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  • CH-9630 Wattwil
  • 01/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-97571)

Neubau Bahnhofgebiet Süd


  • 5. Rang

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    Bauingenieure
    WMM Ingenieure AG, Basel (CH), Münchenstein (CH)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Schmid Schärer Architekten, Zürich (CH)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Im Stück „a streetcar named desire” - auf Deutsch ”Endstation Sehnsucht”- beschreibt Tennessee Williams den Untergang einer mondänen Gesellschaft in den Südstaaten Nord-amerikas der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Die ”desire line” war zu dieser Zeit eine aufgegebene Linie in New Orleans deren Endstation ”desire” hieß.

    Die schweizerische Südostbahn - SOB, eine innovative, regionalverankerte und unabhängige Bahnunternehmung fährt erfolgreich durch die Ostschweiz und besitzt zahlreiche Grundstücke, die zu Orten der Sehnsucht werden könnten.

    Das Projekt ”a streetcar named desire” im Zentrum von Wattwil gliedert den Entwurf zwischen Bahnhofstrasse und Bahngleis in vier strukturierte, vier- bis fünfgeschossige Bau-körper. Dieser städtebauliche Ansatz wird grundsätzlich gewürdigt, die erzeugte Durchlässigkeit als angenehme Geste empfunden, ebenso die ”niedrigen Anbauten” entlang des ”Rückgrats” Bahnhofstrasse.

    Die typologische Herleitung von der ländlichen lokalen Bebauung kann nicht nachvollzogen werden, die städtische Inspiration eines Bahnhofszentrums – ein Ort des Ankommens und Verabschiedens – wird vermisst, besonders im nördlichen Teil des Grundstücks. Ebenso wird die Nähe der Baukörper zur lärmextensiven Seite nach Westen zur Bahn kritisch bewertet. Die Zonierungen der Vorbereiche entlang der Bahnhofstrasse im kleinen Maßstab bilden hingegen einen interessanten stadträumlichen Ansatz.

    Die Wohnungstypologien entsprechen einem genormten Standard. Die Flexibilität zur Zusammenlegung der Büro- oder Wohnnutzung im ersten Obergeschoss müsste noch besser nachgewiesen werden. Im Erdgeschoss ergeben die räumlichen Zäsuren, verursacht durch die Zugänge zu den Häusern und den Freiflächen zwischen den Häusern wenig zusammenhängende Geschäftslokale.

    Der architektonische Ausdruck ist rudimentär. Die Analogie in umgebenden ländlichen oder bahnbegleitenden Bebauungsmustern zu suchen kann in der dargestellten Form nur schwer nachempfunden werden. Die angesprochene Rhythmisierung der Fassade steht wenig im Kontext mit der erdgeschossigen Architektursprache.

    Die Außen- und Freiräumen fehlt die notwendige Durcharbeitung. Das Projekt zeigt insge-samt interessante Ansätze, die aber in vielen Teilbereichen zu gering ausformuliert bleiben und einer vertieften Betrachtung unterzogen werden müssten.


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