine elegante und eigenständige Fassade.
    Großzügige vertikal betonte bodentiefe Fensterelemente in dunkler Optik als auch Stahlgeländer kontrastieren mit der Aussenhülle.
    Die Innenseiten der reliefartig ausgebildeten Arkaden ( Rücksprünge ) werden weiß abgesetzt.
    Die Eingangsbereiche im EG sind großzügig verglast und mit einem massiven Vordach versehen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Mit der gewählten Baumassenverteilung und -gliederung entsteht ein Gebäudeensemble, dass der sensiblen städtebaulichen Lage Rechnung trägt und sich gut in das Umfeld einfügt. Insbesondere sind dabei der Umgang und die Einbindung des Baumbestandes auf der Nordseite des Grundstückes hervorzuheben.

    Kontrovers wird innerhalb der Jury die Adressierung der Häusergruppe gegenüber dem südlich gelegenen öffentlichen Straßenraum beurteilt. Während sich bei Beurteilung der Lage der nördlich angeordneten Hauszugänge das Für und Wider die Wage hält, besteht hinsichtlich Größe und Ausrichtung der vorgeschlagenen erdgeschossigen Terrassen Einigkeit darüber, dass hier Nachbearbeitungsbedarf gesteht. Der erforderliche Sozialabstand zwischen öffentlichem Straßenraum und privatem Wohnräumen mit den vorgelagerten Terrassen wird zwangsläufig zu Sichtschutzmaßnahmen führen, daher sind hierfür im Vorfeld planerisch befriedigende Konzepte auszuarbeiten. Die vorgetragenen Visualisierungen täuschen in diesem Zusammenhang ein nicht realistisches Bild vor.

    Die äußere Gestalt der Häuser ist feingliederig und dem Ort gegenüber angemessen, die Fassaden sind gelungen.
    Die vorgeschlagenen Wohnungsgrundrisse sind funktionsfähig und versprechen gute Vermarktungsaussichten, ausschließlich die Hauseingänge sollten in diesem Zusammenhang etwas vergrößert werden.
    Die Verteilung der erforderlichen PKW-Stellplätze auf zwei Tiefgaragenanlagen wird begrüßt.
    Hervorzuheben sind die wirtschaftlichen Daten der Arbeit, die Entwurfsverfasser haben in diesem Zusammenhang ein sehr leistungsfähiges Konzept ausgearbeitet.

    Insgesamt handelt es sich um ein gutes Konzept, dass ausschließlich beim Umgang mit dem südlich angrenzenden Straßenraum und dem damit verbundenen öffentlichen Auftritt die Jury nicht in Gänze überzeugen kann.


INFO-BOX

Angelegt am 15.01.2013, 12:11
Zuletzt aktualisiert 18.01.2013, 10:55
Beitrags-ID 4-62858
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