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  • Anerkennung 6. Rang

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    TGA-Fachplaner
    GBI Gesellschaft Beratender Ingenieure mbH, Stutttgart (DE), Erfurt (DE), Köln (DE), Hamburg (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Bez+Kock Architekten Generalplaner GmbH, Stuttgart (DE)

    Preisgeld
    5.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Neubau fügt sich sehr selbstverständlich in die vorhandene Bebauung ein. Insbesondere die äußere Erschließung, die Hinführung zum Gebäude, zum leicht zurückversetzten
    Eingang und in das Foyer überzeugen in ihrer Klarheit und Unmissverständlichkeit. In seiner äußeren Formensprache bleibt das Gebäude unaufdringlich aber von hoher formaler Qualität. Die Fassaden sind je Himmelsrichtung differenziert und detailliert durchdacht. Die Außenanlagen im nord-westlichen Zugangsbereich mit Zuwegung und Parkierung ist einfach und dem Zweck sehr angemessen. Mit einfachen gestalterischen Mitteln wird die Hinführung zum Gelände sehr gut gelöst. Das südliche "Baumpaket" ist im Kontext zur Versuchsbepflanzung des Institutes
    als Arrondierung gedacht, aber aus Sicht des Nutzers eher zu viel des Guten.

    Die Zuordnung des Konferenzbereiches zum Foyer ist sehr gut gelöst. Die zentrale Lage des Sozialbereiches im 1.OG ist einerseits von Vorteil, andererseits fehlt jedoch
    die vorstellbare, direkte Nähe zum Konferenzbereich im EG. Die innere Organisation ist sehr klar und übersichtlich. Bereits im EG erkennt der Nutzer die vertikalen und horizontalen Gebäudererschließungen. Die Verknüpfung des Sozialbereiches im 1.OG mit dem Freisitz erzeugt eine hohe Aufenthaltsqualität. Die in das Gebäude eingeschnittenen Lichthöfe erzeugen auch in den schmalen Flurbereichen eine angenehme Raumatmosphäre.

    Einem wirtschaftlichen Erschließungssystem im Laborbereich steht ein sehr großer Foyer- und Gemeinschaftsbereich gegenüber. Zusammen mit einer Flächenüberschreitung von ca. 12% der Nutzflächen führt dies zu einer Kostenüberschreitung von 9% zum Soll-Wert (ca. 1,6 Mio. €) Diese Kennwerte führen auch zu einer ungünstigen Flächeneffizienz.

    Das statische Konzept ist einfach und mit einer konventionellen Stahlbetonkonstruktion entworfen. Die flächenbündige Holz-Alu-Konstruktion der Fassade unterstreicht
    den edlen, zurückhaltenden Duktus der Fassade. Allerdings ist diese Konstruktion auch aufwändig und kostenintensiv. Der lamellenartige horizontale Sonnenschutz an der Südfassade unterstreicht diesen Entwurfsansatz, allerdings ist zu bezweifeln, ob die Verschattung auch in den sog. Übergangsmonaten funktioniert.

    Der Bewerber erfüllt nicht in allen Aspekten die Anforderungen des Auslobers an die Nachhaltigkeit und an das energiesparende Bauen. Die Erschließung des Neubaus wird positiv bewertet. Kommunikationsfördernde Flächen und Räume sind berücksichtigt. Diese positive Bewertung kann für den Komfort und die Gesundheit nicht durchgängig abgegeben werden. Während das Tageslicht umfassend genutzt wird, ist bedingt durch den sehr hohen Glasflächenanteil in der Südfassade ist trotz der geplanten auskragenden Geschossdecken in den daran angrenzenden Räumen eine maschinelle Kühlung erforderlich. Die Entwerfer sehen folgerichtig diese Kühlung über thermoaktive Decken vor. Schallschutzbedürftige Räume sind teilweise ungünstig orientiert.

    Die Flächeneffizienz entspricht dem Durchschnitt der Entwürfe. Hervorzuheben ist die hohe Nutzungsflexibilität. Es sind erhöhte Lebenszykluskosten durch höhere Investitionskosten
    und größere Glasflächen zu erwarten.

    Die energierelevanten Aspekte des nachhaltigen Bauens werden nur in Teilen positiv bewertet. Das betrifft sowohl den Energiebedarf für die Nutzungsphase als auch den
    Einsatz grauer Energie. Der zu erwartende Endenergiebedarf liegt über dem Durchschnitt aller Entwürfe. Die ausschließlich regenerative Wärmebereitstellung und die Nutzung erneuerbarer Energien für die Strombereitstellung lassen erwarten, dass die Anforderungen des Auslobers zur 20%-tigen Unterschreitung der EnEV2009 und zur
    Einhaltung des EEWärmeG eingehalten werden. Das betrifft auch die Anforderungen an einen hohen baulichen Wärmeschutz. Das haustechnische Konzept und das vorgeschlagene
    Energieversorgungskonzept sind plausibel und aufeinander abgestimmt.

    Insgesamt weist der Entwurf besondere Qualitäten auf, allerdings mit dem großen Nachteil von ungünstigen Gebäudekenndaten.