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  • DE Bremen
  • 01/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-131021)

Neues Hulsberg-Viertel


  • Teilnahme


    Architekten
    WESTPHAL ARCHITEKTEN BDA, Bremen (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    STÄDTEBAULICHES KONZEPT

    Die Bebauung des neuen Hulsberg-Quartiers definiert sich aus dem Konzept der europäischen Stadt in seiner räumlichen Abfolge von Dichte und Weite: Dichte für die architektonisch bebauten Flächen, Weite für die Orte, Plätze, Parks und Gärten des öffentlichen Raumes.

    Der entwurfliche Ansatz unseres Konzepts hat seinen Schwerpunkt in der Entwicklung nicht nur eines, sondern unterschiedlicher öffentlicher Räume und lokalisiert diese an den Orten der historischen Geschichte des Quartiers, welche von den zeitgeschichtlichen Gebäuden des ehemaligen Krankenhausareals geprägt sind.

    Das öffentliche Quartiersleben sammelt sich um diese städtischen Plätze verschiedener Größe und unterschiedlichen Charakters an den historischen Gebäuden der ehemaligen Klinik. Diese öffentlichen Räume sind impulsgebend für die Entwicklung der umgebenden Baufelder und ihren privaten Freiräumen und Gärten. Das dem Quartier eigene Ordnungsraster wird bewusst und wohltuend gestört und erzeugt ein Spannungsverhältnis um die historischen Gebäude.

    Somit gruppiert sich um jeden Platz auch ein öffentliches Leben eigenen Charakters:

    - der städtische Ort zum Treffen und Verweilen vor dem Apartmenthaus am „Corso“ definiert den westlichen Eintritt in das neue Hulsberg-Quartier, flankiert von der historischen Krankenpflegeschule,

    - der allseits umbaute, fast intime Quartiersplatz „Terrasse“ bietet seinen umliegenden Bewohnern vom ehemaligen Gebäude des Personalrats nutzbare Aufenthaltsqualität mit Räumen für ein Café und dessen Außenbestuhlung,

    - der von der historischen Dermatologie umschlossene „Hofgarten“ mit Verweilqualität sowohl für die Besucher der zukünftigen Volks- oder Musikhochschule als auch für die angrenzenden Bewohner

    - der „Platz der Generationen“ an der ehemaligen Station 21, welcher die Kindertagesstätte bewusst mitten in das Quartiersleben hebt und Angebote für Jung und Alt gleichermaßen offeriert.

    - sowie der „Grünen Mitte“, ein Quartierspark im klassischen Sinne, der sowohl Aufenthaltsqualität als auch Fuß- und Radwegeverbindungen durch das Neue Hulsberg-Quartier anbietet.


    Die Überlagerungen von der geschichtlichen Entwicklung werden hier ebenfalls ablesbar anhand der ehemaligen MTA-Schule, welche den Charakter der Grünen Mitte wesentlich gestaltet.

    Aufgrund seiner Eigenschaften und Größe bietet dieser Platz auch Ausstrahlung über das Quartier hinaus und öffnet sich demzufolge in angemessener Geste und Größe zur Straße Am Schwarzen Meer.
    Durchquert wird die Grüne Mitte von Wegen, die sowohl dem übergeordneten Rad- und Fußwegnetz als auch dem Flanieren dienen, flankiert von den grünen Spiel- und Liegewiesen.

    Alle historischen Gebäude werden somit „in Szene gesetzt“, hervorgehoben und stadtbildprägend, sie sind identitätsstiftend für alle fünf Plätze des neuen Hulsberg-Quartiers.


    FREIRAUMKONZEPT

    Eine homogene netzartige Freiraumstruktur durchzieht das neue Quartier. Die linearen Räume fungieren als Verkehrsflächen, an den „besonderen Orten“, im Bereich historischer Gebäude öffnet sich dieses Netz zu platzartigen Aufweitungen für vielfältig nutzbare Aufenthaltsräume.
    Wiederkehrende Motive und Materialien unterstützen die Erlebbarkeit dieser öffentlichen Freiräume: So werden die Verkehrsflächen von seitlichen Reihen kleinkroniger Bäume begleitet, während die „besonderen Orte“ geprägt werden von den zum Teil mächtigen freistehenden Altbäumen und neu gepflanzten Baumgruppen.

