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  • DE Langenau
  • 01/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-3472)

Neubau Gesundheitszentrum Langenau


  • Ankauf


    Architekten
    Peter W. Schmidt Architekt BDA, Pforzheim (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Tobias Lammerich Tobias Schmidt Joy Ackermann

    Erläuterungstext
    NEUBAU GESUNDHEITSZENTRUM LANGENAU







    Die Planung eines Neubaues für das Gesundheitszentrum Langenau geht einher mit der grundsätzlichen Neuordnung der Baukörper, Außenräume und Wegebeziehungen zum und innerhalb des bestehenden Gebäudeensembles.

    Durch die Veränderungen im Gesundheitswesen - die zunehmende Angliederung von ambulanten und therapeutischen Bereichen sowie Versorgungseinrichtungen an ein klassisches Krankenhaus - kommen neue Aufgaben und Ausrichtungen auf die seither konventionell entwickelten und betriebenen Krankenhäuser zu. Diese Situation finden wir auch in Langenau vor.


    Städtebau

    Der in den 50er-Jahren parallel zum Verlauf der Höhenlinien errichtete Baukörper wurde in den Folgejahren immer wieder erweitert. Die ehemals klare städtebauliche Grundfigur erfuhr insbesondere im westlichen Bereich eine Verwässerung, die dem Gesamteindruck des Hauses etwas Heterogenes verleiht. Durch die zurückhaltende farbliche Gestaltung werden die bestehenden Gebäude zusammengebunden.

    Mit dem Neubau eines Gesundheitszentrums am bisherigen Standort ist den Bestandsgebäuden ein Bauvolumen hinzuzufügen, welches zu einer städtebaulichen Neuausrichtung führt.

    Auf dem südlichen Grundstücksteil vorgelagert, mit Ausrichtung zur Stadt, wird ein neuer Baukörper verortet, der gemeinsam mit dem Gebäudebestand eine Hofsituation schafft. Dieser Hof nimmt den neuen Haupteingang auf.

    Das Gebäudeensemble erhält im Süden eine neue Silhouette, ein neues Entree zur Stadt, welches im übertragenem Sinn auch die Veränderungen an ein Krankenhaus klassischer Prägung symbolisiert. Durch die Schichtung der Baukörper von Nord nach Süd, die den Bestand respektiert und die weiten Ausblicke aus den Patientenzimmern weiterhin ermöglicht, werden Bestand und Neubau verzahnt.

    Die Hofsituation mit dem Hauptzugang erhält eine Vorfahrt, die Fahrdiensten und individuell körperlich beeinträchtigten Personen vorbehalten ist. Im Übrigen dient die Hofsituation der fußläufigen Erschließung.


    Architektur

    Die Architektur des Neubaues nimmt die vorgefundene topografische Situation auf. Ein Sockel vermittelt zwischen den Niveaus der Hanglage. Das Gesundheitszentrum ist als kompakter auf dem Sockel lagernder Kubus gestaltet. Der Anschluß an den Bestand erfolgt über ein erdgeschossiges Passstück.


    Der Entwurf ist im Wesentlichen durch seine Nutzungen und funktionalen Zusammenhänge bestimmt:

    Im Sockel sind die umfangreichen Räumlichkeiten der physikalischen Therapie angelegt, auf unterschiedliche Weise über Fenster, Oberlichtelemente und einen in den Sockel eingeschnittenen Innenhof belichtet und mit Ausblicken versehen.

    Die Funktionen des Gesundheitszentrums sind um ein Atrium organisiert, das alle Bereiche räumlich miteinander verbindet und die Orientierung erleichtert. Dabei werden im Erdgeschoß die öffentlichen Funktionen angelagert, dem Atrium kommt hier die Funktion eines Verteilers zu. Die vertikale Aufzug- und Treppenerschließung liegt direkt am Atrium.

    Das \'steinerne\' Plateau, eine über dem Gelände leicht erhabene Freifläche ist als Ort der Kommunikation zu verstehen. Die Gastronomie ist auf dieses Plateau orientiert und lässt eine Außenbewirtung zu. Ein eingeschnittener Hof im Untergeschoss bildet, in Verbindung mit Sitzmöglichkeiten, den Lichtöffnungen des Bewegungsbades und einem brüstungshohen Heckenpaket, eine Insel, eine Gliederung dieser Freiflächen.

