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  • CH-5734 Reinach AG
  • 11/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-104382)

Erweiterung Wohnheim Breite


  • 4. Rang Ankauf


    Landschaftsarchitekten
    Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG, Zürich (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Fiechter & Salzmann Architekten GmbH, Zürich (CH)
    Projektsteuerer: Architekturbüro Bosshard und Partner AG, Zürich (CH)
    Bauingenieure: WMM Ingenieure AG, Basel (CH), Münchenstein (CH)
    TGA-Fachplaner: Kalt + Halbeisen Ingenieurbüro AG, Zürich (CH)
    TGA-Fachplaner: Mettler+Partner West, Aarau (CH)

    Preisgeld
    22.000 CHF

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Projekt Vogelsang schlägt der Topographie folgend ein abgestuftes Gebäudevolumen vor. Dies ermöglicht sowohl eine angemessene Höhenentwicklung als auch eine überzeugende, massstäbliche Integration des Neubaus in die heterogene Bebauungsstruktur.

    Der Hauptzugang erfolgt nordseitig über das Sockelgeschoss. Dies ist seitens der
    gewählten Disposition der Erschliessung und der Parkplätze nachvollziehbar, erzeugt jedoch eine zu starke Trennung von Altbau und Neubau. Die geplante nördliche Erschliessungsstrasse wird auf die westliche Nachbarparzelle erweitert, was
    gemäss heutigem Planungsstand nicht möglich ist.

    Die Nutzungsverteilung ist denkbar einfach. Im Sockelgeschoss befinden sich
    der Hauptzugang mit einer grosszügig bemessenen Eingangshalle, die Gemeinschaftsräume, die Tagesbetreung sowie die 3.5- Zimmerwohnung, bei welcher ein
    nutzbarer Aussenraum vermisst wird. Im Erdgeschoss sind beide Intensivwohngruppen geplant.

    Die Grundrisse sind einfach und übersichtlich, Dienstzimmer und Pflegebad sind
    ideal positioniert. Die zwingend geforderte, zweiseitige Zugänglichkeit der Nasszellen ist nicht ausgewiesen und kann im Bereich der Putzräume und Ausgüsse auch nicht umgesetzt werden. Die direkt an die Wohnbereiche angrenzenden Aussenräume sind als sockelartige Terrassen ausgebildet. Um die erforderlichen Sicherheitsaspekte vollumfänglich zu erfüllen, wird eine höhere, markanter in Erscheinung tretende Abgrenzung notwendig sein, was die dargestellte Leichtigkeit beinträchtigen wird.

    Die zwei Wohngruppen befinden sich im 1. und 2. Obergeschoss. Die entwickelte
    Grundrisstypologie der Wohngruppen ist von ausserordentlich hoher Qualität. Es
    entstehen dichte räumliche Abfolgen, welche sowohl sehr gut nutzbare Rückzugsnischen als auch übersichtliche Wohneinheiten generieren. Die in den Grundriss- und Fassadenplänen dargestellten Eckzimmer mit zweiseitigen Verglasungen sind nur schwer möblierbar, was mit der Abweichung des Detailplanes in diesem Bereich bereits anschaulich aufgezeigt wird. Für die bedeutsame, östliche Terrassenfläche über dem Erdgeschoss wird ein detaillierter Vorschlag über Nutzung und Gestaltung vermisst.

    Die Fassaden sind mit Elementen aus Faserbeton verkleidet. Die wohl proportionierte Massstäblichkeit und die Zweischichtigkeit der Elemente verleihen dem Gebäude eine angemessene Eleganz und Präsenz gegenüber dem Altbau.

    Der Informationsgehalt in Text und Plänen hinsichtlich des Aussenraums ist knapp
    gehalten und erschwert eine fundierte Beurteilung und Würdigung. Grundsätzlich basiert das Konzept der Umgebungsgestaltung auf Vorgefundenem. Lockere Baumgruppen verbinden sich gemäss den Projektverfassern mit den angrenzenden Aussenräumen. Dazu im Widerspruch steht jedoch die nordseitige Erschliessungsanlage, die eine Zäsur zur Umgebung darstellt. Ein unaufdringliches Wegnetz soll eine Vernetzung der beiden Gebäude ermöglichen. Dies gelingt jedoch nur bedingt. Beim Neubau ist lediglich die Tagesbetreuung an dieses Wegnetz angeschlossen. Die Wohnbereiche sind über den nordseitigen Haupteingang nur über die neue Erschliessungstrasse mit der Grünanlage und somit mit dem Altbau verbunden. Es verbleiben einzelne Aussenräume von nicht allzu hoher Aufenthaltsqualität.

    Aufgrund des abgestuften Baukörpers ist das Verhältnis von Gebäudehülle zu Energiebezugsfläche nicht optimal. Zur Reduktion der Wärmeverluste müssen daher
    der Wärmeschutz von Fassade und Dach verstärkt werden, was zu höheren Kosten und einem höheren Aufwand an Grauer Energie führt. Anstelle einer zentralen Zu-/Abluftanlage sollte eine einfache Abluftanlage mit Aussenluftdurchlässen und Wärmerückgewinnung als kostengünstige Alternative geprüft werden. Das Flachdach des höchsten Bauteils könnte für aufgeständerte PV-Module genutzt werden. Die aufwändige Fassadengliederung und Abwicklung der Gebäudehülle kann durch die Setzung des Gebäudes mit der Reduktion des Aushubes sowohl bezüglich Wirtschaftlichkeit als auch bezüglich Grauer Energie zumindest teilweise kompensiert werden.

    Das Projekt Vogelsang vermag in vielen Teilaspekten zu überzeugen. Der Nachweis einer stringenten Umsetzung des interessanten Konzeptansatzes vermag das Projekt jedoch leider nicht zu liefern.

    Der Entscheid des nordseitigen Hauptzuganges wirkt sich hinsichtlich der Gesamtanlage negativ aus.


INFO-BOX

Angelegt am 30.05.2013, 17:22
Zuletzt aktualisiert 10.06.2013, 08:39
Beitrags-ID 4-68656
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