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  • 2. Preis Teilbereich Übersee-Kontor


    Architekten
    BAID, Hamburg (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Die Bremer Überseestadt gilt als eines der größten städtebaulichen Entwicklungsprojekte Europas. Dieses Mitte der 90er Jahre entstandene Quartier im alten Bremer Hafengebiet zeichnet sich durch eine urbane, lebendige Struktur aus. Die Nachbarschaft ist durch verschiedene gewerbliche Schwerpunkte geprägt. Ebenso charakteristisch für das Viertel ist die Mixtur aus historischer Hafenbebauung und jüngsten Beispielen zeitgenössischer Architektur. Bei dieser Ausschreibung ging es um die Entwicklung moderner Wohn- und Büroflächen auf einem Grundstück am so genannten Europahafen. Die zentrale Aufgabe dabei war es, eine städtebaulich anspruchsvolle und vom Funktionsumfang angemessene Lösung für die Bebauung des Grundstückes zu erarbeiten. Es hat sich während der Auseinandersetzung mit der Aufgabenstellung „Bauen am Hafen“ die eindeutige Ausrichtung des Areals zum Wasser als Leitidee herauskristallisiert. In der Ausarbeitung konnte ein unmittelbarer Bezug zwischen Architektur und maritimer Umgebung hergestellt werden.
    Der Grundgedanke schreibt sich bis in die Gestaltung des Baukörpers fort und wird durch eine differenzierte Materialwahl der Fassadenelemente hervorgehoben. Die Anordnung der Gebäudemassen verleiht der Situation nicht nur eine besondere Gesamterscheinung, sondern berücksichtigt zugleich eine nutzungsorientierte Zuordnung der halböffentlichen Räume. Die Piazza bildet die Verbindung von Ost nach West und ist gleichzeitig der zentrale Treffpunkt aller Nutzungen. Sie ist begrünt und Bänke laden zum längeren Verweilen ein. Den Bewohnern wird somit ein zusätzlicher, privater Freiraum geschaffen. Tiefe Einschnitte in das massive Volumen markieren eindeutig, bewusst offen und einladend, die Eingänge in die Gebäude.
    Außenraumbezüge
    Der Hof an der Kaje weitet den öffentlichen Raum zu einer Stadtloggia und lädt Flanierende durch die Schatten spendende Begrünung auch hier zum Rasten ein. Flankierende Grünanlagen sowie eine Höhendifferenzierung schaffen die Überleitung zu den privaten Gärten. Die Wohngebäude bilden mit ihren zahlreichen Öffnungen und Austritten sowie Balkonen, Loggien und Dachterrassen einen unmittelbaren Bezug zum Hafenbecken. Die Anordnung der Loggien und Balkone des Bürogebäudes spielt in wechselseitigem Zueinander mit den Wohngebäuden und mit den Blickbeziehungen zum Hafenbecken.
    Entwurf
    Der geplante Wohnungsbau verortet und belebt die Gesamtsituation. Die Fassade zeigt durch Rücksprünge und Auskragungen an der vorderen Kante eine tektonische Besonderheit im Zusammenspiel der Materialien von Glas, weißer Metallverkleidung und Klinkermauerwerk. Weiße Bänder mäandrieren spielerisch um die Gebäudekörper und bilden so Außenräume unterschiedlichster Qualität. Die Loggien erlauben eine gestalterische Abwechslung, bringen Tiefe und Spiel in das Gesamtbild und schaffen somit eine dem Standort angemessene Nähe zum Wasser sowie Schutz vor Wind.
    Auch das langgestreckte Bürogebäude zeichnet sich durch diese lebendigen Entwurfsmerkmale in der Fassadengestaltung aus. Unauffälliger gestalten sich hier die kleiner proportionierten Auskragungen. Fensterbänder, abgestimmt auf ein Ausbauraster von 1,35 m, garantieren eine große Flexibilität und hohe Wirtschaftlichkeit im Büroausbau. Die raumhohe Verglasung ermöglicht einmalige Ausblicke und sorgt auch an der sonnenabgewandten Seite für eine ausgezeichnete Belichtung.
    Nutzungsstruktur
    Neben der markanten Erscheinung ist die Nutzbarkeit des Gebäudekomplexes ganz entscheidend. Der Funktionsumfang des geplanten Ensembles deckt ein extrem ausdifferenziertes Spektrum zwischen Flexibilität und fester Gebrauchsstruktur ab. Im Erdgeschoss werden multifunktionale, publikumsintensive Nutzungen – wie Ausstellungsflächen, Freie Berufe und Einzelhandel – den Komplex beziehen und den Standort inhaltlich prägen. Die großflächige Glasfassade mit ihren zahlreichen Öffnungsmöglichkeiten lässt Außen- und Innenraum wechselseitig ineinander übergehen.
    Ab dem 1. Obergeschoss befinden sich die Büroflächen, die vollkommen flexibel nach den Wünschen der Betreiber gestaltet werden können. Besprechungsräume und andere Sonderbereiche genießen durch Lage und Ausstattung eine besondere Raumqualität. Durch die geschickte Gliederung der Grundrisse in Kernzonen und offene Bereiche können die Obergeschosse flexibel genutzt werden. Statt der Bürolandschaften können auch Wohnungen problemlos ausgebaut werden, die durch ihre Lage und Ausstattung besondere Raumqualitäten vorweisen. Jede Wohneinheit in den Obergeschossen verfügt über eine Loggia und einen Balkon. Besonderer Wert wurde dabei auf eine geschickte Gliederung gelegt, die mit Hilfe großer Fensterflächen lichtdurchflutete Wohnungen und sagenhafte Ausblicke über das Hafenbecken garantiert.
    Nachhaltigkeit
    Sowohl die Wohngebäude wie auch das Bürogebäude sind avantgardistische Bauwerke, die die Bedürfnisse und Werte von morgen reflektieren. Die Erhöhung des Nutzwertes der Gebäude zeigt sich durch eine hohe Flexibilität, Umnutzbarkeit, einer Langlebigkeit der Primärstrukturen, der Erfüllung ökologischer Ansprüche sowie einem mehrstufigen Ausbau.

    Da sich der Nutzwert von zukünftigen Baustrukturen in zunehmendem Maße auch an ökologischen Gesichtspunkten orientiert, wurde in dem Entwurf ein besonderer Wert auf das natürliche Betreiben, d.h. das Nutzen der Umweltressourcen, gelegt. Um ebenso hohen wirtschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden, sind die baulichen Strukturen so entwickelt, dass neben einem anfänglichen Grundausbau ein späterer individueller Nutzerausbau erfolgen kann.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 16.04.2013, 15:28
Zuletzt aktualisiert 23.04.2013, 12:24
Beitrags-ID 4-66716
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