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  • DE-39288 Burg
  • 06/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-128845)

Landesgartenschau Burg 2018


  • Anerkennung

    Blick über die Weinbergterrassen

    Landschaftsarchitekten
    Station C23 - Büro für Architektur, Landschaftsarchitektur und Städtebau, Leipzig (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Dr. Sigrun Langner

    Mitarbeit
    Michael Rudolph, Sebastian Pietzsch, Beatrice Puschkarski, Marissa Groß

    Erläuterungstext
    Für die Landesgartenschau 2018 in Burg werden drei sehr eigenständige städtische Freiräume entwickelt. Diese Orte werden geprägt von einigen starken übergeordneten und verbindenden landschaftlichen und stadträumlichen Bezügen, diese sollen als Grundlage für die vorliegende Konzeption dienen.
    Die wichtigsten landschaftlichen Bezüge stellen in diesem Konzept die Ihle mit ihrer nach Osten weiterführenden Flusslandschaft dar, die topographische Kante am Weinberg als Ausläufer des Fläming zusammen mit der markanten Verlängerung des „Flämingstieges“ in die östlichen Ausläufer der Stadt, sowie die linearen und großmaßstäblichen Elemente Elbe-Havel-Kanal und Eisenbahnlinie.

    Als „Stadt der Türme“ bietet Burg eine Reihe von visuellen Landmarken, diese stellen die markanten stadträumliche Bezugspunkte her, besonders entlang der Linie Stadtmauer - Flämingsteig. Die Verbindung zwischen Oberstadt und Unterstadt wird gequert vom Ihleweg, hier entsteht an zentraler Stelle ein Verknüpfungspunkt zwischen Altstadt und Fluss.

    Aus dieser Einordnung heraus werden die neuen Freiräume funktional und konzeptionell eingeordnet:

    Der Goethepark wird als „Stadtpark“ mit repräsentativer Funktion ausgebaut. Der historische Bestand wird ergänzt um zeitgemäße Nutzungen, welche unter dem Motto „Spielpark“ zusammengefasst sind. Hierzu zählen bestehende Nutzungen wie die Schwimmhalle mit (neuem) Umfeld, neue Spielangebote im Park als auch um den Wasserturm herum. Am Bahnhof wird parallel zur Linienführung der Bahnstrecke eine Parkterrasse angeordnet, welche sowohl die verschiedenen Verkehrsträger funktional verknüpft, als auch die unterschiedlichen bestehenden und neuen Teile des Goetheparks miteinander verbindet. Die
    bestehenden Gedenkorte werden erhalten und gepflegt.

    Der Weinberg wird als vorgelagerter topographisch markanter Ausläufer des Fläming in seiner Kontur akzentuiert, die Terrassen werden um die westliche Spitze herum verlängert, eine Treppe verbindet in Verlängerung der Stadtmauer Berg und Tal. Entlang der Bergstraße werden wohnnahe Nutzungen wie Wasserspielplatz und Spielwiese angeordnet.
    Die Ihleinsel und der Bereich am Museum werden als eher introvertierte Orte kleinteilig entwickelt, am Breiten Weg werden Altstadt und der Fluss mit dem Ihleradweg miteinander verknüpft, dadurch entsteht hier ein für den Tourismus wichtiger Punkt.

    Der Teich im Flickschupark wird als städtischer Endpunkt einer Teichkette in der Ihlelandschaft interpretiert. Die nördliche Uferkante wird als Teichterrasse ausgebaut und bildet zusammen mit dem Festplatz den Übergang von den Ihlewiesen in die Altstadt. Der südliche Bereich und die Wiesenflächen im Park werden in ihrer Prägung ausgebaut und gepflegt.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser versuchen, aus den übergeordneten landschaftlichen und städtebaulichen Bezügen die Gestaltung der Teilbereiche abzuleiten. Es werden Blickbeziehungen aufgebaut (Stadt der Türme) und die Flusslandschaft inszeniert.

    Die Verfasser gliedern den Goethepark in vier wesentliche Bereiche:

    - Bahnhofsvorplatz
    - historischer Park
    - Spielpark und
    - Gedenkorte.

    Der Bahnhofsvorplatz ist in seiner Größe überdimensioniert. Eine Ausformulierung der sehr breiten Fläche fehlt. Die zusätzliche Anbindung des Eisenbahn-Wasserturmes mit Erweiterung der Platzfläche ist dem Ort in seiner Größe nicht angemessen. Die Nutzung dieses Bereiches für Jugendfreizeitaktivitäten ist richtig positioniert und ein gelungener Beitrag. Insgesamt bietet die Arbeit interessante Lösungsansätze für die verschiedenen Teilbereiche an.

    Der historische Teil wird getreu den denkmalpflegerischen Vorgaben entwickelt. Ungelöst ist der Übergang zum Busbahnhof. Hier fehlt ein räumlicher Abschluss. Der nördliche Parkbereich wird in seinen Bestandsstrukturen übernommen und eine zentrale große Wiesenfläche formuliert. Die Berücksichtigung der vorhandenen Strukturen und der zurückhaltende Umgang mit jedem Bestand werden vom Preisgericht positiv gewürdigt.

    Der Soldatenfriedhof und das Ehrenmal werden behutsam eingebunden. Der Grund für den Entfall der Anbindung des Ehrenfriedhofs kann aber nicht nachvollzogen werden. Die Anordnung des Spielbereiches unter den Bäumen zwischen Friedhofswärterhaus und Biergarten ist unter Berücksichtigung der Grabsteine denkbar. Die Öffnung des östlichen Parkendes widerspricht aber dem historischen Grundgedanken. Auch erscheint die Ausbildung des Vorplatzes vor dem Landratsamt als Parkplatz uninspiriert.

    Die Erweiterung der Weinbergterrasse mit dem Treppengang ist in der dargestellten Form entwicklungsfähig. Die Verlegung der Bergstraße an die Ihle ist unnötig und bringt keine Verbesserung des Freiraumes.

    Der vorgeschlagene Spielbereich an der Ihle ist eine interessante Bereicherung dieses Bereiches. Insgesamt erscheint die Erschließung des Flussverlaufs mit bis zu drei parallelen Wegen überzogen. Ein interessanter Vorschlag ist die bewusste Gestaltung der Ihleinsel mit Aufweitung der Ihle.

    Das Entree in den Flickschupark als befestigte Fläche mit einzelnen Pflanzinseln ist wenig differenziert formuliert und überdimensioniert. Die durchgängige Gestaltung des nördlichen Teichufers als befestigte Uferkante ist der städtebaulichen Situation nicht angemessen und bezüglich des Denkmalschutzes fragwürdig. Die Gestaltung des östlichen Bereiches der offenen Wiesenflächen mit Spielmöglichkeiten ist gelungen, die Anbindung der Insel mit einem Steg ist aber problematisch.

    Das Ausstellungskonzept ist hinsichtlich der Verteilung der Ausstellungsflächen ausgewogen und nachvollziehbar. Grundsätzlich wird die Einbeziehung der Innenstadt in die Ausstellung begrüßt, allerdings müssten die Inhalte überprüft werden. Die grundsätzliche gute Zusammenführung von Hallenschauen und Hauptgastronomie im Flickschupark ist in Bezug auf den Flächenbedarf zu überprüfen.