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  • CH-9630 Wattwil
  • 01/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-97571)

Neubau Bahnhofgebiet Süd


  • 4. Rang 4. Preis

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    TGA-Fachplaner
    W L P, Rapperswil-Jona (CH)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Alex Herter, Küsnacht (CH)
    Bauingenieure: Dr. Deuring + Oehninger AG, Winterthur (CH)
    Bauphysiker: Heidt Bauphysik und Akustik, Zollikerberg (CH)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Als primäre städtebauliche Setzung schlagen die Verfasser zwei Längsvolumen vor, welche sich je aus einem Sockelgeschoss, einem aufgesetzten, viergeschossigen Mitteltrakt und zwei, an den Stirnseiten angelagerten zweigeschossigen Flügelbauten zusammensetzen. Obwohl im mittleren Gebäudeteil fünf Geschosse erreicht werden, erreichen die Volumen dank ihrer Differenzierung mit den niedrigeren Flügelbauten und dem Zurückspringen des Mitteltraktes eine gute Massstäblichkeit in der Situation.

    Im Sockelgeschoss sind die Verkaufs- und Dienstleistungsnutzungen zur Bahnhofstrasse hin mittels Arkaden erschlossen. Durch diesen aussenräumlichen Mehrwert wird nicht nur einer angemessenen Repräsentativität der Gebäude an ihrer prominenten Lage Rechnung getragen, sondern auch eine gute Erschliessung und Adressbildung für die Verkaufsnutzun-gen erreicht. Die Wohnungen in den oberen Geschossen sind - dank der Reduktion der Gebäudetiefe - nach beiden Seiten orientiert, womit den beidseitig vorgelagerten Aussen-räumen ein hochwertiger Wohnstandard angeboten werden kann.

    Die tektonisch feinsinnig formulierte Fassadengliederung spiegelt das sorgfältige Niveau des Bearbeitungstandes. Allerdings wirft die Sprachlichkeit der Architektur Fragen auf. Trotz vieler guter Überlegungen wirken die Gebäude stark idealtypisch, nicht zuletzt aufgrund der unnötig starren symmetrischen Grunddisposition und der identischen Formulierung der Gebäude. Es wäre wünschenswert gewesen, mit demselben feinsinnigen gedanklichen Repertoire, mit welchem der Grundtyp entwickelt wurde, diesen in einer untergeordneten Hierarchieebene mittels subtiler Anpassungen stärker in der Situation zu verorten, um dem Vorwurf des Formalismus entgegenzuwirken. In Bezug auf den architektonischen Ausdruck wirkt die gewählte architektonische Erscheinung zu stark als "Retro"-Architektur, was insbesondere in dem Zitat der Rundbögen zum Ausdruck kommt. Es wird der Ausdruck unse-rer heutigen Zeit als auch ein Bezug zur regionalen Bautradition vermisst.

    Im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit liegt das Projekt mit den Erstellungskosten im Durchschnitt der Projekte, bietet jedoch mit nur 40 Wohnungen die geringste Anzahl Wohnungen aller Projekte an, mit entsprechend begrenztem Ertragspotential. Die statischen Vorgaben betreffend der Tiefgarage werden mit der Gebäudestatik (viele Stützen im Feld) und der schweren Bauweise (Fünfgeschossigkeit, Zweischalenmauerwerk) als problematisch beurteilt.


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