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  • DE Dortmund
  • 12/2005
  • Ergebnis
  • (ID 2-3542)

Hohenbuschei


  • 2. Preis

    Gesamtkonzept

    Architekten
    pp a|s pesch partner architekten stadtplaner GmbH, Dortmund (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Prof.Dr. Franz Pesch Dipl. Ing. Juri Goebel Dipl. Ing. Mario Flammann Dipl. Ing. Corinna Jung Dipl. Ing. Marcel Heller Dipl. Ing. Mira Irion Anja Sendlewska

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: knoll landschaftsarchitekten, holzgerlingen (DE)

    Erläuterungstext


    Wohnen in der Gartenstadt Hohenbuschei

    Das von uns entworfene Zukunftsbild Wohnstandorts Hohenbuschei greift die besonderen Begabungen des Standorts auf und verstärkt sie durch neue städtebauliche und landschaftsarchitektonische Elemente. Unverwechselbarkeit soll Identität stiften und bereits den ersten Bewohnern ein angenehmes Umfeld garantieren. Die besondere Struktur und Atmosphäre der Teilräume wird eine „Mental Map“ erzeugen und für einfachste Orientierung sorgen. In Hohenbuschei wohnt und arbeitet man im „Stadtquartier“, im „Waldquartier“ oder im „Parkquartier“.

    Das Stadtquartier im Westen des Planungsgebiets entwickelt sich um eine grüne Mitte mit dem Wasserturm als Wahrzeichen. Die mittlere städtebauliche Dichte ist hier durchaus erwünscht. Der zentrale Platz lässt mit seinen schiefen Ebenen und Stufenanlagen sportliche Aktivitäten gleichermaßen zu wie den Pausenaufenthalt der dort Beschäftigten. Freizeit, Entertainment und Dienstleistungsangebote profitieren vor der hochwertigen Adresse; die Sportanlagen des BVB und der Golfplatz erhalten ein hochwertiges Entree.

    Das Waldquartier im Süden des Planungsgebiets nutzt die Atmosphäre des Gehölzbestandes für eine sonst nur im Dortmunder Süden vorkommende Wohnqualität. Die Platzierung der Baufelder garantiert, dass die erhaltenswerten Baumbestände sich im Verbund weiter entwickeln können und an ökologischem Wert hinzu gewinnen. Durch gezieltes Auslichten des Unterwuchses und vereinzelte Durchwegungen werden die Waldflächen zu einem schattigen Aufenthaltsort aufgewertet.

    Das Parkquartier im Osten des Planungsgebiets führt eine neue Qualität des Wohnens ein. Überschaubare Nachbarschaften rahmen einen zentralen Freiraum, der mit den Elementen Wasser, offenen Gehölzgruppen und weiten Wiesenflächen die Qualitäten der sanften Hügellandschaft in Dortmunder Norden im Innenraum neu interpretiert. Ein Gehölzstreifen sorgt für die räumliche Fassung des Parks und stellt die Beziehung zu den bestehenden Waldstrukturen her. Im Schatten der Bäume finden sich verschiedene Aufenthaltsorte und Spielmöglichkeiten.

    Dieses aus dem Ort entwickelte gesamträumliche Bild wird unterstützt durch den modularen Aufbau des Entwurfs. Die großräumige Erschließung baut auf dem bestehenden Erschließungsnetz auf. Im Grunde gibt es eine große Erschließungsschleife, auf der die Verkehrsfunktionen gebündelt werden und die zugleich eine einfache Orientierung in Hohenbuschei ermöglicht. Die Quartiere selbst werden über befahrbare Wohnwege oder verkehrsberuhigte Bereiche erschlossen. So entsprechen die Wohnnachbarschaften jeweils den Erschließungseinheiten. Dieses dezentral organisierte Erschließungssystem vermeidet Fremdverkehre und unterstützt die Bildung von lebendigen Nachbarschaften.

    Die Wohnformen können durchaus variieren. Unser Entwurf schlägt vor, im Waldquartier bevorzugt Residenzwohnen und Einfamilienhäuser anzubieten. Für das Residenzwohnen eignen sich mehrgeschossige Villen oder Wohnhöfe. Die luftig gestellten Einzel- und Doppelhäuser verstärken den Charakter einer Waldsiedlung wie etwa in Tapiola bei Helsinki. Am Park könnten die etwas dichteren Wohnformen Platz finden: Doppel- und Reihenhäuser und Reiehaus-Höfe. Ganz im Norden läge ein geeigneter Ort für Gemeinschaftsprojekte wie etwa Baugruppen, für die es bundesweit inzwischen hervorragende Referenzprojekte gibt. Diese Zuordnung von Haustypologie und Lage ist hier zunächst als Vorschlag zu verstehen, der im Laufe der Realisierung modifiziert werden kann; der modulare Aufbau des Entwurfs lässt dies jederzeit zu, ohne die prägende städtebauliche Figur zu beschädigen.

    Das Energiekonzept des Entwurfs setzt sich zum Ziel, deutlich geringere Verbrauchswerte bei Raumheizung, Warmwasser und Strom gegenüber den durchschnittlichen Dortmunder Wohngebieten zu erreichen. Dies setzt einen städtebaulichen Entwurf voraus, der die Südexposition der Gebäude zum Prinzip erhebt. Trotz der räumlichen Prägnanz des Quartiers weisen 85 Prozent der Gebäude eine Südexposition bzw. keine höhere Abweichung als 30 Grad auf. Bei den wenigen Gebäuden, die aus städtebaulichen Gründen eine ungünstigere Ausrichtung haben, werden Bauformen (z.B. Winkelhaustyp) vorgeschlagen, die eine Optimierung des Solareintrags gewährleisten.
    Insbesondere Haugruppen von Baugemeinschaften und Hofanlagen im Bereich des Residenzwohnens bieten sich für die Realisierung des Passivhaus-Standards an.
    Aufgrund des besonderen Nutzungsmixes (Wohnen, Arbeiten, Entertainment/Sport) im Quartier und der insgesamt energiesparenden Bauweise dürfte der Aufbau einer Nahwärmeversorgung in Kooperation mit den örtlichen Energieversorgern zu optimalen Ergebnissen führen. Neben erdgasbetriebenen BHKW können auch regenerative Energieträger (Biogas, Holzsdchnitzel) zum Einsatz gelangen. Die großen Flachdächer in Bereich des Stadtquartiers eignen sich hervorragend als Standort für Photovoltaikanlagen.

    Lage und Baustruktur der Quartiere bieten optimale Voraussetzungen für die Realisierung eines naturnahen Regenwassersystems . Es wird vorgeschlagen, das Regenwasser über ein Mulden-Rigolen-Systrem verzögert dem Siepen und dem Teich im Park zuzuführen. Die Retentions- und Ableitungsräume liegen teils innerhalb der Quartiere, teils außerhalb des Siedlungskörpers im Übergang zur Landschaft. Durch diese dezentrale Anordnung kann ein funktionsfähiges System mit geringem Wartungsaufwand garantiert werden. Die erforderlichen Längsgefälle werden über ein entsprechendes Bodenmanagement sichergestellt. Um den Trinkwasserverbrauch zu minimieren sollte die Brauchwasserversorgung der Geschossbauten über Zisternen erfolgen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.