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  • ein 2. Preis Teilbereich Übersee-Portment 1 & 2


    Architekten
    hübschen | knigge architektengesellschaft mbh, Bremen (DE)

    Mitarbeit
    Patrick Denker, Steffen Wolter-Hahn

    Preisgeld
    7.000 EUR

    Erläuterungstext
    Lage des Wettbewerbsgrundstücks
    In der Überseestadt Bremen werden seit Jahren erfolgreich alte Hafenareale revitalisiert. Das Wettbewerbsgrundstück liegt zwischen der Konsul-Smidt-Straße und dem Kopf des Überseehafens und ist eines der letzten freien Grundstücke am Weserufer.

    Übersee-Kontor
    Das Bürogebäude mit Ladenflächen im Erdgeschoss an der Konsul-Smidt-Straße wurde von Bieling Architekten aus Kassel gewonnen.
    Portment 1 & 2
    Für die beiden Wohngebäude Portment 1 & 2 hat die Jury keinen 1. Preis, sondern zwei gleichrangige 2. Preise vergeben. Hier hat sich das Büro hübschen|knigge aus Bremen durchgesetzt und den Auftrag für beide Gebäude erhalten.

    Entwurfsgedanke
    Die publikumswirksamen Gewerbeflächen beider Portments öffnen sich mit gläsernen Fassaden zur Weser und nutzen die befestigten Freiflächen an der Promenade.
    Die Hauseingänge zu den Wohnungen sind durch die vorgelagerte Terrasse, die schräge Leitwand mit Lüftungsmauerwerk und den gedeckten Vorplatz betont.
    Das Treppenhaus ist großzügig, die Eingänge zu den bis zu vier Wohneinheiten pro Etage haben einen guten Abstand zueinander. Die Lufträume neben den einläufigen Treppen bringen über ein Oberlicht Tageslicht in die Hausmitte.
    Im Erdgeschoss liegen insgesamt drei Wohnungen, die von den großen Terrassen profitieren. Tiefe Grünflächen schaffen Privatheit und Distanz zum öffentlichen Weg.
    Das Regelgeschoss ist als Vier-Spänner ausgebildet. Die größeren Wohnungen liegen wegen der direkten Wasserlage vorne, die kleineren liegen hinten, haben aber über die seitlichen, dem Wasser zugewandten Loggien einen ausgezeichneten Blick zur Weser.
    Das Staffelgeschoss setzt sich in der Fassade leicht ab, hier wird wahlweise einmal ein Drei-Spänner angeboten, einmal ein Zwei-Spänner mit sehr großen Wohnungen.
    Die Wohnungen der Regelgeschosse haben Halbloggien, die Rückzug bei Wind und Regen anbieten und geschützte Standorte für Terrassenmöbel.

    Baukörper, Fassade
    Für die Gebäudeabmessungen gab es strikte Vorgaben durch die Bauvoranfrage.
    Wir haben uns für eine gerasterte Fassade mit hellem Klinker entschieden.
    Zum einen gibt es Assoziationen zu den alten Speichern der Hafenareale, zum anderen suchen wir nach einer zeitlosen und dauerhaften, nachhaltigen Lösung.
    Die beiden Portments erhalten individuelle Attribute durch das abgesetzte Erdgeschoss mit Gewerbeeinheiten zur Weser, durch die schräg dem Wasser zugewandten Halbloggien, durch Variationen in den Etagen der Obergeschosse und das leicht abgesetzte Staffelgeschoss. Eleganz erhalten die Portments durch große Fensterflächen und Glasbrüstungen. Horizontal strukturierte Verblendflächen und Lüftungsvermauerungen nehmen den Rasterfassaden die Strenge und schaffen grafische Reize.

    Freiflächen
    Gegen die kantige Architektur wollen wir gerne freie organische Flächen mit Heckenrosen setzen. Diese Pflanzen sind robust, bleiben in der Höhe moderat, sind leicht zu pflegen und schaffen in der Tiefe eine gute Distanz zwischen öffentlichen Wegen und privaten Terrassen. In der Hofmitte wird ein Platz für die Nachbarschaft mit Spielelementen angeboten.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit fällt durch ihre zurückhaltende, feine Architektursprache auf, ist allerdings auch nicht frei von modischer Fassadensprache.
    Die Tiefgarage wird an dem östlichen Wohngebäude angeordnet. Daher werden im Erdgeschoss keine Wohnungen zu dieser Seite angeboten. Den Höhenunterschied von ca. 70 cm wird einmal an der Eingangssituation des Bürogebäudes überwunden, der allerdings so klein geraten ist, dass aus der Zonierung eher eine Stolperfalle wird. Die übrigen Zentimeter des Niveauunterschieds werden dazu genutzt, den beiden Wohngebäuden zur Piazza etwas mehr Privatheit zu geben und den Raum der
    Piazza zu gliedern.
    Die beiden Wohngebäude stehen also auf einem kleinen Sockel. Dieses ist vor allem für die Erdgeschoßwohnungen sehr gut. Die Freifläche zwischen beiden Gebäuden ist den Wohnungen zugeordnet, teilweise wohl halböffentlich. Der Übergang zur Promenade bzw. zu dem gewerblich genutzten Teil des Innenbereichs ist nicht ausreichend definiert.
    Das Bürogebäude und die beiden Wohngebäude sprechen eine gleiche Architektursprache und bilden ein Ensemble. Den Fassaden liegt ein Gliederungssystem, das dem der alten Speichergebäude (z. B. Speicher 1) entspricht, zugrunde. Die Aufnahme bestehender Fassadensysteme wird positiv gesehen.
    Ein einheitliches Element scheint auch die „Schwebende Ecke“ zu sein, die aber die Jury, insbesondere bei den Wohngebäuden, nicht nachvollziehen kann.
    Das Bürogebäude hat einen schlichten, undramatischen Auftritt. Die Erdgeschosszone ist ein bisschen gläsern, was bei den Wohngebäuden angenehm und elegant wirkt, jedoch bei dem Kontorhaus etwas zu bieder wirkt. Die Erdgeschosszone und die Fassaden könnten etwas mehr Stolz vertragen. Die Grundrisse der Wohngebäude sind gut organisiert. Die Balkongestaltung wirkt allerdings etwas unmotiviert.

    Nach ausführlicher Analyse und Diskussion der Arbeiten fasst das Preisgericht einstimmig den Beschluss, die Preise abweichend zur Auslobung zu verteilen. Dementsprechend werden für den Teilbereich Übersee-Portment 1 & 2 sowie für den Teilbereich Übersee-Kontor jeweils 2 Preise vergeben:
    Das Preisgericht empfiehlt einstimmig, die Verfasser der mit den 2. Preisen ausgezeichneten Arbeiten mit der Überarbeitung ihrer Entwürfe in jeweiliger Abstimmung mit der Ausloberin zu beauftragen.


INFO-BOX

Angelegt am 16.04.2013, 14:36
Zuletzt aktualisiert 18.04.2013, 13:27
Beitrags-ID 4-66714
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