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  • DE-79098 Freiburg im Breisgau
  • 02/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-116913)

Entwicklung Güterbahnhof Nord, Projekt A2


  • 2. Preis


    Architekten
    Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Anthony Carimando, Jan Gienau

    Erläuterungstext
    Ziel der städtebaulichen Konzeption ist es, mit dem Baufeld A2 auf dem Güterbahnhofsareal in Freiburg einen Stadtbaustein eigener Prägung und Identität zu schaffen.
    Vier Quartiersstrukturen bilden klare Zonierungen, Raumkanten zu den angrenzenden Stadträumen.
    Es entstehen klar definierte öffentliche und private Bereiche, die eine robuste Grundstruktur für die ange-dachten Nutzungen in dem Bereich des Güterbahnhofs anbieten.
    Auch zur Isfahanallee bleibt die Quartiersstruktur lesbar. Der Lärmschutzrücken zu dieser Haupterschlie-ßungstrasse wird in der baulichen Fuge durch eine Lärmschutzglaswand baulich umgesetzt. Erschlossen von der Planstraße B und H bildet ein verkehrsberuhigter Bereich als Ringerschließung die innere Erschließung. Es entstehen Adressen, Eingangssituationen zum öffentlichen Raum. Die Nutzungen können sich zu diesem öffentlichen Bereich orientieren.
    In den Quartiersinnenbereichen entstehen ruhige, private Wohnsituationen.
    Die Sondernutzungen Kindertagesstätte und das geplante Hotel sind in diese Quartiersstruktur integriert und bilden selbstständige Bausteine im städtebaulichen Kontext.
    Entlang der Isfahanallee und im nördlichen Bereich der Waldkircher Straße entsteht ein stadträumlicher Rü-cken, der für die angrenzenden Stadtquartiere südwestorientierte Nutzungen in dem Innenbereich des Stadt-quartiers ermöglicht. Das geplante Hotel, dem eine kleine Platzsituation vorgelagert ist, bildet in der Südost-situation des Baufeldes eine räumliche Akzentuierung.
    Der öffentliche, verkehrsberuhigte Erschließungsraum innerhalb des Baufeldes integriert Platzbereiche, Spiel-zonen, öffentliche Stellplätze, die Vorfelder für Hotel und Kindertagesstätte und bildet die Adressen für die geplanten neuen Nutzungen. Eine Werkhofsituation erschließt die Gewerbenutzungen entlang der Isfahanallee von Westen.

    Freiraumplanerisches Konzept

    Über die baumbegleitenden Haupterschließungen, Planstraße B und H wird an das Quartier herangeführt.
    Eine interne baumüberstellte Platzsituation und ein Auftaktsplatz im Vorfahrtsbereich des Hotels prägen den öffentlichen Raum. Innerhalb der Stadtquartiere entstehen private grüne Innenhofsituationen. Öffentlicher und privater Raum sind klar definiert. Auf der zentralen Platzfläche sind die gewünschten Spielflächen einbezogen, auf der dem Quartier zugewandten Seite der Lärmschutzglaswand wird eine Kletterwand für Kinder ergänzend integriert.
    Die Freiflächen der Kindertagesstätte sind direkt den Gruppen zugeordnet und geschützt ausgebildet.
    Alle Flachdachsituationen sind als extensive Dachbegrünungen geplant, so dass ein verzögerter Nieder-schlagswasserabfluss gewährleistet ist. Das anfallende Regenwasser wird auf den jeweiligen Parzellen in Zisternen gesammelt, versickert und verdunstet.
    Durch die geplanten Hochparterresituationen entstehen räumlich klar definierte Gartenbereiche, die zum öffentlichen Raum abgegrenzt sind.

    Nutzungskonzeption Arbeiten und Wohnen

    Durch die gewählte kleinparzellierte Quartiersstruktur entsteht ein verdichteter urbaner Stadtraum, der vielfäl-tige Nutzungsvariabilität gewährleistet. Die Erschließungsstruktur eines verkehrsberuhten Bereiches schafft direkte Zuordnungen in den öffentlichen Raum. Entlang der Isfahanallee und in Teilbereichen zur Planstraße B werden Büronutzungen, Dienstleistungsbereiche vorgeschlagen. Konzepte für das Thema Wohnen und Arbeiten sind in diesen Bereichen ebenfalls umsetzbar. Durch die Hochparterresituation können für Büros und Arbeitsstätten größere Geschosshöhen generiert werden. Die Wohnnutzungen in den Obergeschossen orientieren sich in die ruhigen Gartenhöfe. Die Tiefgaragenstellplätze sind den jeweiligen Nutzungseinheiten direkt, barrierefrei zugeordnet. Im Vorfeld der gewerblichen Büronutzungen können zusätzliche öffentliche Besucherstellplätze entstehen.
    Die vorgeschlagene Stadtstruktur im Baufeld A2 bildet einen maximal flexiblen Rahmen für unterschiedliche Nutzungskonzepte des Wohnen und Arbeitens.

