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  • DE-79787 Lauchringen
  • 01/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-119723)

Riedpark


  • Ankauf

    Masterplan Riedpark

    Architekten
    Ammann Albers StadtWerke, Zürich (CH) Büroprofil

    Verfasser
    Priska Ammann , Martin Albers

    Mitarbeit
    Annette Bohr, Mechthild Schindler-Hofer

    Preisgeld
    3.000 EUR

    Erläuterungstext
    Ein großzügiger, promenadenartiger Anger entlang der künftigen Zentralstraße von Lauchringen verbindet das Rathaus mit dem Neuen Markt, der sich von der Zentralstraße – der ehemalige Bundesstraße – nach Norden in das Wettbewerbsgebiet hinein öffnet.

    Der Neue Markt liegt am Kreuzungspunkt zwischen der Zentralstraße und einer baumgesäumten Verbindung für den Langsamverkehr, die das Siedlungsgebiet von den bewaldeten Höhen im Norden zur Wutach im Süden durchzieht. Dazu wird südlich der Zentralstraße eine (nur für den Fuß- und Radverkehr nutzbare) Verbindung zum Silcherweg hergestellt, die gleichzeitig eine attraktive Verbindung vom Neuen Markt zur Schule und in die Quartiere im Süden von Lauchringen anbietet – zur Hochrainstraße und zum Ortskern an der alten Hauptstraße.

    Auf der Nordseite der Zentralstraße führt eine Fuß- und Radwegverbindung zur Bahnunterführung an der Neuen Riedstraße, deren Einschnitt nach Westen hin aufgeweitet wird, so dass sich eher der Charakter eines flachen Tals als eines engen Grabens und Tunnels ergibt. Zu den benachbarten Quartieren ist der Neue Markt durch Quergassen verbunden: mit der Theodor-Heuß-Straße und der Konrad-Adenauer-Straße im Westen und dem Möbelhaus Dick im Osten.

    Die neuen Wohnquartiere nördlich des Markts liegen dagegen eher geschützt und sind frei von Durchgangsverkehr. Jedes Gebäude hat einen direkten Bezug zu einer Wohnstraße auf der einen Seite und einem geschützten, privaten Gartenbereich auf der anderen. Die Erdgeschosse sind durch einen um knapp einen Meter erhöhten Sockel vor Einblicken aus dem Straßenraum geschützt.

    Gut erreichbar an der Schnittstelle von den neuen Wohnquartieren zum Markt und zu den bestehenden Quartieren im Westen sind Kindertagesstätte und Familienhaus untergebracht. Direkt am Markt liegen dagegen die Wohngemeinschaften für Demenzkranke – mit Blick auf das öffentliche Leben auf dem Platz, zugleich aber mit einem geschützten Außenbereich nach Westen auf der Terrasse des 1. Stocks und im Garten. In den Erdgeschossen um den Platz gruppieren sich Läden, Cafés und Bars.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Verfasser hat versucht, der Bebauung eine öffentliche und private Seite zuzuordnen. Die Angemessenheit der Typologie der abgeknickten konischen Bereiche der Außenflächen wird für diesen Ort im „Ländlichen Raum“ kritisch diskutiert. Positiv anzumerken ist jedoch die Zuordnung von Spielstraßen zur Wohnbebauung.
    Positiv wird der Versuch gewertet, freundliche, helle Parkzonen auf Freiflächen und Parkdecks zu schaffen, wobei die Akzeptanz der Parkdecks von Teilen des Preisgerichts in Frage gestellt wird.

    Der Verfasser versucht, eine Abfolge von differenzierten Wegen und Plätzen zu schaffen. Die Anordnung von größeren Gewerbegebäuden im Anschluss an die Firma Dick mit der damit verbundenen gemeinsamen Andienung wird positiv gesehen. Familienzentrum und Kindertagesstätte sind im Gelenk zwischen bestehendem und geplantem Baugebiet geschickt und richtig platziert.

    Aufgrund der auch langfristig zu erwartenden Lärmproblematik wird dagegen die Ausrichtung und Öffnung des „neuen Markts“ zur Bundesstraße hin kritisch gesehen. Die Größe des Platzes scheint im Verhältnis zur umgebenden Bebauung und der zu erwartenden Nutzung überdimensioniert.
    Die in Großgaragen zusammengefasste Parkierung im Bereich der Wohnbebauung
    ist im „Ländlichen Raum“, ungewöhnlich und lässt Akzeptanzprobleme erwarten. Mit der Bebauung südliche der Bundesstraße bietet die Arbeit eine räumliche Fassung des Platzes, die Realisierung im Bereich des heutigen Lärmschutzwalls ist allerdings sehr unwahrscheinlich.

    Die Größe der angebotenen Handelsflächen scheint für unterschiedliche und wechselnde Nutzung geeignet. Eine Anpassung an verschiedene Bedarfe erscheint möglich. Im Bereich der Wohnbebauung bietet die Arbeit ein ausdifferenziertes Angebot für unterschiedlichste Wohnbedürfnisse.

    Jeder Wohnbereich hat seinen geschützten privaten Freiraum, was positiv bewertet wird. Die Freiräume bei Familienzentrum und Kita werden ebenfalls als ausreichend erachtet. Qualitätvoll ist auch die großzügige Verbindung zum nördlich der Bahn anschließenden Landschaftsraum.

    Die Realisierbarkeit in Abschnitten ist gegeben.

    Die Grundstruktur des Erschließungssystems ist sparsam auf das notwendige Maß reduziert. Die gemeinsame Andienung zwischen Gewerbegebiet und geplanten Handelsflächen trägt überdies zur Wirtschaftlichkeit bei. Allerdings erfordert der hohe Anteil an Mischverkehrsflächen einen hohen gestalterischen Aufwand, der die Wirtschaftlichkeit vermutlich verschlechtern wird.