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  • DE-79787 Lauchringen
  • 01/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-119723)

Riedpark


  • Ankauf

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    Pit Müller Landschaftsarchitekt, Freiburg im Breisgau (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Rogg Architekten BDA DWB, Konstanz (DE)
    Stadtplaner: Planungsgruppe Süd-West, Lörrach (DE)

    Preisgeld
    3.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Verfasser formuliert die Idee einer neuen Ortsmitte mit einem zentralen Platz, eingebettet in klar ablesbare Strukturen (Erschließung, Bebauung, Grün).
    Wesentlicher Bestandteil des Entwurfs ist eine neue durchgehende Haupt- Verkehrsachse am östlichen Rand des Wettbewerbsgebiets von der B 34 bis zur geplanten Bahnunterführung. Diese neue Achse ist kritisch zu bewerten: Sie zieht zusätzlichen Verkehr an, entfaltet eine hohe Trennwirkung und ist zudem inkonsequent, weil sie weder zur direkten Erschließung der neuen Gewerbeflächen im Gebiet genutzt wird und auch keinen Bezug nimmt auf das östlich angrenzende Areal des Möbelhauses. Der vorgeschlagene Knotenpunkt mit der neuen Ost-West-Achse ist verkehrstechnisch äußerst schwierig. Der geplante nördliche Anschluss des Wohnquartiers an die neue Hauptachse ist praktisch nicht realisierbar.

    Die Ausrichtung der strukturbildenden Ost-West-Achse auf den südlichen Adenauerring und den traditionellen Ortskern wird positiv beurteilt.
    Der „zentrale Platz“ liegt am Gebietsrand und ist ausschließlich dem gewerblichen Bereich zugeordnet. Die dreiseitige bauliche Fassung soll durch eine raumbildende Allee auf einer Mittelinsel der B 34/Klettgaustraße ergänzt werden.

    Das untergeordnete Erschließungssystem ist klar und überschaubar und lässt städtebauliche Qualitäten mit maßstäblicher Raumbildung erwarten.

    Die Anordnung der sozialen und Gemeinbedarfseinrichtungen am Übergang zum westlich angrenzenden Wohngebiet ist grundsätzlich sinnvoll.

    Gliederung und Abstufung der Nutzungs-Intensität des Wohnquartiers nördlich der tragenden Ost-West-Hauptachse sind überzeugend und lassen, bis auf die östliche Randbebauung an der neuen Unterführungsstraße, eine hohe Wohnqualität erwarten.
    Der Erschließungsaufwand des Quartiers kann gegebenenfalls noch reduziert werden.

    Nicht überzeugend ist die Anordnung der Nord-Süd-Zeile zwischen der neuen Haupterschließungsachse im Osten und den zentralen gewerblichen Gebäuden im Gebiet. Ob die damit verbundene starke Einschränkung der Wohnqualität durch die vorgeschlagenen Dachgärten in den Obergeschossen wirklich verbessert werden kann, wird stark bezweifelt.
    Im Übrigen sind die angebotenen Strukturen stabil und lassen Modifizierungen der vorgeschlagenen Nutzungen zu.

    Die optionale künftige Anbindung der inneren westlichen Achse des Mischgebiets an die B 34 dürfte zu einer wesentlichen Verringerung der Aufenthaltsqualität in diesem Straßenraum führen. Fraglich ist, ob die vorgesehene Vielzahl künftiger Anbindungen an die B 34 auf vergleichsweise kurzer Strecke und die durchgehende Befahrbarkeit der Ost-West-Achse tatsächlich der Verkehrsberuhigung und der Aufenthaltsqualität im Gebiet dienen, oder ob sie nicht lediglich diffuse Verkehrsverteilungen mit entsprechenden Immissionen erzeugen.
    Die vorgeschlagene Hauptnutzung für den Turm an der Klettgaustraße (Textilmuseum) hat keinen greifbaren Bezug zum Wettbewerbsgebiet und wird eher im räumlichen Umfeld der historischen Produktionsstätten in Lauchringen gesehen.

    Der geplante „Grünpark“ als durchlaufendes Gliederungselement wird im Süden durch die parallel geführte Haupterschließung stark entwertet. Im Norden verengt er sich faktisch zum Verkehrsgrün und kann daher keine räumlich wirksame Verbindung zum Grünbereich nördlich der Bahn herstellen.

    Freiräume und Durchgrünung der nördlichen Wohnquartiere lassen eine gute Qualität erwarten. Bei den Geschosswohnungsbauten können alternativ die angebotenen Tiefgaragen oder ebenerdige Stellplatzzeilen eingesetzt werden.

    Der Entwurf kann etappenweise realisiert werden.
    Der Anteil der Erschließungsflächen ist mit ca. 24 % relativ hoch.