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    Lageplan

    Bauingenieure
    INGENIEURBÜRO DR. BINNEWIES Ingenieurgesellschaft mbH, Hamburg (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    MEDIZINTECHNIK: Tönies + Schroeter + Jansen GmbH Lübeck HYGIENEKONZEPT: Herr Prof. Dr. P.-M. Kaulfers Institut für Infektionsmedizin Arbeitsbereich Krankenhaushygiene Universitäts-Klinikum Hamburg-Eppendorf Hamburg

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: tsj tönies + schroeter + jansen freie architekten gmbh, Lübeck (DE), Hannover (DE)

    Erläuterungstext

    1.0 Entwurfsidee
    Der Neubau des ZOP wird als aufgeständerter flacher Baukörper vor das vorhandene Bettenhochhaus geplant. Er greift die Breite und Flucht des Bettenhauses auf und fügt sich in die orthogonale Struktur des bestehenden Gebäudeensembles des Klinikums ein.

    Durch die Anordnung des Neubaus vor dem 9-geschossigen Bettenhochhaus wird des¬sen wuchtige Erscheinung gemildert und das Erscheinungsbild des Klinikums an seiner Eingangsseite verbessert. Es entsteht eine neue moderne Adresse des Klinikums.

    Das Hauptgeschoss des Neubaus, mit der darin liegenden Operationsabteilung liegt auf der Ebene +1 und wird über eine Verbindungsbrücke mit der +1-Ebene des Bettenhau¬ses verbunden, in der die Intensivstationen des Klinikums liegen. Unter der OP-Ebene liegen zurückgesetzt die Sterilisation und die Technikzentrale. Darüber, ebenfalls gegen¬über der Außenkante des Hauptgeschosses stark zurückgesetzt, werden die Personalräume angeordnet.

    Durch die zurückgesetzte Anordnung der oberhalb und unterhalb der Hauptebene liegenden Gebäudeelemente wirkt das Gebäude leicht und schwebend, ein Eindruck, der durch die mikadoartige Anordnung der Stützen und das darunter stark modellierte Gelände un¬terstrichen wird.

    Durch die Aufständerung des Neubaus wird vorhandener Freiraum nicht verbraucht sondern fliest unter dem Gebäude durch und gewinnt durch die entstehende Überdachung eine neue Aufenthaltsqualität. Die Anordnung und Ausformung des Regenrückhaltebeckens verbindet den südlich vorgelagerten Freiraum mit dem überbauten Teil zu einer gestalterischen und funktionalen Einheit.

    2.0 Außenanlagen
    Die Gestaltung des Außenraumes zielt darauf ab, die im Hochbau angelegte Geste eines schwebenden Baukörpers zu unterstreichen. Durch Stufen und Steinbänder werden Höhensprünge in Form von Kanten oder Böschungen zu prägnanten, raum- und texturbestimmenden Elementen des Parks.

    Durch die Betonung der Topographie läuft der Freiraum deutlich nachvollziehbar unter dem Gebäude hindurch und trägt damit zu seiner optischen Entkoppelung vom Gebäude bei.
    Die bandartige, weit unter das Gebäude reichende Wasserfläche des Regenrückhaltebeckens unterstützt das gestalterische Konzept des durchgängigen Freiraumes.

    Die Verwendung von Großpflaster mit Rasenfugen unter dem Gebäude führt zu einem weichen Übergang zwischen dem Rasen und der steinernen Fläche im Regenschatten des zentralen OP-Bereiches. In dessen ungefährer Mitte prägt eine amorphe Efeuskulptur unter dem Gebäudeausschnitt eine Lichtinsel. Darüber hinaus reflektiert die Wasserfläche das Sonnenlicht an die Unterseite des Baukörpers und führt zu stets wechselnden Lichteffekten.

    Durch eine zurückhaltende Beleuchtung der Stützen mit Bodenstrahlern ist die großzügige lichte Höhe auch in der Nacht spürbar und in Verbindung mit einer zusätzlichen Ausleuchtung der Wegetrassen wird eine angenehme Atmosphäre geschaffen.

    Die Wege nehmen die vorhandenen Beziehungen auf und verlaufen als Stegkonstruktionen, losgelöst von der Stufentopographie durch die Geländemulde des Parks.

    Das Regenrückhaltebecken bleibt in seiner Wasserspiegelhöhe unverändert. Das geforderte Rückstandsvolumen ist bei Miteinbeziehung der tiefliegenden Rasenfläche sicher gewährleistet.

