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  • DE-77933 Lahr
  • 03/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-115728)

Kanadaring


  • 5. Preis

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    Landschaftsarchitekten, Stadtplaner
    LOMA architecture. landscape. urbanism, Kassel (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: ANP Architektur- und Planungsgesellschaft mbH, Kassel (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser komplettieren behutsam das bestehende Wohnquartier unter Beibehaltung des Straßenverlaufs des Kanadarings. Bestehende Leitungen werden nicht überbaut.

    Dabei wird im nördlichen Bereich die Strenge der Zeilenbebauung in eine Hofstruktur transformiert, die durch die konsequente Trennung von Innen (Gartenhof) und Außen (öffentlicher Raum und Parkierungshöfe) überzeugt.

    Südlich des Kanandarings bleibt die Zeilenstruktur erhalten, lediglich das Abstandsgrün wird durch Obstbäume aufgewertet. Im Bereich der Schwarzwaldstraße sind keine echten baulichen Verbesserungen ersichtlich. Hier wird die Stadtraumqualität, so wie sie sich im nördlichen Planungsteil abzeichnet, nicht erreicht.

    Zentrum des Entwurfs bildet der Bürgerplatz, der mit betreutem Altenwohnen, Kita und Stadtteilhaus besetzt ist, die als Solitäre den Dialog mit den bestehenden denkmalgeschützten Punkthochhäusern aufnehmen. Der Bürgerplatz ist über eine fußläufige Diagonale an den Zugang zur Landesgartenschau (Daueranlagen) angebunden. Die Chance Alt-Dinglingen über die geplante Fußgängerbrücke an diese Wegebeziehung direkt anzubinden wird dagegen nicht genutzt.
    Der bestehende Martinskindergarten bleibt erhalten und wird neu von Westen aus erschlossen, was dem Nutzungsablauf erheblich verbessert. In den flankierenden Bereichen wird am Kreisverkehr Schwarzwaldstraße/Freiburger Straße eine Schallschutzbebauung vorgeschlagen. Der Entwurf ist abschnittsweise gut realisierbar.

    Der breite, unbebaute Gewässerrandstreifen der Schutter besitzt eine hohe ökologische Wirksamkeit und überzeugt durch seine Aufenthaltsqualität. Die begrünten Innenhöfe schaffen ein positives Mikroklima.

    Die Zusammenfassung der Parkierung jeweils zwischen den Bauquartieren im Norden ist ökonomisch und räumlich sinnvoll. Die durchgehenden Senkrechtparker entlang der Schwarzwaldstraße sind aus Gründen der Verkehrssicherheit jedoch nicht realisierbar (Verkehrsbehinderung beim Ein- und Ausparken, Beeinträchtigung der Fahrradschutz-streifen).

    Im Bereich des Bürgerplatzes wird eine Tiefgarage vorgeschlagen, die jedoch nicht näher ausformuliert ist.

    Es wird sehr viel Bestand erhalten, unwirtschaftliche Eingriffe in die Substanz werden weitgehend verhindert. Das Preisgericht begrüßt die Mischung von Neubau und Bestand in den nördlichen, einzelnen Bauquartieren. Der Neubau ist behutsam gesetzt, ist angemessen und attraktiv genug um die gewünschte soziale Durchmischung des Wohngebiets zu erreichen. Die Sanierungsmaßnahmen mit Mietergärten, barrierefreien Treppenhäusern, einer behutsamen Aufstockung und vorgestellten Balkonen bieten gleichzeitig den Altmietern neue Wohn- und Umfeldqualitäten.

    Der Vorschlag am zentralen Bürgerplatz betreutes Wohnen mit einem überdachten Atrium anzubieten, findet grundsätzlich Zustimmung, die formale Ausformulierung des Ellipsoids wird allerdings kontrovers diskutiert.

    Das Preisgericht würdigt die hohe Qualität des Entwurfs in Teilbereichen, stellt aber fest, dass der Entwurf insgesamt nicht vollständig überzeugen kann.


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