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  • CH-4001 Basel
  • 02/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-113255)

Neubau Primarschule Schoren


  • 6. Rang 5. Preis

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    Mettler Landschaftsarchitektur, Gossau (CH), Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Chebbi | Thomet | Bucher Architektinnen AG, Zürich (CH)
    Architekten: Rapp Arcoplan AG, Basel (CH)
    Bauingenieure: Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich (CH), Luzern (CH)
    TGA-Fachplaner: kiwi Systemingenieure und Berater AG, Dübendorf (CH)

    Preisgeld
    29.000 CHF

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtebau und Qualität der Freiräume (Ideenteil)
    Im Projekt Hilli Billi sind viergeschossige Gebäudevolumen derart gesetzt, dass sich die einzelnen Fragmente zu Blockrandbebauungen zusammenschliessen und auf dem Schorenareal mit den bestehenden Wohnbauten vier Grossformen mit Innenhof entstehen.
    Umgeben von diesen Wohnbauten steht mitten auf dem Areal der dreigeschossige Punktbau der Schule. Unmittelbar auf seine Situierung reagierend werden Strassenräume und zwei Plätze ausgeschieden: im Westen der gefasste Pausenhof und Quartierplatz, im Osten der Vorplatz der Schule zur Strasse. Diese Setzung verschmilzt die Zwischenräume der vorhandenen Quartierstrukturen und verankert die Schule als Zentrum mit Quartiernutzungen.

    Die Parzellierung ist mit dem Baubauungsvorschlag aufwendig, da der Wohnteil zweigeteilt ist. Die Wohnungen im Erdgeschoss reagieren mit einer Hochparterre-Situation auf die stadträumliche Lage.
    Die grosszügigen Abstände von der Schule zu den umliegenden Wohnbauten werden mit halböffentlichen Vorzonen gegliedert.

    Architektur und räumliche Qualität Schulhaus (Projektteil)
    Im Schulgebäude sind drei oberirdische Geschosse in sinnvolle Funktionseinheiten aufgeteilt. Drei Lichthöfe geben dem Gebäude eine angenehme Massstäblichkeit und gliedern den Grundriss in gut proportionierte und belichtete Bereiche, welche auf vielseitige Weise bespielt werden können. Der Erschliessungsraum zwischen den zweibündig angeordneten Unterrichtsräumen ist geschossweise unterschiedlich gestaltet: im Erdgeschoss der innere öffentliche Weg, im 1. Obergeschoss die introvertierte Halle, im 2. Obergeschoss die mit Nischen an die Fassade greifende Raumfigur.
    Alle Nutzräume in den oberen Geschossen werden über die Balkonschicht in eine Treppenhalle entfluchtet, womit die Brandschutzvorschriften erfüllt werden können und der Erschliessungsraum somit von Brandschutzanforderungen befreit ist. Leider verdunkelt diese Gebäudetiefe die im mittleren Bereich bereits quadratisch zugeschnittenen Schulzimmer zusätzlich.
    Die Turnhalle ist tiefliegend ohne räumlichen Bezug zum Eingangsgeschoss angeordnet, grösstenteils unter dem oberirdischen Gebäudevolumen. Auf der Nordseite geben Oberlichter etwas Tageslicht. Die Erschliessung der Nebenräume und Garderoben erfolgt im 1. und 2. Untergeschoss über eine Galerie mit Blick in die Turnhalle.

    Der einfache Gebäudekörper ist von einer regelmässigen Struktur geprägt. Die für den Fluchtweg nötigen Balkone entsprechen eher dem Bild eines Wohnbaus als dem einer Schule und sind in diesem städtischen Kontext nicht adäquat.
    Der etwas einfache architektonische Ausdruck lässt den Charakter einer zukunftsorientierten Schule vermissen und schmälert die Wirkung der stringenten städtebaulichen Setzung der ansonsten funktionstüchtigen Schule.

    Funktionalität und pädagogisches Konzept
    Ein innerer Weg, aufgespannt durch die zwei Eingänge Ost und West, verbindet im Erdgeschoss die öffentlicheren Programmteile wie Kindergarten, Tagesstrukturen und die doppelgeschossige Aula. Das der Aula vorgelagerte Foyer kann als erweiterte Pausenhalle benutzt werden und erschliesst gleichzeitig die Turnhalle. Diese Nutzungseinheiten können jeweils unabhängig von aussen erschlossen werden.
    Im 1.Obergeschoss sind die Fachräume sowie Lehreraufenthalt und Sekretariat angeordnet.
    Im 2.Obergeschoss befinden sich die Unterrichtseinheiten mit den zugehörigen Gruppenräumen. Die Unterrichtszimmer sind im Wechsel mit den jeweiligen Gruppenräumen angeordnet.

    Aus pädagogischer Sicht macht es Sinn, wenn klassenübergreifend gearbeitet wird. Dies bedingt eine Verschiebung der Gruppenräume zu jeweils zwei nebeneinander liegenden Einheiten. Zwei Klassenzimmer erhalten so zwei dazwischen liegende Gruppenflächen von 2 x 30 m2, was auch die angestrebte Flexibilität in der Nutzung ergibt. Das Projekt lässt diese Anpassungen zu, bietet darüber hinaus aber kaum räumliche Ansätze für neue pädagogische Formen.

    Um den kompakten Gebäudekörper der Schule herum werden im Aussenraum unterschiedliche Orte angeboten, die von den im Erdgeschoss angeordneten Nutzungen direkt bespielt werden können. Wegen der zentralen Lage der Schule fehlen den Pausenbereichen Rückzugsorte und Nischen.

    Wohnungsbau (Ideenteil)
    Im südseitigen aufgebrochenen Blockrand und in der nordseitigen Zeile sind die Wohnungen als Zweispänner konzipiert. Sie weisen eine zweiseitige Orientierung auf, die den privaten Wohnhof und den öffentlichen Raum thematisieren.

    Eine grosse Anzahl der Wohnungen ist sowohl während der Bauzeit als auch im Betrieb den Immissionen der Schule ausgesetzt. Diese Konflikte bezüglich Nähe der verschiedenen Nutzungen werden mit dem grosszügigen Abstand zu den umliegenden Wohnbauten mit grünen Vorzonen abgeschwächt.

    Mit drei Vollgeschossen und einem Attikageschoss werden 99 Wohnungen vorgeschlagen. Jeder Wohnung ist eine südorientierte Loggia zugeordnet. Der Wohnungsspiegel erfüllt die Vorgaben und bietet einen vielfältigen und flexiblen Wohnungsmix. Die Qualitäten der Wohnungen sind mit dieser Darstellung im Spezifischen nicht überprüfbar.

    Fazit
    Ein einfaches Funktionsschema dieser verführerisch kleinen Schule ist räumlich aufgewertet mit differenzierten Erschliessungsfiguren und Lichtführungen.

    Der architektonische Ausdruck kann sich nicht in den Kontext einfügen. Die Chance, mit einer neuen Schule auch neue Räume für eine zukunftsorientierte Schule zu schaffen, wird nicht wahrgenommen.


INFO-BOX

Angelegt am 25.03.2013, 18:59
Zuletzt aktualisiert 28.03.2013, 15:19
Beitrags-ID 4-65698
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