loading
  • Anerkennung 5. Rang

    kein Bild vorhanden
    Anzeige


    TGA-Fachplaner
    Deerns Deutschland GmbH, Stuttgart (DE), Köln (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: JSWD Architekten, Köln (DE)

    Preisgeld
    5.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Mit einem kühnen Schwung werden die Geometrien des Geländes aufgefangen und vermittelnd zwischen den Richtungen der Felder und der Gewächshäuser und Bestandsgebäude
    in eine eigenständige und eigenwillige Gebäudekubatur umgesetzt. Die äußere Anmutung des kompakten Gebäudes mit den gerundeten Ecken und dünnen Deckenkanten unterstreicht diese wirkungsvolle Geste.

    Die Lage des Zugangs ist funktional richtig, kann in der Ecke des Gebäudevolumens so jedoch nicht überzeugen. Der sich öffnende innere Raum mit einer offenen und glasgedeckte Halle über alle 3 Ebenen verspricht hohe Aufenthaltsqualitäten mit einer attraktiven Treppenerschließung. Die Belichtung des Atriums durch ein flaches Glasdach steht im Konflikt mit dem sommerlichen Wärmeschutz.

    Im Gegensatz zu diesen großzügigen allgemeinen Räumen sind die Laborbereiche wenig einladend. Dunkle innere Flure ohne Tageslichtbeleuchtung erschließen die
    sehr tiefen Laborbereiche, die auch funktional nicht optimal aufgeteilt sind. Durch die Ausrichtung der Labore nach Südosten und die hier glatte Fassadenausbildung werden
    die Sonnenschutzeinrichtungen überwiegend geschlossen sein müssen. Die Büroräume liegen abgesondert von den Laboren im Atriumbereich. Die Fluchtweglängen
    in den Laborbereichen sind zu lang, die der Büroräume im offenen Atrium problematisch.

    Das Energie- und Nachhaltigkeitskonzept ist insgesamt schlüssig, jedoch wird die vollständige Deckung von Heizlasten in den Laborbereichen über die Lüftung nicht
    für sinnvoll erachtet, da insbesondere in Zeiten ohne Nutzung die Temperierung eine Lüftung bedingt. Das Gebäude nutzt die vorgegebene Höhe von maximal 14 m voll
    aus; in Summe wirkt der Höhenverbrauch durch Doppelböden und abgehängte Decken zu hoch und eher überinstalliert. Der Platzbedarf für die Technikraumflächen ist
    jedoch deutlich unterdimensioniert. Für das Versorgungskonzept wäre eine Eindeutigkeit hinsichtlich Biogas oder Holz wünschenswert. Das Solarstrompotenzial der Dachfläche wird genutzt.

    Flächenwerte und die Wirtschaftlichkeit liegen im mittleren Bereich. Die insbesondere im Rendering angedeutete Transparenz steht im Widerspruch zu
    einer vergleichsweise geschlossenen Fassade mit den technisch unbefriedigenden geschoßhohen Lammellenstores. So bleibt die aufgezeigte Leichtigkeit und Offenheit des Entwurfs doch eher nur eine Absichtsbekundung.


Anzeige