    Schallschutz

    Entlang der angrenzenden Haupterschließungsstraßen, Isfahanallee und Waldkircher Straße entsteht durch die VI-geschossige Bebauung ein baulicher Lärmschutz für die angrenzenden Quartiersstrukturen.
    Die Quartiersstruktur des Baufeldes ist auch entlang der Isfahanallee spürbar. Die bauliche Fuge zwischen zwei Quartieren wird mit einer gläsernen Lärmschutzwand, die in eine Grünfläche integriert ist, räumlich geschlossen. Aus dem Quartiersinneren kann die Wand als Kletterwand für den angrenzenden Spielplatz eingebunden werden.
    Durch die Lärmschutzbebauung entlang der Isfahanallee entstehen ruhige Bereiche im Inneren. Die vorge-schlagenen Quartiere orientieren sich ebenfalls von Außen nach Innen. Adressen, Eingänge, Zugänge vom öffentlichen Raum. Im Quartiersinnen prägen Gartenzonen das Wohnumfeld. Die Grundrisse sind alle Süd bzw. Südwest orientiert und schaffen klare, lärmgeschützte Ausrichtungen. In den angrenzenden Haupter-schließungsstraßen kann der Lärmschutz durch Lärmschutzverglasungen, mögliche geschlossene Loggienbereiche in Teilbereichen, ergänzend umgesetzt werden.

    Baugruppen

    Die städtebauliche Konzeption von Stadtquartieren ermöglicht eine kleinteilige flexible Parzellierung. Dies ist Grundstruktur für die angedachten Baugruppen, Investoren. Die so vorgeschlagene hohe Differenzierung der Größe der Baugrundstücke ermöglicht eine zukünftige variable Reaktion auf Bauherren und Baugruppen-Interessenten. Jede Parzelle ist an die geplanten Quartiersgaragen angeschlossen und über den öffentlichen Raum direkt angebunden. Die grünen Innenhöfe sind den jeweiligen Grundstücksparzellen zugeordnet. Die entworfenen Stadtbausteine gewährleisten Grundstückszuschnitte für vielfältige Wohnformen, Wohnen und Arbeiten von großzügigen Familienwohnungen bis hin zu Singlelofts, Generationenwohnen und betreuten Wohnsituationen. Das gesamte Plangebiet ist barrierefrei erschlossen.

    Verkehrskonzept

    Das Baufeld A2 wird über die Planstraße B von Westen erschlossen. Ein verkehrsberuhigter Bereich als Ring-erschließung bildet die innere Erschließungsstruktur. Im Bereich der Planstraße H im Süden ist die Zugangssi-tuation, Vorfahrt für ein mögliches Hotel vorgesehen. Die Quartierstiefgaragen sind von Westen über die Planstraße B direkt erschlossen. Im verkehrsberuhigten Bereich sind zusätzliche öffentliche Parkierungsflächen, Stellplätze für das Car-sharing und E-Bike-Stationen integriert.
    Ein baumüberstellter zentraler Platzbereich bietet Flächen zum Spielen, Aufenthalt und Kommunikation.
    Das Fuß- und Radwegenetz ist über diesen verkehrsberuhigten Bereich flächig an die angrenzenden Fuß- und Radwege angebunden und wird somit sinnfällig weiterentwickelt.
    Die Haltestellen des ÖPNV sind auf kurzem Wege, direkt erreichbar. Die Eingänge, Adressen zu dem Hotel und der Kindertagesstätte können als geschützte Vorzonen entwickelt werden. Alle notwendigen Stellplätze sind in Tiefgaragen innerhalb der vier Quartiersstrukturen untergebracht. Durch die geplante Hochparterresi-tuation der Quartiere entstehen kurze Zufahrtsrampen in die Tiefgaragen. Die Zufahrten über die Planstraße B zu den Tiefgaragen halten den Innenbereich des Baufeldes von Individualverkehr weitestgehend frei.

    Bauabschnitte

    Der städtebauliche Entwurf einer urbanen Quartiersstruktur lässt sich in unabhängig voneinander realisierba-ren Bauabschnitten umsetzen. Sinnfällig sind die beiden Quartiere an der Isfahanallee als erste Bauabschnitte angedacht, um den erforderlichen Lärmschutz zu dieser zu realisieren.
    Die beiden weiteren Quartiere können dann völlig unabhängig voneinander geplant werden. Es entstehen innerhalb der städtebaulichen Struktur keine Abhängigkeiten der Quartiere untereinander. Größe und Anzahl der jeweiligen Kleinparzellierung lassen sich flexibel in jeder Realisierungsphase anpassen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.