    Die Verkehrsflächen spannen sich als niveaugleiche Belagsfläche aus wasserdurchlässigem Kunststeinpflaster (Klinker- oder Betonpflaster) zwischen den Gebäuden auf. Die Breite der Flächen richtet sich nach der Kategorisierung des geplanten Verkehrskonzeptes.

    Die Freiräume an den historischen Gebäuden sind grüngeprägt und erhalten als besonderes Belagsmaterial (Rahmen, Wege etc.) ein Natursteinpflaster. Ihre inhaltliche Gestaltung ist individuell und richtet sich nach der künftigen Nutzung der Altbauten und der Bedeutung und Lage des Ortes im Quartier.

    An den äußeren Quartiersrändern werden die vorhandenen, zum Teil sehr großzügigen Vorgärten mit Altbaumbestand erhalten. Grundsätzlich sollte auf eine dichte hohe Einfriedung verzichtet werden, vorstellbar ist eine niedrige Hecke oder transparente Einzäunung (falls durch die Gebäudenutzung erforderlich).

    Der wertvolle Altbaumbestand wird so weit wie möglich erhalten. In den privaten Freiflächen und Gärten werden diese selbstverständlich integriert und tragen zur besonderen Lebensqualität dieser Orte bei. Im Bereich der Verkehrsflächen stellen die Bestandsbäume wie die historischen Gebäude eine Besonderheit dar: Sie „tanzen aus der Reihe“ und belassen die Historie des Viertels lebendig.


    VERNETZUNG MIT DEN UMLIEGENDEN QUARTIEREN

    Die Vernetzung des neuen Hulsberg-Viertels mit den umliegenden Gebieten erfolgt im Wesentlichen über das historisch gewachsene Bild des ehemaligen Krankenhausareals:

    Die angemessen, großzügigen Freiflächen vor den historischen Bettenhäusern bleiben nach wie vor erhalten und prägen auch weiterhin die typologische Eigenständigkeit, gewachsen aus der Geschichte des Ortes.

    Durch gezielte Platzierung von Einzelbaukörpern, wie z. B. an der St.-Jürgen-Straße werden diese Freiräume durch ihre räumliche Fassung noch deutlicher hervorgehoben und akzentuieren die neuen Wegeverbindungen in das Quartier, welche sich immer an den historischen Gebäuden befinden.

    Dennoch wird der Eintritt in das neue Hulsberg-Viertel räumlich nicht deutsam und über das Maß inszeniert, sondern entspricht den stadträumlichen adäquaten Proportionen der umliegenden Straßenmündungen. Lediglich der südliche Zugang zur grünen Mitte Am Schwarzen Meer ist räumlich hervorgehoben, gerahmt von der Pathologie und der MTA-Schule. Diese räumliche Öffnung stellt auch eine Geste für die umliegende Öffentlichkeit dar, diesen Park als Naherholungsfläche zu nutzen.


    BAUFELDER UND GEBÄUDETYPOLOGIEN

    Ziel des Entwurfes ist die Entwicklung einer Vielzahl kleinteiliger Baufelder bereits ab einer Größe von ca. 500qm. Die benachbarten Baufelder können gruppenweise zusammengeschlossen werden, um sowohl separat als auch gruppiert Grundstücke veräußern zu können.

    Auch die Gebäude variieren in ihren Typologien und bieten verschiedensten Interessen Angebote: Reihenhäuser, Townhouses, Geschoßwohnungsbau, freistehende Stadthäuser, ausschließliche Wohnungsbauten als auch gemischt nutzbare Wohnbauten stellen eine große Bandbreite der Neubauten dar, welche mit den historischen Altbauten ein lebendiges Ensemble des Neuen Hulsberg Quartier darstellen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.