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  • DE-03046 Cottbus
  • 04/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-119438)

Neubau Bahnhofstraße 37/38


  • 1. Preis

    Blick von der Bahnhofsbrücke

    Architekten
    HOFFMANN.SEIFERT.PARTNER architekten ingenieure, Suhl (DE), Jena (DE), Erfurt (DE), Dresden (DE), Zwickau (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Felix Harbig

    Mitarbeit
    Mareile Höring

    Preisgeld
    12.000 EUR

    Erläuterungstext
    Der Neubau positioniert sich als Abschluss der vorhandenen Blockrandbebauung des Gründerzeit-viertels. Durch die spezielle Situation des Stadtzugangs über die 4-spurige Brücke, kommt dem Neubau eine Sonderfunktion im eigentlich in der Bahnhofstraße intakten Blockrand zu. Das Gebäude bildet den Eingang zur Innenstadt Cottbus. Als solches muss es ordnende Funktionen übernehmen, sich aber auch als primus inter pares präsentieren.

    Die Entwicklung der Baumasse erfolgt strikt entlang der Baugrenze bzw. der Bauflucht der Nachbar-häuser. Einzig in der Höhenentwicklung löst es sich von seinen Sattel- und Mansarddach bestande-nen Nachbargebäuden. Das zurückgesetzte Staffelgeschoss überhöht das Gebäude und markiert so den Zugang zur Innenstadt. In Richtung Bahnhofstraße staffelt sich das Gebäude dann wieder zurück, so dass ein sinnvoller Anschluss an das Bestandsgebäude realisiert werden kann.
    Das Gebäude befindet sich an einem durch Auto- und Zuglärm sehr stark beeinträchtigen Standort. Um in dieser Situation ein Wohngebäude entwickeln zu können, welches ein angenehmes Wohnen ermöglicht, müssen Standortvorteile ermittelt und verstärkt werden.

    Für den Entwurf wurden die Vorteile „ruhige und grüne Hofseite“ und „sonnige Aussichtsseite“ entwickelt. Dementsprechend wurden die zentralen Treppenhäuser angeordnet und die Wohnun-gen ausgerichtet. Da das Gebäude durch seine Lage an einer Ecke zu vier Himmelsseiten ausge-richtet ist, konnten somit auch unterschiedlich ausgerichtete Wohnungen entwickelt werden. Es entstanden 2 Wohnungsgruppen. Beide Gruppen fokussieren stark auf den jeweiligen Ausrichtungsvorteil.

    Weiter wurde die Gebäudehülle durch die Ausrichtung beeinflusst. Zur lauten und öffentlichen Straße / Bahn, zieht sich das Gebäude hinter die Bauflucht zurück, um an den jeweiligen Stellen Loggien bzw. Wintergärten zu schaffen. Die entstehende Faltung ermöglicht den Bewohnern außerdem vielfältige Ausblicke. Zum ruhigen grünen Innenhof tritt die Gebäudehülle vor die Flucht. Die entstehenden Balkone und Loggien ermöglichen eine fast ungestörte Nutzung dieser Freibereiche.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf erfüllt die Anforderung an einen Abschluss der vorhandenen Blockrandbebauung und gleichzeitig an den Eingang zur Innenstadt in hoher Qualität und ist dem Standort angemessen. Die maßvolle Gestaltung des Eckbereiches fügt sich vorteilhaft in das Gesamterscheinungsbild ein. Die klare vertikale Zonierung wird im Mittelteil durch die geschickt eingesetzte Plastizität ergänzt. Eine mutigere Ausdehnung des Staffelgeschosses entlang der Bahnhofstrasse wird angeregt. Anschlüsse an die Nachbarbebauung sind zwar im Wesentlichen gelöst, müssen aber weiterentwickelt werden.

    Die Konzeptidee, jeweils die Standortvorteile dadurch zu verstärken, dass bei der Grundrissgestaltung die Vorteile der ruhigen und grünen Hofseite und der sonnigen Aussichtsseite genutzt bzw. entwickelt werden, sind konsequent umgesetzt. Erkennbar unter anderem durch die geschickte wechselweise Anordnung der Treppenhäuser an der für die Umsetzung des Konzeptes jeweils weniger vorteilhafteren Gebäudeseite.

    Der Reduzierung der Lärmbelastung durch die Straße wird dadurch Rechnung getragen, dass an zu beruhigenden Stellen Loggien bzw. Wintergärten angeordnet werden. Das Gebäude wird vertikal durch zwei Treppenhäuser erschlossen. Etwa 2/3 der Wohnungen sind in den als Dreispänner organisierten Grundrissen durchgesteckt, deren Qualität in Bezug auf die Nutzbarkeit ist als hoch zu bezeichnen. Dem Wunsch nach außenliegenden Bädern wird nicht entsprochen. Die geschickte Anordnung einer ausreichenden Anzahl an Stellplätzen als Doppelparker in der untersten Ebene bewirkt positiv, dass der verbleibende Außenbereich uneingeschränkt nutzbar bleibt.

    Die Anforderungen an Wohnungsverteilung und –größen werden optimal erfüllt, die Einhal-
    tung der Kostenvorgabe von 1.350 €/m² ist zu erwarten.

    Die sehr hohe Qualität der gestalterischen, funktionalen und wirtschaftlichen Lösung macht den Entwurf zu einem hochwertigen Beitrag des Wettbewerbsverfahrens.


INFO-BOX

Angelegt am 13.05.2013, 12:43
Zuletzt aktualisiert 13.05.2013, 19:33
Beitrags-ID 4-67621
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