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  • DE-89073 Ulm
  • 01/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-116851)

Wohnquartier am Egginger Weg


  • 4. Preis

    Ulm - Egginger Weg

    Landschaftsarchitekten
    landschaftsentwicklung kroitzsch, Gröbenzell (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Joachim Pogorzalek, München (DE)

    Erläuterungstext
    Eine verlorene Gartenlandschaft als Chance

    Großzügige Gartenparzellen, jede für sich ein Biotop und alle zusammen ein Paradies für Fauna und Flora. Es ist zu schade diesen Ort zu roden, zu planieren, auszuheben und zu bebauen. Unser Ansinnen ist es möglichst viel davon zu retten und vorhandenen Strukturen mit neuen
    zu vereinen.

    Um die technischen Forderungen zu erfüllen, schirmt eine Reihung von länglichen Gebäuderiegeln den Eggingerweg im Norden von dem sachte nach Süden fallenden Gartengelände ab. Hier bespielen kompakte Wohnhäuser die Gartenlandschaft. Jedes der einzelnen Wohnhäuser reagiert auf sehr individuelle Art und Weise auf den Ort.

    Eine Platzfolge als städtebauliches Konzept

    Eine Folge von Plätzen, mal weit und großzügig, mal konisch eng zulaufend, bilden ein Ambiente, das von der räumlichen und funktionalen Vielfalt lebt. Eine Mischfläche, mittig im Gelände, ist auf die Ulmer Stadtmitte mit dem alles überragenden Münsterturm ausgerichtet.
    Die Topografie lässt interessante Blickbeziehungen zu erwarten!

    Durchmischung von Gebäudetypen

    Unterschiedliche Gebäudetypen, eher den Bedürfnissen der Bewohner als denen des Marktes verpflichtet, bilden in der Gruppe vielfältige, überschaubaren Nachbarschaftseinheiten. Infrastruktureinrichtungen werden gemeinschaftlich erstellt und genutzt. Die Vielfalt der Wohnformen bedient ein breites Spektrum unterschiedlichster Bedürfnisse und finanzieller Möglichkeiten.


    Verkehr und Erschließung

    Die Wege, die mit dem Auto innerhalb des Quartiers zurückgelegt werden, sollen auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Deshalb sind die Zufahrten zu den Tiefgaragen und ausgewiesene Stellplätze in der Nähe zum Egginger Weg platziert. Die innere Mischfläche ist für Autos befahrbar, jedoch ist diese als Spielstrasse klassifiziert. Hier sind alle Verkehrsteilnehmer auf gegenseitige Rücksichtnahme angewiesen - das Bobby-Car hat Vorrang vor dem SUV.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Leitidee der Arbeit, das neue Wohngebiet um eine zentrale, langgestreckte Mischfläche zu
    gruppieren, ist interessant. Die Ausbildung der Gebäude, 4-geschossig mit Staffelgeschoss entlang
    dem Egginger Weg, nach Süden hin 3-geschossig, geht richtig mit der topografischen Situation um.
    Der zentrale Mischbereich ist spannungsvoll aufgebaut, hat ein hohes gestalterisches und
    funktionales Potential, ist allerdings überdimensioniert und sehr steinern präsentiert.
    Die Verkehrserschließung erfolgt konsequent vom Egginger Weg aus. Hier werden Tiefgaragen direkt
    angefahren, weitere Tiefgaragen für die südlichen Bereiche werden jedoch über den Innenbereich
    erschlossen, was hier zu Beeinträchtigungen führen kann. Auch die Anordnung der öffentlichen
    Stellplätze ist nicht unproblematisch. Da nicht alle in den Zufahrtsbereichen untergebracht werden
    konnten, sind Stellplätze auch zentral im eigentlich attraktiven Innenbereich vorgesehen.
    Die Freiräume des Gebietes finden sich konzeptabhängig in der zentralen Mischfläche, die allerdings
    nicht sehr differenziert und wenig und stärker durchgrünt sind. Positiv ist der Umgang mit Baumreihen
    und sog. Baumhallen, die Identität verleihen. Einbindung und Fußwegeverbindungen sind gut
    angeordnet. Ein Netz von Kinderspielplätzen ist daran angebunden.
    Die Grundrisse und die Gebäudeorientierung ermöglichen ein vielfältiges Wohnungsangebot. Negativ
    ist die Anordnung von Wohngebäuden ohne private Vorzonen direkt an den öffentlichen Flächen.
    Die Arbeit hat einen relativ hohen Anteil an öffentlichen Flächen. Sie sind groß und daher für den
    Auslober eher unwirtschaftlich, wobei die städtebauliche Dichte stimmig ist.
    Insgesamt ist die Arbeit ein städtebaulich guter Beitrag, Schwächen liegen allerdings in der konkreten
    Ausformung der zentralen Mischfläche und der Erschließung der südlichen Gebäude.


INFO-BOX

Angelegt am 05.02.2013, 14:55
Zuletzt aktualisiert 07.02.2013, 13:00
Beitrags-ID 4-63733
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