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  • DE-12435 Berlin
  • 03/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-122847)

50Hertz Netzquartier


  • Anerkennung

    kein Bild vorhanden
    Architekten
    KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt am Main (DE), München (DE), Berlin (DE), Braunschweig (DE), Beijing (CN) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    TGA-Fachplaner, Tragwerksplaner: Arup Deutschland GmbH, Berlin (DE), Düsseldorf (DE), Frankfurt am Main (DE)
    Fassadenplaner: priedemann fassadenberatung, Großbeeren (DE), Dubai (AE)
    Landschaftsarchitekten: KuBuS Freiraumplanung GmbH & Co. KG, Wetzlar (DE), Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    01. Einleitung

    Ziel des Entwurfes für das Verwaltungsgebäude der Firma 50 Hertz, ist die Errichtung eines Hauses, das für das städtebauliche Gefüge, den öffentlichen Raum und die Büronutzer gleichermaßen ein Maximum an Qualitäten erzeugt.
    Die Vorgaben des Masterplans und B-Plan Entwurfes wurden aufgenommen und zu einem modernen und starken Konzept weiterentwickelt. Generelles Prinzip ist es, ein kommunikatives und offenes Gebäude zu schaffen, das einen angemessenen Abschluss und Auftakt des Blocks an der Heidestraße bildet. Die starke und klare Kubatur wird im Erdgeschoss in einer einladenden Geste geöffnet, und der Gebäudeausdruckt folgt damit dem Anspruch an Transparenz und Innovationsgeist von 50 Hertz.

    02. Entwurfsidee

    Unser Entwurf verfolgt die folgenden Leitgedanken:

    • Fortführung des übergreifenden Masterplans und B-Plans der Europa City Berlin
    • Einhalten aller Vorgaben des B-Plans
    • Schaffen eines transparenten und offenen Hauses sowohl nach außen als auch nach innen.
    • Integrieren des Gebäudekopfes in ein schlüssiges Gesamtvolumen.
    • Stärken der städtebaulich wichtigen Platzkanten am Auftakt zum Kunstkampus.
    • Gleichwertige und hochwertige Arbeitsplätze im Sockel wie auch im Hochhaus.
    • Vernetzte und innovative Arbeitswelten auf den Büroetagen.

    Unser Entwurf stellt einen klaren und starken Baukörper dar, der den Grundgedanken der im Masterplan Volumen aufnimmt. Im Inneren werden die Funktionen des Raumprogramms entlang einer vernetzenden Magistrale ausgebildet. Die Interaktion unter den Mitarbeitern wird dabei maximal gefördert, während die eigentlichen Arbeitsplätze als ruhige Zonen für konzentriertes Arbeiten ausgebildet werden. Eine Gleichwertigkeit der Qualität der Arbeitsplätze im Sockel und im Hochhaus ist eine der Zielsetzungen des Entwurfs.

    03. Entwicklung in Bauabschnitten

    Die Entwicklung des Grundstücks in Phasen ist mit dem vorgeschlagenen Konzept möglich. Ein erster Bauabschnitt kann, am Platz im Süden beginnend, erstellt werden. Technikräume werden so vorgesehen, dass bei einer Entwicklung in Phasen die technischen Anlagen sinnvoll ergänzt werden.
    Als erster Baustein wird der südliche Teil entwickelt, der den markanten Eckpunkt zwischen Heidestraße und Kunstcampus ausformuliert und dann in einer logischen Sequenz nach Norden ergänzt wird.

    04. Städtebauliches, architektonisches Konzept

    Das gewählte Gebäudevolumen ermöglicht eine logische Integration des Kopfbaus im Süden in eine schlüssige architektonische Gesamtfigur. Die Herausforderung des Masterplans, der an einen klaren Blockrand einen eher wuchtigen Kopf anschließt wird durch eine verbindende, skulpturale Formgebung gelöst. Entlang der Heidestraße schlagen wir eine geschlossene Bauweise vor, die den linearen Fußgängerbereich klar definiert und zum Kopf im Süden hin leitet. Dadurch kann auch ein flexibles Entwickeln in Bauphasen ermöglicht werden. Eine klare Kubatur des Hochpunktes am Auftakt zum Kunstcampus stärkt den neu gewonnenen städtischen Platz.
    Das Gebäudeensemble zeichnet sich zum Platz hin durch eine großzügige Öffnung des Eingangsbereiches aus. Dabei wird das Foyer nach Osten hin visuell mit der wettergeschützten Terrasse im 1.OG verknüpft. Die Sonderfunktionen von Kantine und Cafe werden mit dem Platz in Beziehung gesetzt. Durch die erhöhte Positionierung wird jedoch eine natürliche Separation erreicht.
    Eine starke Ausformulierung der Eingänge und der Sonderbereiche auf allen Gebäudeseiten schafft einen starken Dialog von Innen und Außen und gewährt interessante Einblicke in die Arbeitswelt des Unternehmens.



