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  • DE-78462 Konstanz
  • 01/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-117505)

Gemeinschaftsschule Gebhard


  • 2. Preis


    Landschaftsarchitekten
    fischer heumann landschaftsarchitekten, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: barkowsky wahrer architekten, Köln (DE)

    Preisgeld
    24.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtebau / Gebäude

    Der Entwurf sieht zwei Solitärgebäude für Schule und Sporthalle vor, die über eine Freifläche miteinander verbunden sind. Das Schulgebäude stellt sich als markantes, in Nord/Süd Richtung langgestrecktes, dreigeschossiges Bauwerk dar, welches auf dem Grundstück östlich in Richtung Handwerkerhof situiert wird und somit im Westen ein großzügiges, der Topographie folgendes, multifunktionales Aktionsband ermöglicht. In diesem Freiraum, der eine wichtige Funktion im dicht bebauten Quartier übernehmen kann, befinden sich der Eingangsbereich, zahlreiche Angebote für Sport und Spielflächen sowie der Pausenhof. Südlich lassen die Gebäude ausreichend Abstand zur Bahn und präsentieren sich selbstbewusst im Stadtraum. Die Sporthalle ist ins Gelände abgesenkt und tritt dadurch angemessen in Erscheinung. Die Erschließung erfolgt ebenerdig von Süden in die Tribünenebene mit Blick nach unten auf das Spielfeld. Das Erdgeschoss des Schulgebäudes ist als offene Halle mit eingestellten Funktionsbereichen wie Verwaltung, WC Trakt und Küchenbereich konzipiert. Die Mensa ist im Süden, mit Freibereich auf dem Gebäudesockel, angeordnet. Geschickt gelingt es dem Verfasser das Erdgeschoss mit Hilfe der Topographie und dem sockelbildenden Untergeschoss zu gliedern. Um dem vorbeugenden Brandschutz gerecht zu werden, müsste das Erdgeschoss allerdings noch in Brandabschnitte aufgeteilt werden. Die Obergeschosse werden über zwei einläufige, freistehende Treppen erschlossen, welche in den beiden Obergeschossen von je einem Lichthof begleitet werden. Ergänzt durch drei weitere Lichthöfe lassen die natürlich belichteten Unterrichtsgeschosse eine sehr angenehme Atmosphäre erwarten. Diese gliedern die Bewegungszonen der Obergeschosse, es entstehen vielfältig nutzbare Kommunikationszonen. Die Flexibilität des Grundrisses könnte durch weitere variable Wände noch erhöht werden. Schnitte und Grundrisse stimmen maßstäblich nicht vollkommen überein. Die über dem verglasten Erdgeschoss schwebenden Obergeschosse sind ruhig gegliedert und begegnen dem heterogenen städtischen Umfeld sehr wohltuend. Die vorgeschlagene Holzverkleidung erscheint der Bauaufgabe angemessen. Das Gebäude ist in Stahlbetonkonstruktion mit Bauteilaktivierung vorgesehen. Dies und die vorgeschlagene Fensterfassade lassen eine gute Wirtschaftlichkeit erwarten. Einsparpotenzial besteht im Bereich der Sporthalle im Weglassen des auf dem Dach vorgesehenen Bouleclubs, um anstelle der Betondecke ein leichtes Tragwerk realisieren zu können.


    Freianlagen

    Die terrassierte Platzabfolge westlich der Schule wirkt sehr angenehm als Freiraumelement, das den „Brückenplatz“ im Süden mit dem Quartier verbindet. Damit erhält die Schule ein angemessenes Vorfeld mit räumlich gut proportionierten Freiräumen, die vielfältig nutzbar sind. Fraglich ist, ob die „Sportintarsien“ innerhalb der Verkehrsflächen funktional vertretbar sind. Ergänzend zu dem großzügigen Platzraum weist das Schulgebäude eine Vielzahl nur zweigeschossiger Patios auf. Die Verlegung der Bouleplätze vom Dach der Turnhalle wäre von Vorteil.


    Sport

    Die Funktionalität der Sporthalle ist gewährleistet. Zwei Außenzugänge zum Halleninnenraum sind vorhanden, aber nicht nutzbar für Zulieferungen. Die Lage des Multifunktionsraumes im 2.OG für Senioren ist sehr ungünstig. Zwei Stützen liegen im Sichtfeld der Tribünenzuschauer. Die auf dem Dach geplanten Bouleflächen sollten ebenerdig verlegt werden.


    Pädagogik

    Gesamtpädagogisch ist das Konzept positiv zu bewerten. Folgende Punkte sind allerdings zu bemängeln: Die Cluster müssten abgetrennt werden können. Die Lern- und Gruppenräume sollten zusammenschaltbar sein. Die Nebenräume zu Naturwissenschaften, textiles Werken und Musik sind zu klein. Der Musikraum ist als reiner Fachraum nicht zuschaltbar.


    Wirtschaftlichkeit

    Die Arbeit liegt aufgrund ihrer einfachen Geometrie und ihrer sehr guten Kompaktheit im unteren Bereich der Investitionskosten. Die Halle wurde ca. 4m tief eingegraben. Da sie komplett separat liegt, wäre hier noch eine Einsparung möglich, wenn die Halle weniger tief abgesenkt würde, was auch das Risiko im Hinblick auf die Wasserhaltung minimieren würde. Angemessene Glasflächen, zur Hälfte auch als Fensterflächen mit einfachem Sonnenschutz, tragen zu den günstigen Investitionskosten bei und lassen gleichzeitig eine sehr gute Belichtung mit wenig Kunstlichteinsatz erwarten. Das Boulefeld könnte im Norden angelegt werden.
    Die klare Grundrissstruktur und die einfache Geometrie lassen eine sehr wirtschaftliche Umsetzung erwarten.