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  • DE-30159 Hannover ‎
  • 06/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-143393)

Wohnen am Klagesmarkt


  • 2. Preis Gebäude 1 (Baufeld A)


    Architekten
    kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH, Köln (DE), Leipzig (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Johannes Kister

    Mitarbeit
    Sascha Bender, Anna-Katharina Koß

    In Zusammenarbeit mit:
    Bauingenieure: IDK Kleinjohann GmbH & Co.KG Köln, Köln (DE), Berlin (DE)
    Bauphysiker, Energieplaner, TGA-Fachplaner: Pfeil & Koch ingenieurgesellschaft GmbH & Co. KG, Stuttgart (DE), Köln (DE)

    Preisgeld
    8.400 EUR

    Erläuterungstext
    Die Geometrie des Baufeldes und die Vorgaben des Bebauungsplanes stellen die wesentlichen Parameter der Konzeptfindung dar. Die Schrägen des Grundstücks werden durch einen gegenläufigen Versatz von jeweils zwei Geschossen zu einem plastischen Flechtwerk entwickelt. Die Fassade bildet damit einen räumlichen Paravent, der in drei weiteren Schritten zu einem konkreten Stadtbaustein weiterentwickelt wird.

    - Der Vorsprung der Geschosse wird in die Wand eingeschnitten in diagonaler Entsprechung zu der Eingangssituation im Erdgeschoss
    - Ein regelmäßiges Raster aus vertikalen Fenstern wird eingestanzt
    - Schräge Laibungen, die gegenläufig in den Geschossen versetzt sind stärken die plastische Reliefwirkung des räumlichen Versatzes der Geschosse

    Die vier Konzeptschritte generieren einen plastisch konkreten Baukörper, der sowohl eine ihm individualisierende Unverwechselbarkeit der Gestaltung aufweist gleichwohl auch als räumliches Zeichen eine starke stadträumliche Präsenz entwickelt, die an diesem Ort zur Neudefinition der Bezüge notwendig erscheint. Ein Raumparavent im Stadtbild der sich aus einem einfachen Prinzip bildet. Aus unterschiedlichen Blickperspektiven werden dadurch neue Wahrnehmungen erzeugt.

    Fassadenmaterial
    Der Baukörper ist mit einer horizontalen strukturierten Ziegelfassade in lebhaften Farben begleitet. Das Ziegelformat ist ein langes Dünnformat in div. Farben rot/ rosé/ weiß/ braun/ grau, die aus dem B-Plan abgeleitet werden. Aus der Ferne entsteht ein rötlicher Gesamteindruck, der sich in der Nähe als gepixelt durch verschiedene Farben darstellt. Die Fensterlaibungen sind warmtonig beige eingefärbte Faserzement-Fertigteile, die mit Edelstahlankern an die tragende Fassade angehängt werden.

    Grundrisskonzept
    Der Treppenhauskern wird als ein Sicherheitstreppenhaus ausgebildet, wobei dies dennoch an die hintere Außenwand gelegt wird, um Lichteinfall zu ermöglichen. Das Treppenhaus, die Aufzüge und die Sanitätsbereiche als auch die Teeküche bilden eine Einheit, dies in „Geschossen“ übereinandergestapelt. Dies ermöglicht, dass unabhängig von der Büroteilung in ein oder zwei Mieter und wechselnden Büroausbauten, der Funktionskern bei Umbauten gemeinsam nutzbar und unangetastet bleiben kann. Gleichzeitig ist eine sehr wirtschaftliche Schachtführung möglich.Den konzentrierten Kern mit den gemeinschaftlichen Funktionen steht eine offene Fläche zur Büronutzung gegenüber, die flexibel und offen strukturiert werden kann. Die Lage des Treppenhauses ermöglicht ein großzügiges Entre in ein gut proportioniertes Foyer mit sehr klarer Orientierung. Das Foyer wirkt durch die bodentiefe Verglasung nach außen und gibt selbstverständlich Einblicke in den Neubau und kann seine Mieter vorstellen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Kubatur des Gebäudes entwickelt sich aus dem interessanten Leitmotiv vor- und rückspringender, jeweils zweigeschossiger Fassadenbänder, die dem Haus seinen individuellen Charakter geben. Der Eingangsbereich erscheint als deutlich lesbarer Einschnitt in die Kubatur.

    Erkauft wird das sympathische, in maßstäbliche Volumina gegliederte Fassadenbild allerdings durch eine massive Kernzone an der nicht durch Faltungen im Grundriss eingeschränkten Seite des Innenhofes. Sie ragt weit in die Mittelzone der optional flexibel zu bespielenden Büroebenen hinein, da auch die Sanitärkerne in diese Zone integriert sind. Der massive Kern in Verbindung mit den Einengungen und Aufweitungen der Faltung führt zu einer Einschränkung der ansonsten prinzipiell möglichen Flexibilität in der Einteilung der Büroebenen. Es wird viel Verkehrsfläche erzeugt, was sich auch in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unglücklich bemerkbar macht. Auch die Geometrie der sehr flachen, verspringenden Dreiecke lässt eine aufwendige Realisierung vermuten.

    Insgesamt würdigt die Jury den ambitionierten und konzeptionell schlüssigen Ansatz, der kontrovers diskutiert wird in der Addition der Vor- und Nachteile nicht in allen Punkten überzeugen kann.


INFO-BOX

Angelegt am 26.06.2013, 17:08
Zuletzt aktualisiert 27.06.2013, 13:07
Beitrags-ID 4-70064
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