    Die Obergeschosse nehmen die Arztpraxen, Tagungs- und Bürobereiche auf. Alle Bereiche werden direkt von den Umgängen des Atriums und erreicht.

    Die architektonische Gestalt des Hauses ist von einer vornehmen Zurückhaltung und stärkt das vorhandene Ensemble. Der Typus des Atriumhauses ist durch eine optimale Orientierung und Lichtführung charakterisiert. Der helle, mit Glaspaneelen verkleidete Baukörper, korrespondiert farblich mit dem bestehenden Krankenhaus. Eine Differenzierung entsteht durch die Glasoberflächen, die den Baukörper opak erscheinen lassen. Die Komposition der Bauvolumina mit ihrem Spiel von Licht und Schatten geben dem Gesundheitszentrum einen eigenen unverkennbaren Ausdruck.

    Die Tagespflege wird im UG des Bestandsgebäudes, versehen mit einem eigenen geschützten Freibereich, angeordnet.


    Erschließung / Wegeführung

    Ausgangspunkt des Erschließungskonzeptes ist die Anbindung an die bestehenden Erschließungssysteme des Krankenhauses. Die Erschließung nimmt diese auf, ohne im Bestand umfangreiche Umstrukturierungen vorzunehmen. Der im Erdgeschoß liegende Haupteingang wird auch im Neubau aufgegriffen, so dass alle EG-Bereiche barrierefrei und ohne Aufzugbenutzung direkt erreicht werden können.

    Die Anbindung an das Krankenhaus erfolgt über einen erdgeschossigen Zwischenbau, eine Art „Passstück“, das Foyer und Kunden - Servicecenter aufnimmt und als Verteiler zu den unterschiedlichen Funktionen dient. Von hier aus gelangt man auch in den Bereich der bewirtschafteten Flächen des Tageskaffees und der Kantine. Die Versorgungseinrichtungen, Apotheke, Sanitätshaus, Reformhaus etc. sind um das Foyer angeordnet. Alle stark frequentierten Bereiche sind entlang der Hauptachse des Foyers, ohne Nebenflure und Umwege angeordnet. Die Orientierung und Übersichtlichkeit ist einfach und für Patient und Besucher sofort nachvollziehbar.

    Die äußere Erschließung erfolgt über eine neue Vorfahrt von der Ostseite des Gebäudekomplexes. Zwischen Bestand und Neubau wird eine leicht ansteigende Vorfahrt angelegt, die als neue Mitte des Ensembles dient. Kurzzeitparken, Taxivorfahrt und Parken für Behinderte sind hier möglich.

    Die umfangreich nachzuweisenden PKW-Stellplätze werden östlich und südlich in die Topografie eingebettet und folgen dem Geländeverlauf. Das Gesundheitszentrum ist mit einem Wegenetz an die Stadt bzw. die umgebenden Erschließungsstrukturen angebunden.

    Die Ver- und Entsorgung des Krankenhauses und des Gesundheitszentrums erfolgen über den bisherigen Betriebshof direkt von der Karlstraße, so dass Kreuzungen mit dem Patienten- und Besucherverkehr ausgeschlossen sind. Der Betriebshof wird mit einer Überdachung versehen und um das Entsorgungscenter ergänzt. Die neuen Baukörper schirmen den Betriebshof von der Einfahrt auf der Ostseite ab und formulieren einen Abschluß der bisher offenen Situation.


    Konstruktion

    Das Gesundheitszentrum ist als Stahlbeton – Skelettbau geplant. Ein weites Stützraster lässt unterschiedliche Grundrissaufteilungen der Arztpraxen zu. Flachdecken gewährleisten die größtmögliche Flexibilität hinsichtlich der haustechnischen Installationen.


    Erweiterungen (Ideenteil)

    Die Erweiterungsflächen für die Arztpraxen sind als Bauvolumen an der Ostseite des Plateaus vorgesehen. Das Plateau wird in der Ausbaustufe von den Baukörpern gerahmt.

    Die betreuten Altenwohnungen werden von den übrigen Gebäuden abgesetzt und den Bauten an der Oberen Bergstraße zugeordnet. Die Erschließung erfolgt sowohl vom Straßenniveau als auch vom Gartenniveau des Gesundheitszentrums barrierefrei.

    Die Erweiterung der chirurgischen Station liegt westlich des Gesundheitszentrums und ist über das bestehende Flursystem an das Krankenhaus anzuschließen.


    PETER W. SCHMIDT ARCHITEKT BDA

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.