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  • DE-82360 Weilheim in Oberbayern
  • 05/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-122446)

Schulzentrum Schongau


  • Anerkennung

    kein Bild vorhanden
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    Modellbauer
    Thomas Egger Modellbau | Frässervice, München (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: neutardschneider architekten, München (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf schlägt eine städtebauliche Neuinterpretation des Schulgeländes als großzügig durchgrünten Campus vor, in dem die Erweiterungsprogramme als kompakte Würfel präzise gesetzt werden und qualtiätvolle Freiräume definieren. Das gewählte Baumassenkonzept entlastet das Gelände in der Dichte. Die Gebäude können folgend in ihrer Setzung und gestützt durch kräftige plastische Durcharbeitung dem Ort eine neue, optimistische Prägung geben. Der Erweiterungsbau des Gymnasiums definiert und dominiert dabei als siebengeschossiger Hochpunkt die Gesamtadresse zeichenhaft.
    Alle Gebäude sind aus einem Baukastenprinzip mit Regelgrundriss entwickelt und individuell an die unterschiedlichen Bestandssituationen angeschlossen. In präziser Ergänzung werden die einzelnen Schulen in ihrer Adressbildung gestärkt und zugeordnete Außenräume gut durchgebildet:
    Insbesondere bei Grundschule und Gymnasium erscheinen Zugangssituation und Raumfolgen dabei ansprechend gelöst. Im Bereich von Real- und Mittelschule dagegen entsteht ein Erschließungskonflikt, der sich im 2.BA eher verschärfen wird. Die vorgeschlagene Höhenstaffelung der Neubauten in Zuordnung zum baulichen Bestand wird in ihrer Qualität als Gesamtkomposition positiv bewertet, die Analogie zwischen Altersklassen und Höhenentwicklung anerkannt.
    Die grundsätzliche Entscheidung für einen Turmbau an diesem Ort - der topografischen Situation der Talsenkewird in ihrer Angemessenheit aber auch kontrovers diskutiert.

    Die Grundschule wird in Raumqualität der Eingangssituation, Verknüpfung mit Sporthalle und Zuordnung von Pausenhalle und Außenbereichen positiv beurteilt. Auch das Gymnasium ordnet Hallenraum und anschließende Pausenhöfe großzügig zu. Die Anordnung der Verwaltung funktioniert gut, fehlende Verknüpfungen der Fachklassen zum Bestand werden bemängelt. Die Erweiterung der Mittelschule ist grundsätzlich richtig angeordnet, die interne Erschließung weist Mängel auf.
    Im Bereich der Realschule dagegen wird die Anbindung der Erweiterung als ungenügend bewertet, notwendige Programmverknüpfungen wurden nicht hergestellt.
    Die offenen Hallentreppen und vorgeschlagenen Aufzüge sind nicht geeignet, die bei größerer Bauhöhe anfallenden Nutzerströme zu bewältigen. Der grundsätzlich fehlende 2. bauliche Rettungsweg kann ohne Beeinträchtigung des Raumkonzeptes innen bzw. weitere Beeinträchtigung der Belichtung auch außen nicht nachgerüstet werden.
    Der Typus wird auch in seinem grundsätzlichen Potential geschossweise gestapelter offener „Lerneinheiten“ diskutiert: In der Umsetzung wurde diese Chance aber nicht konsequent ergriffen.

    Die vorgeschlagene, selbsttragende Fassade wird in ihrem Anspruch an Bauplastik und Ausbau als interessant bewertet. Im Abgleich mit dem als System gesetzten Grundriss wird sie aber in ihrem Potential für freie Grundrissorganisation und Geschossverglasung nicht umgesetzt. Die zusätzliche Absicht einer dreidimensionalen Bauplastik führt schließlich zu einem Widerspruch mit der inneren Organisation und starken Einschränkungen der Belichtung. Das vorgeschlagene Konzept muss daher abschließend in seiner Angemessenheit eher hinterfragt werden.

    Der Vorschlag eines Baukastens kompakter Gebäudewürfel hat potentiell hohe Wirtschaftlichkeit, kann jedoch aufgrund der gegebenen Fassaden und Erschließungsanteile nicht eingelöst werden. Die Abgrabungen im Bereich Turnhalle Grundschule führen zu erhöhten Aufwendungen für Gründung.

    Die kompakte Bauweise, insbesondere der Turm, lässt niedrigen Heizenergiebedarf erwarten. Die vorgeschlagene Lösung, die Decken vollständig mit Akustikplatten zu bekleiden, entkoppelt die Gebäudemasse thermisch von den Klassenzimmern und führt gegebenenfalls zur sommerlichen Überhitzung. Gleichzeitig ergibt die Fassadengestaltung zu einem erhöhten Kunstlichtbedarf und weiterem Wärmeeintrag. Extensive Dachbegrünung und Photovoltaik im Bereich der Dachflächen werden begrüßt.


INFO-BOX

Angelegt am 10.06.2013, 11:12
Zuletzt aktualisiert 17.06.2013, 18:23
Beitrags-ID 4-69143
Seitenaufrufe 67

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