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  • DE-30159 Hannover
  • 05/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-142090)

Wohnen am Hohen Ufer


  • 2. Preis


    Architekten
    ksw Kellner Schleich Wunderling, Hannover (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Tragwerksplaner: DREWES + SPETH Beratende Ingenieure im Bauwesen Partnerschaftsgesellschaft mbB, Hannover (DE)

    Preisgeld
    6.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurfsverfasser entwickelt für beide Häuser einen Gebäudetypus, dessen Giebelseiten immer einseitig zu einem firsthohen Turm ausgebildet werden. Am Hohen Ufer ergibt sich so ein markanter Abschluss der langgestreckten Wohnbebauung. Hier entsteht mit dieser klaren Zäsur eine wohltuende Fuge zum Museum Oesterlins und die Betonung des in der Fuge befindlichen Marstalltores. Diese große städtebauliche Geste erfordert an dieser Stelle jedoch eine besondere Nutzung. Das aktuell vorgesehene Erweitern der dachgeschossigen Wohnflächen in diese prominenten Außenbereiche erscheint unglücklich. In seiner Dopplung scheint die gewählte Haustypologie fragwürdig. Hinter dem Marstalltor zeigt der zweite Giebelturm eine starke Präsenz – diese Dopplung ist als städtisches Motiv sehr stark und wird an dieser Stelle nicht als adäquat empfunden. Auch im kleinteiligen innerstädtischen Bereich gegenüber dem Ballhofplatz, erscheint das Gebäude durch diese Giebelausbildung im Maßstab zu grob – ggf. hätte hier eine einfachere Giebellösung einen größeren Dienst erwiesen.

    Die gesamte Erdgeschosslösung wird positiv bewertet. Beide Gebäude präsentieren sich offen und durchlässig zu den unterschiedlichen Stadträumen, die Nutzungen sind gut und selbstverständlich platziert. Die Gestaltung der Außenanlagen ist ruhig, einfach und selbstverständlich, sodass die Funktionsmischung aus Wohnen, Gastronomie, Volkshochschule und Einzelhandel mühelos zu gelingen scheint. Die Wohnungsgrundrisslösungen sind gut durchgearbeitet und überzeugend, die Zahl der Maisonette-Wohnungen hätte zu Gunsten eingeschossiger Wohnungen reduziert werden können. Die Schlitzfassade wird auf Grund ihrer unregelmäßigen Gliederung und optischen Unruhe kritisch bewertet. Durch die Fassadenmaterialität und Farbigkeit fügen sich beide Häuser jedoch selbstverständlich und selbstbewusst in das bestehende Stadtgefüge ein. Die Ausformulierung der Gauben und die Belichtung des Dachraumes sind unzureichend dargestellt.

    Generell wird der Entwurf von der Jury wegen der besonderen Ausformulierung der Baukörper und der daraus resultierenden kraftvollen, stadträumlichen Geste am Hohen Ufer positiv bewertet. Insgesamt hätte beiden Gebäuden eine größere gestalterische Ruhe und Zurückhaltung gut getan.