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  • DE Konstanz
  • 06/2005
  • Ergebnis
  • (ID 2-3717)

Areal Bahnhof Petershausen


  • 1. Preis


    Architekten
    pp a|s pesch partner architekten stadtplaner GmbH, Dortmund (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext


    Das neue Bahnhofsviertel: vernetzt – lebendig – grün
    Wer heute die sehr heterogene Struktur des Bahnhofsumfelds in Petershausen betrachtet, wird sich nur schwer vorstellen können, dass sich das Brachland in ein hochwertiges städtisches Quartier mit Nutzungsvielfalt und städtebaulicher Ausstrahlung verwandeln wird. Mit wenigen städtebaulichen Kunstgriffen kann dies gelingen:
    Da das aus Restflächen und Versatzstücken bestehende Areal nur begrenzte Potentiale für die Entwicklung einer eigenen Identität bietet, kommt der allseitigen Öffnung größte Bedeutung zu. Am Haltepunkt entsteht ein kleiner terrassierter Platz mit einer sehr offenen Unterführung – eine attraktive neue Verbindung zum Rheinufer wird möglich, die sich auf die städtebauliche Lösung des Uferquartiers bezieht. Zusätzlich wird in Verlängerung der Sankt-Gebhard-Straße eine leichte Fußgängerbrücke mit Verbindung zum Bahnsteig vorgeschlagen – hier mit direktem Bezug zu Herosépark und Rheinbrücke. Die in der Auslobung geforderte Unterführung für den motorisierten Individualverkehr in der Achse der Schneckenburgstraße wird als langfristige Option verstanden. Als Platz sparende technische Lösung wird eine Mittelrampe vorgeschlagen. Auf diese Weise kann es gelingen, die Durchlässigkeit für alle Fahrverkehrsverbindungen trotz der erforderlichen Rampenlängen zu gewährleisten. Trotz der Trennwirkung der Bahnanlagen wird es so gelingen, das neue Quartier optimal in das städtische Wege- und Verkehrsnetz einzubinden.
    So wie die Offenheit und Vernetzung des Quartiers die Grundlage für eine intensive Verwebung mit der Stadt bietet, soll der vorgeschlagene Nutzungsmix die endogenen Voraussetzungen für ein lebendiges Quartier schaffen: der Bereich nördlich der Bahnlinie eignet sich hervorragend als Dienstleistungsstandort. Das ehemalige Bahnhofsgebäude kann durchaus integriert werden – etwa als Coffeeshop oder Jugendtreff. Anstelle der baufälligen Gebäudezeilen an der Pestalozzistraße wird eine Mischung von Gewerbe und Wohnen in den Obergeschossen vorgeschlagen – optimal, wegen der Schule und Sportnutzung ausgehenden Störungen.
    Zwischen erhaltenem Hochhaus und der Zeppelin Gewerbe Schule könnte ein besonderes Quartier entstehen – eine Art städtebauliches Experimentierfeld insbesondere für Genossenschaften oder Baugemeinschaften. Die vorgeschlagene Bautypologie ist offen für viele Nutzungskonzepte und Grundrissvarianten. Bewusst wird unmittelbar an das Hochhaus angebaut, um das Gebäude optimal zu integrieren.
    Südlich der Bahn wird setzt unser Konzept ebenfalls auf Nutzungsmischung: so bietet das Kopfgebäude zur Petershauserstraße eine hervorragende Adresse für unternehmensbezogene Dienstleistungen. Die Stadthäuser im inneren des Quartiers können wahlweise für Home Offices oder Einliegerwohnungen genutzt werden. Die Wohnhöfe mit den grünen Eingangshöfen knüpfen typologisch an die 1920er Jahre an durchaus als Reverenz an die Umgebung – und schaffen eine besondere Atmosphäre, die Standortnachteile des bahnnahen Wohnstandort ausgleicht. Es versteht sich von selbst, dass alle Gebäude einen repräsentativen Zugang aus den Höfen erhalten.
    Das neue Quartier weist eine urbane städtebauliche Dichte auf. Zugleich wird jedoch eine Atmosphäre angestrebt, die durch attraktive Grünflächen und Alleen geprägt ist und den Charakter des Rheinufer und des Rheinparks ins Quartier hineinzieht. Der Sportplatz und die kleinen Platzräume verstehen sich als Trittsteine in diesem grünen Netz. Diese Qualität setzt sich auch im inneren der Wohnhöfe fort. Auch in den dichteren Abschnitten hat jede Wohnung einen kleinen Garten oder eine Dachterrasse. Individuelles Wohnen mit Aneignungsmöglichkeiten für die Bewohner – sei es in der Wohnung (offene Grundrissgestaltung) oder im Freiraum – ist das Konzept.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.