    Der Entnahmepunkt der Pumpenansaugleitung kann beibehalten werden. Eine Durchströmung des Beckens ist durch die Anordnung eines, gestalterisch bewusst reduzierten Wasserspieles in Form einer Quellfuge und die Absaugung am gegenüberliegenden Beckenende gewährleistet.

    3.0 Äußere Erschließung
    Durch die Aufständerung des Baukörpers bleiben alle bestehenden fahr- und fußläufigen Erschließungswege einschließlich der Feuerwehrumfahrt erhalten.

    Der Neubau wird über den vorhandenen Haupteingang des Klinikums erschlossen.

    4.0 Innere Erschließung
    Unmittelbar an die bestehende „mall“ in der Eingangsebene des UBFT schliesst ein neuer Erschließungskern an, über den Personal und Angehörige auf die +1-Ebene gelangen. Über den dort angebundenen Verbindungsgang gelangen alle Personen zur externen Seite der OP-Abteilung.

    Angehörige werden dort an der OP-Leitstelle empfangen. Das Personal begibt sich von hier ein Geschoss höher (in die +2-Ebene) in den Personalbereich und schleusst sich über die Umkleiden in den internen OP-Bereich ein (siehe auch Hygienebericht).

    Patienten werden vorrangig über einen direkten Verbindungsgang vom Bettenhaus zum OP-Zugangsbereich gebracht. Notfallpatienten und Patienten aus dem hinteren Bettenhaus gelangen über den vor beschrieben Erschließungskern im UBFT-Gebäude zum OP.

    Die Transportwege für Güter, Geräte, Instrumente etc. sind von den Personenwegen komplett entkoppelt und werden unterirdisch an das ZOP angebunden.

    5.0 Ver- und Entsorgung
    Die Ver- und Entsorgung erfolgt horizontal über die Erweiterung der AWT-Trasse in der -2-Ebene bis zum Neubau und von da vertikal über einen neuen AWT-Aufzug, der unmittelbar in den Kernbereich des OPs führt. Innerhalb des ZOP werden die Behälter per Hand zu den jeweiligen Bedarfsstationen befördert.

    Parallel zum Warentransport werden Rohrpost und die KFA im selben Steigeschacht ge¬führt.

    6.0 Konstruktion
    Unterhalb der Hauptebene wird eine Lastverteilungsplatte angeordnet, die eine freie Anordnung der Stützen unterhalb der +1-Ebene gewährleistet. Die darunter liegenden Technik- und Sterilisationsräume werden unter diese Platte gehängt.

    Die Decke über dem Hauptgeschoss wird als Flachdecke konzipiert und sichert dadurch eine hohe Flexibilität bei der Leitungsführung der Haustechnik.

    Zum Zweck einer späteren Aufstockung des ZOPs, ist das Staffelgeschoss als leichte, demontierbare Stahlkonstruktion geplant. So kann der Personalbereich zwischenzeitlich demontiert und später auf die dann erfolgte Aufstockung wieder aufgesetzt werden. Die Statik des Gebäudes berücksichtigt diese Aufstockmöglichkeit.

    7.0 Fassadengestaltung
    Das Hauptgeschoss wird flächig verglast, um zum einen die angestrebte Wirkung des Gebäudes als schwebende Scheibe und zum anderen die hygienischen Anforderungen an einen OP-Bereich durch dieses glatte und saubere Material zu unterstreichen. Es ist eine Doppelfassade geplant. Der Sonnenschutz liegt witterungsunabhängig im Fassadenzwischenraum. Im Fensterbereich ist das Glas transparent im Brüstungs- und Unterzugbereich so farbig gestaltet, dass sich die beiden Glassorten unwesentlich voneinander ab¬heben.

    Die Technikelemente unter der OP-Scheibe werden mit dunkel lackierten Metallpaneelen und Lüftungslamellen verkleidet und sind dadurch deutlich als untergeordnete Gebäude¬teile erkennbar.
    Die Stahlkonstruktion der Personalräume wird mit hell lackierten Holz- bzw. Metallelementen verkleidet.

    8.0 OP-Konzept
    Der OP-Bereich ist auf einer Ebene untergebracht, und gewährleistet ein hohes Maß an Flexibilität und kurze Wege. Der Personaleinsatz wird dadurch effizienter und Personalkosten optimiert.

    Kern der OP-Abteilung ist der mittig liegende Holding- und Aufwachbereich.

