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  • DE-82360 Weilheim in Oberbayern
  • 05/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-122446)

Schulzentrum Schongau


  • Anerkennung

    Modellfoto

    Architekten
    felix schürmann ellen dettinger architekten, München (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Ellen Dettinger, Tobias Pretscher, Michij Kugelmann

    Erläuterungstext
    Städtebauliche Situation
    Das Schulzentrum Schongau ist geprägt von einer sehr schönen Einbettung der Gebäude in weiträumige Grünanlagen, die unterschiedlichen Gebäude mit ihren vielgestaltigen Erweiterungen aus unterschiedlichen Erbauungszeiten bieten jedoch ein sehr heterogenes Erscheinungsbild.

    Leitgedanke städtebauliches Konzept
    Grundidee unseres Konzeptes ist die Entwicklung eines einheitlichen, grundtypischen Baukörpers als "Pavillon". Dieser Grundbaustein ist die "Klammer" eines städtebaulichen Konzeptes, das sowohl Vereinheitlichung und damit Ablesbarkeit des Schulzentrums ausdrückt, als auch die Verschiedenheit der Schulen respektiert und in den möglichen Variationen des Grundbausteines sichtbar macht. Später erforderliche Erweiterungen fügen sich als weitere Module in diese Struktur ein und verstärken ein harmonisches Gesamtbild.

    Bild der ideelen Schulen-Familie - der Schulpark
    In der Konfiguration der Außenanlagen wird die Identität der auf sich konzentrierten Pausenanlagen der einzelnen Schulen respektiert und gestärkt. Überlagert hierzu wird der Binnenbereich des Schulquartiers von störenden Einbauten befreit und zum Schulpark entwickelt, der alle Schulen zu einer ablesbaren Schulen-Familie verbindenden soll. In diesem Schulpark gleichsam eingebettet fungieren die neuen Klassen-Pavillons als Bindeglied zwischen den in sich ruhenden Schulen und der Öffentlichkeit.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die quadratischen Baukörper orientieren sich selbstbewusst an der Bürgermeister Lechenbauer Straße und nehmen im nordöstlichen Bereich die zweigeschossige Bauweise auf. Die sonstige Geschossigkeit orientiert sich am Bestand. Die pavillionartigen Einzelbaukörper vermitteln zunächst eine angenehm aufgelockerte Struktur. Durch den großzügigen Schulpark an der Bürgermeister Lechenbauer Straße mit weiter Öffnung in das Schulgelände hinein werden die Verknüpfungen in den weiteren Grünanlagen gut ablesbar.
    Die jeweiligen Zugangsbereiche sind eindeutig auffindbar und zugeordnet. Die Pausenflächen sind wie bisher den jeweiligen Schultypen zugeordnet. Innerhalb der Grünanlagen gewährleisten die angenehm angeordneten Fußwege eine optimierte Erreichbarkeit der einzelnen Bereiche.
    Die Freianlagenkonzeption ermöglicht die Nutzung für die Allgemeinheit und bietet hierfür auch eine hohe Aufenthaltsqualität.
    Die Anordnung der Baukörper untereinander und teilweise zum Bestand weisen Mängel auf im Bezug auf Belichtung, Belüftung und internen Lärm.
    Durch eine mechanische Lüftungsanlage könnte in diesem Punkt eine Verbesserung erreicht werden. Die Absenkung der Turnhalle ist aufgrund des freizügigen Umfeldes nicht zwingend und stellt ein Problem bezüglich des hohen Grundwasserstandes dar. Bei der Grundschule ist die pädagogische Idee Schule als Lebensund Lernraum in hervorragender Weise umgesetzt. Die Anordnung der Klassenräume um einen Versammlungsplatz besticht. Auch der zentrale „Dorfplatz“ (Eingang und Aula) sind im Konzept sehr stimmig. Bei der Realschule ist die Erschließung mit relativ kurzen Wegen gelungen. Alle Räume können gut erreicht werden. Die Ausbildung der Fach- und Sammlungsräume ist funktionell und gut gelöst. Die zusätzlichen Erweiterungsflächen wurden optimal angeordnet. Der Erweiterungsbau der Mittelschule ist barrierefrei nicht erreichbar. Die L-förmige Anordnung des Baukörpers lässt zwar einen reizvollen Innenhof entstehen, nimmt aber der Mensa auf der Ostseite das Licht und den Klassenzimmern auf der Südseite (Verbauung der Fenster).
    Die Anbindung des Erweiterungsbaus beim Gymnasium ist über die Pausenhalle gut und großzügig gelöst. Auch die Pausenflächen sind gut abgegrenzt und ausreichend. Der Musikraum in der Aula ist deplatziert, da sich der Musikbereich beim Gymnasium im B- bzw. C-Bau befindet. Der Vorbau zur Gymnasiumsturnhalle ist viel zu eng platziert. Belichtung und Belüftung ist nicht gewährleistet. Eine gute Flexibilität in der Raumgestaltung wird anerkannt, der Umbau der derzeitigen Bibliothek zu Verwaltungsräumen ist akzeptabel. Eine Erschließung des Obergeschosses ist nur über eine Treppe des Altbestands möglich. Mit den Einzelbaukörpern wird eine abschnittsweise Realisierung begünstigt.

    Die Pavillon- Struktur der Anbauten führt zu einer verhältnismäßig großen Fassadenfläche mit hohem Verglasungsanteil. Durch die knappen Abstandsflächen der Pavillons untereinander fallen die solaren Gewinne eher gering aus bei vermutlich hohem Kunstlichtbedarf. Ausdrücklich begrüßt wird die Nutzung der wärmespeichernden Gebäudemasse im Bereich der Stahlbetondecken durch abgehängte Akustik-Tafeln.