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  • DE-81379 München
  • 05/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-96528)

Boschetsrieder Straße / Ecke Drygalsky-Allee


  • 2. Preis

    kein Bild vorhanden
    Akustikplaner, Energieplaner
    Müller-BBM GmbH, Planegg/München (DE), Berlin (DE), Dresden (DE), Frankfurt (DE), Gelsenkirchen (DE), Hamburg (DE), Karlsruhe (DE), Köln (DE), Nürnberg (DE), Reutlingen (DE), Stuttgart (DE), Weimar (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Hierl Architekten, München (DE)
    Landschaftsarchitekten: mahl gebhard konzepte, München (DE)

    Preisgeld
    36.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die klare räumliche Gliederung des Planungsgebietes in eine nach innen und außen aufgefaltete, sechs- bis achtgeschossige Randbebauung und ein zentral gelegenes, achtzehngeschossiges Hochhausensemble auf einem zweigeschossigen Sockel vermag auch in der Überarbeitung in weiten Teilen zu überzeugen. Mit dem Abrücken der Randbebauung von der freizuhaltenden Straßenbahntrasse im Kreuzungsbereich, der Schaffung mehrerer Durchgänge und Wegeverbindungen in Nord-Südrichtung und mit dem schallschutztechnisch bedingten Wegfall eines Hochhauses haben die Verfasser auf die Überarbeitungshinweise des Preisgerichts reagiert.

    Die umgebende Randbebauung ist durch Verschwenkung der Fassadenfluchten, Hauseingänge und Durchgänge in das Quartier nun differenzierter und kleinteiliger gegliedert. Allerdings leidet die Stringenz des Konzeptes unter den vielfältig gebrochenen und teilweise sehr weit von den Erschließungsstraßen abgesetzten Fassadenfluchten. Es entstehen unterschiedlich tiefe Vorzonen entlang der öffentlichen Straßenräume, die in ihrer Ausformung nicht an allen Stellen nachvollziehbar sind.

    Mit den Wohntürmen und dem differenzierten Blockrand bieten die Verfasser zwei unterschiedliche Gebäudetypen an, die in ihrem Zusammenspiel im Quartier vielfältige Wohnungstypen ermöglichen. Die Erschließung der Blockrandbebauung erfolgt über die Vorzonen an den öffentlichen Straßen, die Hochhäuser sind an den zentral gelegenen Platz angebunden. Die Wohnungen orientieren sich durchweg in mindestens zwei Himmelsrichtungen zum ruhigen grünen Binnenraum und weisen so eine hohe Wohnqualität auf. Die vorgeschlagenen Privatgärten an den Terrassen der Erdgeschosswohnungen werden allerdings ebenso kritisch gesehen wie die teilweise vorgesehenen Duplexstellplätze.

    Der hohe Anteil an Flächen für soziale Infrastruktur, der in den zweigeschossigen Sockelbauten an den Hochpunkten vorgesehen ist, erscheint überdimensioniert. Auch vermag die Dimensionierung und Aufenthaltsqualität des Platzes noch immer nicht zu überzeugen. Hier liegt die wesentliche Schwachstelle des Entwurfs.

    Die Freiflächengestaltung liefert einen differenzierten Nachweis für die Gliederung des grünen Binnenraums in öffentliche und private Grünflächen. Die zahlreichen Zuwegungen und vielfältigen Gestaltungselemente führen allerdings auch zu einer starken Zerschneidung der Grünflächen und schmälern die Großzügigkeit, die die städtebauliche Konfiguration des Blockrandes zulassen würde. Der schmale Zuschnitt eines Teils der öffentlichen Grünflächen wird kritisch gesehen.

    Die Arbeit erzielt infolge der Baukörperanordnung und -orientierung geringere solare Gewinne und nutzt zudem bei durchschnittlicher Kompaktheit nicht alle Möglichkeiten des energieoptimierten Bauens. Auch die erneuerbare Strombedarfsdeckung ist durch den geringen Anteil aktivierbarer Dachflächen eingeschränkt. Die Tageslichtversorgung wird durch die geringe Verschattung, die zwei- bis dreiseitige Belichtung der Wohnräume und die überwiegend günstige Orientierung der Fensterflächenanteile vorteilhafte Bedingungen für die Bewohner erzeugen.

    Insgesamt formuliert die Arbeit trotz der genannten Schwachstellen für den Standort eine kraftvolle und eigenständige städtebauliche Setzung von hoher Wohnqualität.