    05. Erschließung

    Der Haupteingang am Quartiersplatz im Süden dient als primärer Zugang für Mitarbeiter und als klarer Anlaufpunkt für Besucher. Die öffentlichkeitswirksamen Bereich im EG werden offen und transparent in das Konzept integriert. Dabei wird der Eingangsbereich zu einem lebendigen Schaufenster für ein dynamisches Unternehmen. Schwebende Besprechungsboxen gewähren Einblicke in die Arbeitsprozesse der Firma.
    An der Heidestraße wird ein weiterer Eingang ausgebildet, der eine optimale Erschließung des Grid-Labs ermöglicht. Hier kann auch eine separate Adresse ausgebildet werden für den Zugang zur Kita und den Fitness Bereich. Im rückwärtigen Bereich kann geschützt und diskret die Anlieferung ausgebildet werden. Diese wird über die Anliegerzufahrt vom Kunstcampus her angedient und versorgt von zentraler Position aus alle Büro- und Servicebereiche. Die Einfahrt in die Tiefgarage ist an der Heidestraße angeordnet.

    06. Funktionalität und Bürokonzept

    Im Erdgeschoss sind Konferenz- und Besucherbereiche optimal nutzbar und zusammenschaltbar organisiert. Vom Foyer aus werden visuelle Verbindungen zur Außenterrasse und den internen Bereichen hergestellt, jedoch besteht eine klare und einfache Trennung zu den Arbeitsbereichen, die ab dem 1.OG beginnen. Dort befinden sich zentral am Kern gelegen, zum Platz nach Süden hin, die Bereiche des Cafes und des Restaurants samt geschützter Terrasse. Im Sommer kann die schützende Glashülle geöffnet werden, -durch den Wetterschutz kann die Terrasse im Hof auch in Übergangszeiten optimal genutzt werden. Im 2.OG ist der Bereich für Grid-Lab angeordnet, der über den Nebeneingang erschlossen wird, jedoch auch Zugang zu den zentralen Modulen von Coffespots und Meetingpoints erhält. Im 2. OG werden auch die Zonen für externe Mitarbeiter bereitgestellt.
    Im 10 und 11 OG werden Aufsichtsrat und Geschäftsführung angeordnet, jedoch auch ein Coffeespot für alle Mitarbeiter vorgesehen.
    Für die Organisation der Büros sind Vernetzung und Flexibilität das wichtigste Leitmotiv. Eine interne Magistrale als Netzstrang dient der horizontalen Verbindung auf den Geschossen. Öffentliche Treffpunkte wie Coffespots und Besprechungsbereiche sind an der Magistrale angelagert um die Interaktion und den Austausch unter den Mitarbeitern zu fördern. Die Öffnung der Magistrale zum Foyer, zu Hallen, hellen Treppen und der Cafeteria bilden Anziehungspunkte auf diesem Weg.
    Die Arbeitsplätze für alle Mitarbeiter sind stets ruhig und optimal belichtet an der Fassade angeordnet.
    Die Grundrisse ermöglichen eine flexible Organisation in Projektgruppen oder in Zellenbüros. Ein zweiter Flurbereich im 3-Bund ermöglicht es Abteilungen als abgeschlossene Zonen auszubilden.


    07. Fassadengestaltung, Bauphysik

    Die innovative Gebäudehülle ist ein wichtiger Bestandteil des Energiekonzepts. Der Sonnenschutz gewährleistet eine optimale thermische Kontrolle der Bürobereiche, der zusammen mit dem innenliegenden Blendschutz beste Qualität der Bildschirmarbeitsplätze garantiert. Gleichzeitig können in der multifunktionalen Außenhaut PV Elemente in die opaken Bereiche integriert werden. Diese opaken Elemente dienen auch der genauen Kontrolle des optimalen Glasanteils und ist in der Breite je nach Ausrichtung variabel einsetzbar. Ein in den Büros individuell kontrollierbarer Komfortöffnungsflügel ermöglicht natürliche Lüftung unter Reduktion der Lärmimmissionen. Titandioxydwaben können hier noch als Filter vorgeschaltet werden um als natürlicher Filter die Luftqualität der Zuluft zu verbessern.
    Das Gliedern der Fassade in 3 geschossige Segmente stärkt den vertikalen und eleganten Gebäudeausdruck des Hauses. In der Schichtung der Fassadenfelder wird eine Differenzierung zwischen Turm und Sockel erreicht. Eleganz und zeitloses Understatement als Ausdruck für eine intelligente und adaptive Gebäudehülle bestimmen den Fassadenentwurf.

    08. Energetisches Konzept
    Für den Neubau des Bürohauses orientiert sich die Planung an den Kriterien des DGNB, das Mindestziel ist die Ermöglichung einer Zertifizierung mit dem Gütesiegel in Bronze. Der vorliegende Wettbewerbsbetrag wurde mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit und den Lebenszyklus entwickelt. Hieraus wird sich für das Gebäude unweigerlich ein Niveau einer Silber- oder sogar Goldzertifizierung ergeben.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 07.02.2013, 17:07
Zuletzt aktualisiert 14.02.2013, 10:37
Beitrags-ID 4-63943
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