    8.1 Holding/ Aufwachen
    Durch einen großzügigen Lichthof wird der Bereich mit Tageslicht versorgt. Der eigentliche Holding- und Aufwachraum wird durch einen mittig liegenden Pflegestützpunkt überwacht. Die Bettenstellplätze lassen sich nach Bedarf flexibel nutzen: Morgens als Holding, im Tagesverlauf als Holding und Aufwachraum und im weiteren Tagesverlauf mit Schwerpunkt in der Nutzung als Aufwachraum.

    8.2 Einleitung
    Um den Holding-/ Aufwachbereich liegt als mittlerer Ring die Einleitungs- und Versorgungszone. Auf kurzem Weg sind 4 subzentrale Einleitungsbereiches an die Umbettpätze angebunden. Die dienenden Räume liegen diesen Zonen unmittelbar zugeordnet.

    8.3 Umbettung
    An gegenüberliegenden Seiten der Holding-/ Aufwachzone liegen zwei Umbettzonen und entzerren somit räumlich die Dichte von Umbettvorgängen.

    8.4 OP-Säle
    Die 16 OP-Säle sind in 4 gleichartige, interdisziplinär zu nutzende OP-Cluster gegliedert. Jeweils zwei OP-Sälen ist ein Rüstraum zugeordnet.

    Die OP-Säle liegen ringförmig an der Außenfassade. Dadurch verfügen alle OP-Räume über einen direkten Außenraumbezug und ermöglichen durch diese Qualität zwischen konzentrierter Arbeit die notwendigen kurzen Phasen der Erholung.

    8.5 Septischer OP
    Der Septische-OP ist in Randlage untergebracht, um den Betrieb der OP-Abteilung im Falles eines septischen Eingriffes weitestgehend unbeeinträchtigt zu lassen. Mit einer eigenen Patientenschleuse funktioniert der Sept. OP autark von den sonstigen Sälen. So werden keine Arbeitsschritte im OP unterbrochen oder gestört.

    8.6 THG-OP
    Der THG-OP ist ebenfalls in Randlage untergebracht, da hier von länger andauernden OPs mit geringer Wechselfrequenz auszugehen ist.

    8.7 Personalräume
    Die Personalräume erhalten im Staffelgeschoss einen eigenen zurückgezogenen Bereich mit Aufenthaltsqualität. Pausen, Besprechungen und Schreibarbeiten können hier mit Ruhe, losgelöst von den Operationen stattfinden.

    9.0 Zusammenfassung des Hygienekonzept
    Der Operationsbereich mit seinen Funktionsbereichen wie Austauschzone, Vorbereitungszone (Holding), Operationsraumzone, Nebenraumzone und Aufwachzone werden räumlich und organisatorisch zu einer Hygienezone (sog. grüne Zone) zusammengefasst. Alles dort tätige Personal schleust sich durch die Personalschleusen ein. Die Zugehörigkeit zu einer Hygienezone ermöglicht einen flexiblen und personaleffizienten Einsatz; das Aus- und Einschleusen beim Übergang von der Holding in den Aufwachbereich oder beim Übergang vom OP in den Aufwachbereich entfällt. Ebenso ist eine flexible Nutzung von Holding- und Aufwachbereich möglich.
    Das Konzept den Patienten mit seinem sauberen Bett direkt in den Holding-/Aufwachbereich zu fahren und ihn dort postoperativ wieder in sein Bett zu legen, erspart eine aufwändige Bettenaufbereitung. Dieses Konzept ist jedoch an definierte Voraussetzungen ge¬bunden.
    Jeweils zwei Operationssälen ist ein Rüstraum zugeordnet. In diesem können unter lufthygienisch optimalen Bedingungen die Instrumentiertische vorbereitet werden. Dies ermöglicht sehr kurze Wechselzeiten zwischen zwei Operationen.
    Die raumlufttechnischen Anlagen dienen der Bereitstellung optimaler klimaphysiologischer und lufthygienischer Bedingungen. Aus hygienischer Sicht werden daher nur in den Operationssälen und Rüsträumen Lüftungsdecken mit laminarer Strömung und dreistufiger Filterung installiert. Die hierbei entstehenden großen Luftmengen werden durch Überströmung in die Vorbereiche geleitet. Alle anderen Bereiche der OP-Abteilung werden durch zweistufige Filtersysteme versorgt. Dieses Konzept ermöglicht erhebliche Kosteneinsparung sowohl bei der Investition als auch im laufenden Betrieb.
    Die Ver- und Entsorgung erfolgt zentral in jeweils getrennten Bereichen mittels AWT-Anlage. Auf diese Weise ist eine hygienisch einwandfreie Ver- und Entsorgung gewährleistet. Durch die enge räumliche Nähe zu dem Sterilgutlager werden Transportwege mini¬miert.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.